Wetter-Warnungen
Sturm wütet über Deutschland: Neue Wind-Warnung und Schnee-Info – 1000 Menschen evakuiert
VonJulia Hanigkschließen
Robin Dittrichschließen
Schwere Stürme zogen über den Norden Deutschlands. Größere Schäden blieben aus, obwohl bis zu Windstärken von bis zu 130 km/h gemessen wurden.
Update vom 23. Februar, 05:45 Uhr: Der Morgen nach dem Orkantief „Wencke“ im Norden. In der Nacht zu heute prognostizierten die Meteorologen Peaks von bis zu 170 km/h. Ab Mitternacht registrierten die Wetterstationen dann an der Westküste Böen der Stärke 11 oder 12. In Büsum (Kreis Dithmarschen) wurden Windspitzen mit bis zu 122 km/h gemessen, in Hörnum auf Sylt (Kreis Nordfriesland) bis zu 135 km/h und am Leuchtturm in der Kieler Förde bis zu 130 km/h, berichtet der NDR. Inzwischen sind die Orkanwarnungen weitestgehend aufgehoben. Um 05:08 Uhr warnte der DWD allerdings noch vor Unwetter und Orkanböen auf dem Brocken und „teils schwere Stürme“ im Norden und im Bergland, „sonst verbreitet Windböen“.
Keine größeren Schäden durch Sturmtief „Wencke“
Nun heißt es: Überblick verschaffen. Die Polizei warnte bereits im Vorfeld, auf herabstürzende Bäume und Äste zu achten. Schwere Schäden wurden nicht verursacht, Feuerwehren und Polizei verzeichneten keine besondere Häufung von Einsätzen, heißt es via dpa.
Nach Angaben der Einsatzleitstellen gab es in Schleswig-Holstein bis 4 Uhr morgens circa 140 Einsätze – hauptsächlich rückte dabei die Feuerwehr aus, um umgestürzte Bäume oder Baustellenabsperrungen zu entfernen. Das berichtet der NDR. Größere Schäden oder Verletzte seien bisher nicht bekannt. In Husum (Kreis Nordfriesland) mussten zwei Biike-Feuer gelöscht werden, die vermutlich durch die Böen wieder entfacht wurden. In Hamburg wurde in der Nacht die Autobahn A1 im Dreieck Norderelbe in Fahrtrichtung Hannover/Bremen kurzzeitig gesperrt, weil ein Baum auf die Fahrbahn gekippt war, wie es auf Twitter heißt.
#Hamburg #Sturm
— Autobahn #️⃣autobahnnothelfer (@A1nothelfer) February 23, 2024
Auf der #A1 war im Dreieck #Norderelbe (Hamburg), Fahrtrichtung Hannover/Bremen, ein Baum auf die Fahrbahn gekippt. Wegen der Beseitigung musste die A1 kurzfristig gesperrt werden. pic.twitter.com/ugITTGTbe2
Kaum Einschränkungen bei der Bahn
Ein Sprecher der Bahn erklärte zudem, dass es auch im Bahnverkehr keine sturmbedingten Störungen gäbe. Die DB Regio Schleswig-Holstein bei X, ehemals Twitter, berichtet allerdings: Züge müssten „auf bestimmten Abschnitten langsamer fahren als normalerweise“. Betroffen seien die Strecken zwischen Itzehoe und Westerland und Lübeck und Neustadt. Zwischen Schwerin und Lübeck lag in den frühen Morgenstunden ein umgestürzter Baum auf der Strecke. Am Bremer Flughafen wurden laut Webseite am frühen Morgen drei Flüge gestrichen.
Weiterhin deutschlandweit Sturmböen – zudem Gewitter
Update vom 22. Februar, 21.45 Uhr: Im Schwarzwald und der Nordseeküste gibt es nach wie vor Orkanböen sowie orkanartige Böen im gesamten Norden Deutschlands. Die Sturmböen auf dem Brocken hat der DWD inzwischen als extrem eingestuft. Der Schnee soll in den frühen Morgenstunden nicht nur in den Alpen fallen, sondern auch im südlichen Bayerwald.
Indes musste in Castrop-Rauxel eine Notunterkunft aufgrund der aktuellen Wetterlage evakuiert werden. Die fast 1000 Flüchtlinge wurden in der nahegelegene Europahalle untergebracht, hieß es seitens eines Sprechers der Bezirksregierung Münster.
Update vom 22. Februar, 19.15 Uhr: Auch weiterhin kann es bundesweit zu Sturmböen kommen, während Tief „Wencke“ über Deutschland hinwegzieht. Laut wetter.com bleibt es im Südosten verhältnismäßig ruhig, mit Windgeschwindigkeiten bis zu 70 km/h. Stürmisch wird es hingegen an der Nordseeküste sowie den vorgelagerten Inseln. Hier ist ein Orkan angesagt, der Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h bringt. Auch zu Gewittern kann es stellenweise kommen.
