Kriegstransport gesprengt
Kein Nachschub für die Ukraine-Front: Partisanen legen Transportroute aus China lahm
- VonLisa Mariella Löwschließen
Die zweite Explosion in zwei Tagen: Die Ukraine soll den wichtigsten russischen Tunnel für Militärtransport angegriffen haben.
Burjatien - Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat einen Güterzug in Russlands längstem Eisenbahntunnel in die Luft gesprengt. Laut Kyiv Post gab es mindestens vier Explosionen auf der Strecke, die Russland für den Transport von Militärgütern aus China nutzt. Der SBU-Angriff ist der zweite innerhalb von zwei Tagen auf einen Zug auf der Baikal-Amur-Eisenbahnstrecke im russischen Gebiet.
Nördlich der Mongolei im Seweromuisker Tunnel habe der Brand mindestens eines Bahnwaggons offenbar größere Zerstörungen angerichtet, berichtete auch BBC. Nach Angaben der Ostsibirischen Verkehrsstaatsanwaltschaft brach das Feuer am Mittwochabend, 29. November, aus. Der russische Telegram-Kanal Baza teilte mit, dass der Zug Treibstoff und Flugbenzin in mehr als 40 Waggons transportiert hatte.
Anschlag auf russischen Tunnel sei „sorgfältig geplant“ von Ukraine
Der Zugführer habe vor dem Feuer einen Knall gehört. Bei den Explosionen seien drei Kesselwagen beschädigt worden. Einer sei vollständig ausgebrannt. Der Treibstofftank sei im Zug hängengeblieben. Die Ostsibirische Verkehrsstaatsanwaltschaft berichtete, dass Bergungs- und Löschzüge im Einsatz seien und es keine Verletzten gebe.
Die Brandursache des Güterzuges war laut den Angaben von Baza ein Kabelbrand. Die BBC berichtete unter Berufung auf ukrainische Sicherheitskreise dagegen, dass die SBU einen Sprengstoffanschlag auf den Zug verübt haben soll.
Kyiv Post schrieb ebenfalls, dass es sich um eine „sorgfältig geplante Operation“ handle, die das Chaos ausnutzte, das einen Tag zuvor durch einen weiteren Angriff im Seweromuiski-Tunnel hervorgerufen worden war. Um den durch den ersten Angriff verursachten Schaden zu umgehen, wären russische Züge eine andere Route gefahren. Diese führe über die „Tschortow Most“ („Teufelsbrücke“), ein halbkreisförmiges Viadukt an der nördlichen Umgehungsstraße der Baikal-Amur-Linie.
Nach Ukraine-Angriff auf russischen Tunnel: Treibstoff läuft aus
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Mit dieser Umleitung habe die SBU gerechnet: Als der Zug über diese 35 Meter hohe Brücke fuhr, seien die darin eingebetteten Sprengsätze explodiert. Vier Treibstofftankwagen des Zuges seien vollständig zerstört worden, zwei weitere wurden durch den Brand beschädigt. Treibstoff sei auf einer Fläche von 150 Quadratmetern ausgelaufen.
„Die russischen Geheimdienste sollten sich daran gewöhnen, dass unsere Leute überall sind, sogar im fernen Burjatien“, sagte eine ukrainische Quelle der Kyiv Post. Bisher hat die Ukraine nicht nur den russischen Tunnel mit dem Militärtransport aus China angegriffen. Es sind ebenfalls zwei Anschläge auf die Kertsch-Brücke bekannt, die die besetzte Krim im Ukraine-Krieg mit dem russischen Festland verbindet. (Lisa Mariella Löw)
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