Lerneffekte von der Front
Dreifach-Schutz: Video zeigt, wie Ukrainer US-Panzer gegen Putins Waffen nachbessern
VonPatrick Mayerschließen
Bei X kursiert ein Video von einem Panzer M1 Abrams der Ukrainer. Er wurde gegen zwei Gefahren durch Wladimir Putins russische Truppen modifiziert.
Kiew – Sie sind im Ukraine-Krieg ein gejagtes Ziel: Panzer. Das gilt sowohl für die Militär-Gefährte aus Russland, als auch für die Stahlkolosse aus der Ukraine, die bis zum T-80 aus einstmals sowjetischer Produktion in den Modellen teils identisch sind.
Leopard 2, Challenger, M1 Abrams – die westlichen Partner Kiews haben den ukrainischen Streitkräften in den vergangenen eineinhalb Jahren zudem eine nicht genau bezifferte Anzahl an Kampfpanzern aus ihren Beständen geschickt. Es dürfte eine Zahl zwischen 150 und 200 Panzern sein.
Jene Panzer stammen aus den 1980er und 1990er Jahren. Bestätigt hat sich: Ob sie nun aus deutscher, britischer oder amerikanischer Produktion gekommen sind – auf heutige Gefahren auf dem Schlachtfeld waren sie teils nur unzureichend vorbereitet. Deshalb hat die ukrainische Armee in einem zweiten Schritt jetzt ein weiteres Mal nachgerüstet. Und zwar einen Abrams-Kampfpanzer, den die USA geliefert hatten.
🇺🇦🇺🇸Abrams with Kontakt-1, anti drone cage and drone jammers pic.twitter.com/YOQniAQQ1s
— Special Kherson Cat 🐈🇺🇦 (@bayraktar_1love) July 15, 2024
M1 Abrams aus den USA: Ukraine-Armee rüstet gelieferte Panzer nach
Konkret: Bei X macht ein Video die Runde, das den M1 Abrams unweit der Front zeigen soll. Auffällig ist: Der Panzer hat reaktive Kacheln als zusätzliche Panzerung sowie auf dem Turm ferner eine Käfigpanzerung montiert. Beides wurde wohl nachträglich angebracht, um den Panzer (und natürlich die Besatzung) gegen tückische Panzerabwehrwaffen wie die berüchtigte RPG-7 sowie gegen Kamikaze-Drohnen der Russen zu schützen.
Bei Käfigpanzerungen zerschellen heranrauschende Kamikaze-Drohnen schlicht am Metall. Sie können somit nicht auf dem Turm detonieren, der beim Abrams angesichts einer geringeren Panzerung als Schwachstelle gilt. Oder Hohlladungsgeschosse der mitgeführten Granate der Drohne können nicht in die Panzerung des Turmes vorstoßen und im Kampfraum erheblichen Schaden anrichten. Solche Käfige auf dem Turm nutzten die Amerikaner zum Beispiel im Zweiten Golfkrieg (1990 bis 1991) und im Irakkrieg (März bis Mai 2003) nicht, als die Abrams in hoher Stückzahl zum Einsatz kamen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine




Anti-Drohnen-Jammer in Ukraine-Panzer? Innovativer Abrams gegen Putins Armee
Da die russischen Panzer-Verluste im Ukraine-Krieg verheerend sind, haben auch die Invasionstruppen des Moskau-Regimes wiederum oft die sogenannten Reaktivpanzerungen an ihren Fahrzeugen angebracht. Dabei handelt es sich um mit Sprengstoff beschichtete Kacheln, die beim Aufschlag einer Panzerabwehrwaffe wie beschriebener RPG-7 eine Gegenexplosion erzeugen und das heranfliegende Geschoss so unschädlich machen sollen. Ohne dass sich dieses durch die Panzerung hindurch in das Innere des Panzers bohrt. Und auch an dem abgebildeten Abrams wurden die Sprengstoffkacheln befestigt.
Damit nicht genug: Wie ukrainische Militärblogger bei X schreiben, soll der Panzer angeblich zudem einen Jammer integriert haben. Also einen Störsender gegen feindliche Drohnen. Die Information lässt sich nicht unabhängig verifizieren. Es wäre jedenfalls eine echte Innovation. Vereinfacht: In der Theorie sollen Jammer erreichen, dass ferngesteuerte Drohnen durch die Übernahme der Kontrolle von Video- und Navigationssignalen abgewehrt werden. Andere Jammer stören das GPS-Signal einer Drohne, indem sie elektromagnetische Wellen einer bestimmten Frequenz aussenden, sodass die gegnerischen Drohnen nicht wie beabsichtigt starten oder landen können. (pm)
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