Verluste im Ukraine-Krieg
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Opferzahlen steigen im Rekordmonat weiter
VonChristian Störschließen
Putin bezahlt im Ukraine-Krieg einen hohen Blutzoll. Täglich werden neue hohe Verluste unter Russlands Truppen gemeldet. Das zeigen aktuelle Daten.
Moskau – Russland sucht Soldaten für den Ukraine-Krieg. Wegen hoher Verluste hatte Moskau seine Truppen bereits mit Soldaten aus Nordkorea verstärkt, jetzt wurde die Söldnerhilfe angeblich ausgebaut: Auch jemenitische Huthi-Milizen sollen nun im Krieg zum Einsatz kommen.
Unter Berufung auf Betroffene berichtete die Financial Times, einige Männer seien im Jemen mit der Aussicht auf bezahlte Arbeit in Russland und auf russische Staatsbürgerschaft geködert worden. Bei ihrer Ankunft in Russland seien sie dann aber für die russischen Streitkräfte zwangsverpflichtet und umgehend an die Front in der Ukraine geschickt worden.
Putin nimmt immer höhere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg in Kauf
Die russischen Verluste im Ukraine-Krieg sind zuletzt offenbar rasant gewachsen. Genaue Daten zu den Verlusten sind während des Krieges kaum zu bekommen. Moskau hält seine tatsächlichen Verlustzahlen geheim, ebenso wie Kiew.
Westlichen Schätzungen nach sind inzwischen allerdings über 115.000 russische Soldaten gefallen und mehr als eine halbe Million verwundet – mit zuletzt deutlich steigender Tendenz. Zudem haben das unabhängige russische Medienunternehmen Mediazona sowie der russische Dienst der BBC bisher die Namen von 79.819 getöteten russischen Soldaten verifizieren können.
Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen
Dem ukrainischen Generalstab zufolge liegen die gesamten Verluste für Russland jeden Tag offenbar deutlich über der Marke von 1000. So sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1580 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf knapp 748.950 tote und verwundete Soldaten. Die Daten lassen sich unabhängig jedoch nicht überprüfen.
| Datum | Verluste am Tag | Verluste insgesamt |
|---|---|---|
| 5. Dezember (Do) | 1580 | 748.950 |
| 4. Dezember (Mi) | 1670 | 747.370 |
| 3. Dezember (Di) | 1780 | 745.700 |
| 2. Dezember (Mo) | 1790 | 743.920 |
| 1. Dezember (So) | 1730 | 742.130 |
| 30. November (Sa) | 1740 | 740.000 |
| 29. November (Fr) | 2030 | 738.860 |
| 28. November (Do) | 1220 | 736.630 |
| 27. November (Mi) | 1580 | 735.410 |
Auch bei der Ausrüstung muss Russland schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen
Neben den Verlusten unter den Soldaten, werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 5. Dezember). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.
- Panzer: 9.506 (+13 zum Vortag)
- Gepanzerte Fahrzeuge: 19.472 (22)
- Artilleriesysteme: 21.023 (+21)
- Mehrfach-Raketenwerfer: 1.253
- Luftverteidigungssysteme: 1020
- Drohnen: 19.977 (+31)
- Flugzeuge: 369
- Hubschrauber: 329
- Marschflugkörper: 2852
- Kriegsschiffe und Boote: 28
- U-Boote: 1
- Fahrzeuge und Tanklaster: 30.843 (+97)
- Spezialausrüstung: 3.630 (+2)
Krieg in der Ukraine
Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
Russland wirbt angesichts der immensen Verluste im Ukraine-Krieg für den Dienst an der Front
Auch im eigenen Land wirbt Russland angesichts der immensen Verluste im Ukraine-Krieg für den Dienst an der Front – und nutzt dabei die Zwangslage junger Menschen aus, die häufig verschuldet sind. So will der Kreml Freiwilligen für den Einsatz im Krieg mit einem neuen Gesetz Kreditschulden von bis zu zehn Millionen Rubel (rund 91.000 Euro) erlassen. Wer sich jetzt vertraglich für den Kriegsdienst verpflichtet, egal ob Rekruten, Wehrpflichtige oder Vertragssoldaten, dem sollen seine Schulden erlassen werden.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Präsident Wladimir Putin unterzeichnete das entsprechende Gesetz am 23. November, wie russische Medien tags darauf berichteten. Berichte über Zwangsrekrutierungen von jungen Männern gibt es allerdings auch aus der Ukraine. (cs/dpa)
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