Krieg in der Ukraine

Erfolgreiche Drohnen-Angriffe: Russland zerstört MiG-29-Kampfjets der Ukraine

  • Fabian Müller
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In den vergangenen Tagen will die russische Armee ukrainische Jets zerstört haben. Doch auch die russische Luftwaffe leidet unter dem Ukraine-Krieg.

Kiew - Lange Zeit galten ukrainische Flughäfen als sicher. Westliche Flugabwehrsysteme hatten einen Beschuss durch ballistische russische Raketen oder Marschflugkörper in den vergangenen Monaten fast unmöglich gemacht. Doch nun scheint es, dass der Kreml über eine neue Art von Kampfdrohnen verfügt, die der Ukraine gefährlich werden können. Das berichtet die Bild-Zeitung.

Eine MiG-29 der ukrainischen Luftwaffe fliegt über der Region Donezk in der Ukraine. (Archivbild)

Dem Bericht zufolge gab es in den vergangenen acht Tagen Angriffe auf ukrainische Militärflughäfen im Süden und Westen des Landes. Die russische Armee veröffentlichte drei Videos, die belegen sollen, dass russische Kamikaze-Drohnen vom Typ „Lancet“ zweimal den Flughafen von Krywyj Rih und einmal die Luftwaffenbasis von Mykolajiw getroffen und dabei jeweils eine MiG-29 der ukrainischen Armee zerstört haben sollen. Die Aufnahmen konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.

Neue Drohnen-Angriffe: Russland zerstört wohl mehrere ukrainische MiG-29-Jets

Bislang gingen Militärexperten davon aus, dass die russische „Lancet“ lediglich 40 Kilometer weit fliegen kann. Der Militärflughafen von Mykolajiw liegt 50 Kilometer, der von Krywyj Rih gar 70 Kilometer von der Front entfernt. Die neue Form der Kamikaze-Drohne wird „Lancet-ER“ genannt, hat also eine erweiterte Reichweite, die die russische Armee wohl nun erstmals im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt hat.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Bei den MiG-29-Jets handelt es sich um die modernsten Kampfflugzeuge, über die die ukrainische Luftwaffe verfügt. Kiew verfügte vor dem Krieg über 43 dieser Jets, russische Angriffe haben die Zahl aber reduziert. Auch deshalb sprangen die Slowakei und Polen ein und lieferten insgesamt 27 Flugzeuge aus ihren Arsenalen.

Video: Polen zu Abgabe all seiner MiG-29 an Ukraine bereit

Doch auch die russische Luftwaffe musste im Ukraine-Krieg Verluste hinnehmen. Laut dem britischen Verteidigungsministerium habe das Land bisher schätzungsweise 90 Flugzeuge verloren. Die russischen Luftstreitkräfte seien weiter schlagkräftig, schreibt das Ministerium. Da aber der Krieg länger dauere als vom Verteidigungsministerium geplant, könnten Verlust und Abnutzung der vorhandenen Flugzeuge die russischen Streitkräfte langfristig schwächen. (fmü)

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