Flugzeug-Geschenk aus Katar?
„Schandfleck“ für US-Präsidentschaft: Trump-Loyalistin verurteilt mögliches Flugzeug-Geschenk aus Katar
VonFabian Hartmannschließen
Katar könnte den USA eine Boeing 747-8 vermachen. Details stehen zwar noch aus, doch Kritik an Trump wird schon jetzt laut – und das selbst aus den eigenen Reihen.
Washington, D.C. – Es wäre ein ungewöhnliches Geschenk, dessen Wert in seiner Höhe kaum ein vergleichbares Äquivalent in der Historie kennt: Verschiedenen US-Medienberichten zufolge plant das Emirat Katar offenbar, US-Präsident Donald Trump ein Luxus-Großraumflugzeug des Herstellers Boeing zu schenken. Während erste Details der womöglich bevorstehenden Schenkung publik werden, wird sich in Katar hierzu noch bedeckt gehalten – doch dem US-Präsidenten schlägt schon jetzt rege Kritik an einer möglichen Annahme des Luxusjets entgegen.
Katar will Trump offenbar eine Boeing 747-8 schenken – sie könnte neues Präsidenten-Flugzeug werden
In der Nacht auf Sonntag (US-Ortszeit) brachte der US-Nachrichtensender ABC News Spekulationen auf, denen zufolge das Emirat Katar offenbar plant, der Trump-Administration eine zehn Jahre alte Boeing 747-8 zu vermachen. Im Neuzustand belaufen sich die Kosten für ein Exemplar jenes Flugzeugtyps laut Boeing-Listenpreis auf mehr als 400 Millionen US-Dollar (ca. 355 Millionen Euro), wie mitunter die Tagesschau berichtet. Damit wäre es eines der teuersten Geschenke, das die US-Regierung je erhalten hat.
Sollte die Übergabe tatsächlich stattfinden, könnte die Maschine als neues Präsidentenflugzeug Air Force One zum Einsatz kommen. Bereits während seiner ersten Amtszeit wollte der Republikaner die bislang eingesetzten und inzwischen älteren Präsidenten-Flugzeuge ersetzen. Bislang wurden die bestellten Flugzeuge jedoch nicht geliefert.
Trump nutzt Spekulationen um Flugzeug-Geschenk, um gegen Demokraten auszuteilen
Wie ABC News am Sonntag auch meldete, könnte die offizielle Bestätigung des Flugzeug-Geschenks an Trump in dieser Woche zu erwarten sein. Am Dienstag wird der Republikaner zur ersten Auslandsreise seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident aufbrechen. Dabei wird er zunächst Saudi-Arabien, anschließend Katar und zuletzt die Vereinigten Arabischen Emirate besuchen.
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Trump schien die Berichte über seine Social-Media-Plattform Truth Social zu bestätigen, ließ Katar dabei jedoch unerwähnt. Die Tatsache, dass das Verteidigungsministerium, eine 747 geschenkt bekomme, um die alten Air Force One zu ersetzen, störe die „korrupten Demokraten“, schrieb der US-Präsident. Sie bestünden darauf, dass die Vereinigten Staaten das Flugzeug bezahlen, statt es als Geschenk anzunehmen. „Das kann doch jeder! Die Demokraten sind Verlierer von Weltklasse“, fügte Trump hinzu und verteidigte das potenzielle Geschenk aus Katar als „transparente Transaktion“.
Katar zeigt sich betreffend des möglichen Flugzeug-Geschenks an die USA zurückhaltend
Aus Katar selbst wurden unterdessen Stimmen laut, die an der Rechtmäßigkeit des laut ABC News möglicherweise geplanten Flugzeug-Geschenks an Trump stark zweifeln lassen. Ali Al-Ansari, Katars Medienattaché in den USA, sagte gegenüber dem US-Online-Politikmagazin Politico, die Berichte über die Flugzeug-Schenkung an die USA seien „ungenau“ und „unzutreffend“, da jegliche Details des potenziellen Boeing-Transfers noch ausstünden.
„Die mögliche Übergabe eines Flugzeugs zur vorübergehenden Nutzung als Air Force One wird derzeit zwischen dem Verteidigungsministerium von Katar und dem US-Verteidigungsministerium erwogen, aber die Angelegenheit wird noch von den jeweiligen Rechtsabteilungen geprüft, und es wurde noch keine Entscheidung getroffen“, zitiert Politico Al-Ansari.
Auch aus Trumps eigenen Reihen regt sich herbe Kritik an Flugzeug-Geschenk
Während das potenzielle Geschenk Katars an die USA also noch auf konkretere Details warten lässt, regt sich in den USA bereits vehemente Kritik an der Haltung Trumps, das womöglich geschenkte Luxus-Flugzeug scheinbar bedenkenlos annehmen zu wollen, sollte es tatsächlich zu einer Übergabe kommen. Und das auch aus den eigenen Reihen. Die MAGA-Aktivistin und langjährige Trump-Loyalistin Laura Loomer machte ihrem Ärger angesichts Trumps Offenheit für das vermeintliche Geschenk aus Katar am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) Luft.
How are we supposed to ever see the US under the Trump admin designate the Muslim Brotherhood as a terrorist organization if the US is now going to accept a $400 million jet from Qatar to fly the US President and his staff around on?
— Laura Loomer (@LauraLoomer) May 11, 2025
This is something we were promised would… pic.twitter.com/TUFv6aykx6
Sollte das Emirat tatsächlich gewillt sein, der Trump-Regierung jene Boeing 747-8 zu schenken und sollte der US-Präsident das potenzielle Geschenk daraufhin nicht ausschlagen, käme dies Loomer zufolge einem „Schandfleck“ für seine Präsidentschaft gleich. Das Flugzeug mit einem Listenpreis von rund 400 Millionen US-Dollar nannte Loomer ein „Geschenk von Dschihadisten in Anzügen“, wie sie auf X ausführte. „Und das sage ich als jemand, der sich für Trump eine Kugel einfangen würde. Ich bin so enttäuscht“, betonte Loomer weiter. (fh)
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