Krieg in der Ukraine

Vor Schweizer Friedensgipfel: Selenskyj schmiedet Sicherheitspakt mit den USA

  • Momir Takac
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Frankreich und Deutschland haben der Ukraine bereits langfristige Unterstützung in Form von Sicherheitspakten zugesichert. Nun sollen die USA folgen.

Update, 13:56 Uhr: Elon Musk hat sich zu den Plänen zwischen den USA und der Ukraine, ein langfristiges Sicherheitsabkommen zu schließen, ablehnend geäußert. Der Tech-Milliardär reagierte auf einen Beitrag des US-Unternehmers David Sacks beim Kurznachrichtendienst X.

Sacks zitierte eine Erklärung der ukrainischen Regierung und schrieb dazu, dass die kürzlich gewährten Hilfen in Höhe von 57 Milliarden Euro erst der Anfang seien und die beiden nächsten US-Präsidenten das Vorhaben nicht aussetzen können. Musk antwortete: „Das ist verrückt. Der ewige Krieg.“

Erstmeldung vom 29. April 2024: Kiew/Washington, D.C. – Die USA sind bislang der stärkste Unterstützer der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen Russland. Die Dimension zeigt auch das Hilfspaket über 57 Milliarden Euro, das der US-Senat kürzlich billigte. Doch die beiden Länder wollen noch näher zusammenrücken. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat jetzt einen bilateralen Sicherheitspakt angekündigt.

Ukraine und USA planen „stärkstes aller Sicherheitsabkommen“

„Wir arbeiten bereits an einem konkreten Text“, sagte Selenskyj am Sonntag (28. April) in seiner abendlichen Videoansprache. Mit Frankreich, Großbritannien und Deutschland schloss Kiew bereits Vereinbarungen. Doch das mit den USA solle das stärkste aller Sicherheitsabkommen werden, fuhr der ukrainische Präsident fort.

Die Ukraine plant Präsident Selenskyj (l.) zufolge einen Sicherheitspakt mit den USA.

Selenskyj sagte nicht, wann der Sicherheitspakt zwischen Kiew und Washington unterzeichnet werden soll. Ebenso ist unklar, ob dies bis zum im Juni geplanten Friedensgipfel zur Ukraine in der Schweiz geschieht. Selenskyj wirft dem Kreml vor, die internationale Konferenz, die Mitte Juni im Anschluss an den G7-Gipfel in Italien stattfinden soll, verhindern zu wollen. Er beruft sich auf Geheimdienstinformationen.

Sicherheitspakt soll über zehn Jahre gelten

„Wir arbeiten auch an der Festlegung spezifischer Unterstützungsniveaus für dieses Jahr und für die nächsten zehn Jahre“, skizzierte Selenskyj das mit US-Präsident Joe Biden geplante Abkommen. Ihm zufolge soll es vier Bereiche umfassen:

  • finanzielle Hilfe
  • militärische Hilfe
  • Unterstützung für die gemeinsame Waffenproduktion
  • politische Unterstützung

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

„Das Abkommen sollte wirklich beispielhaft sein und die Stärke der amerikanischen Führung spiegeln“, erklärte Selenskyj weiter. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Unterstützer Kiews im Ukraine-Krieg. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft stellten die Vereinigten Staaten bis Ende Februar 2024 67 Milliarden Euro bereit, dazu kommt das nach zähem Ringen Ende April verabschiedete Hilfspaket im Umfang von 57 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Europäische Geldgeber und die EU kommen bislang auf rund 95 Milliarden Euro. (mt/dpa)

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