Vor allem Küstengebiete von Orkan betroffen
Update vom 22. Februar, 17.20 Uhr: Das Sturmtief „Wencke“ macht in einigen Regionen bereits mit heftigen Windböen auf sich aufmerksam. So gibt es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) auf dem Brocken aktuell extreme Orkanböen und auch im Schwarzwald sowie im Norden Deutschlands gibt es orkanartige Böen.
In einigen Küstengebieten hat der DWD bereits die Warnstufe 3 (Unwetterwarnung) ausgegeben. Im Rest Deutschlands gilt im Moment fast überall Warnstufe 2. Hier kann es ebenfalls zu Sturmböen kommen. Hinzu kommen Dauerregen im Westen und Südwesten sowie „ab dem Abend Schneefall in den Alpen“, so der DWD.
Orkan steuert auf Deutschland zu – Höhepunkt in der Nacht auf Freitag erwartet
Originalmeldung vom 22. Februar: München – Sturmtief „Wencke“ ist auf dem Weg nach Deutschland. Bereits im Laufe des Donnerstags (22. Februar) soll der Wind zunehmend stärker werden. In der Nacht auf Freitag findet der Sturm dann seinen Höhepunkt – mit orkanartigen Böen der Stärke 10.
Schwerer Sturm mit orkanartigen Böen der Stärke 10 erwartet
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet, dass es am Donnerstag in exponierten Lagen bereits zu Sturmböen zwischen 85 und 100 km/h kommt. Auf Feldberg und Brocken sind sogar orkanartige Böen bis zu 120 km/h möglich. In der Nacht zum Freitag nimmt der Südwestwind dann immer weiter zu. Vor allem an der Nordsee und im Norden Schleswig-Holsteins kommt es zu Orkanböen um 120 km/h, auf dem Brocken tobt ein extremer Orkan um 150 km/h.
Auch der Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net berichtet über den schweren Sturm, der vor allem den Norden Deutschlands betreffen soll. „Direkt an der Nordseeküste werden Böen um 120 bis 140 km/h erwartet.“ Wie Jung schreibt, sind auf der Nordsee laut des deutschen Wettermodells ICON sogar Böen mit bis zu 170 km/h möglich, was einem schweren Orkan entspräche. „Die Wettermodelle gehen durch die Decke“, heißt es beim Nordsee-Orkan.
Wärmster Februar seit über 140 Jahren – Frühling statt Winter im März
Für Wetter-Experte Dominik Jung war es im Februar nicht nur deutlich zu nass, sondern auch zu warm. „Aktuell hat der Monat eine mittlere Temperatur von 7,1 Grad. Ein normaler März hat typischerweise eine mittlere Temperatur von 4,6 Grad, da liegen wir in diesem Jahr schon im Februar voll drüber.“ Auch deshalb „geht es jetzt rund im Monat Februar“, sagt er zu bevorstehendem Sturm, Orkan und jeder Menge Regen. Es soll sich um den wärmsten Februar seit über 140 Jahren handeln. Schnee ist hingegen höchstens in höheren Lagen zu erwarten.
So lautet die Wettervorhersage für die kommenden Tage:
- Donnerstag: 9 bis 14 Grad, stürmisch, gegen Abend im Nordwesten Orkangefahr und viel Regen
- Freitag: 8 bis 12 Grad, durchwachsen, kühler, ab und zu Schauer
- Samstag: 7 bis 11 Grad, meist trüb und grau, wenig Sonne, aber auch kaum Regen
- Sonntag: 7 bis 12 Grad, Mix aus vielen Wolken, etwas Sonnenschein, einzelne Regenschauer
- Montag: 6 bis 10 Grad, Mix aus Sonnenschein, einzelne Wolkenfelder und kurze Regenschauer
- Dienstag: 6 bis 9 Grad, mal Sonnenschein, mal Wolken, etwas Regen
Der schwere Sturm mit orkanartigen Böen in der Nacht auf Freitag geht so schnell, wie er gekommen ist. Bereits im Laufe des Vormittags wird es deutlich windstiller. Nach dem Sturm in der Nacht auf Freitag sinken die Temperaturen dann erst einmal etwas. Mit fünf bis zehn Grad ist es für die Jahreszeit aber immer noch zu warm. Im März wird auch eher ein Frühlingsdurchbruch als eine Rückkehr zu winterlichen Bedingungen erwartet. „Sämtliche Berechnungen in Sachen Märzwinter sind aktuell aus den Wettertrends verschwunden.“ (rd)
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