Beratungen in Ramstein

Kurz vor Trumps Amtseinführung: Selenskyj nimmt an Ukraine-Treffen in Deutschland teil

Ukrainischer Präsident Selenskyj
+
Der ukrainische Präsident Selenskyj wird am Donnerstag in Ramstein eintreffen. (Archivfoto)
  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
    schließen

Angesichts des Ukraine-Treffens in Ramstein wird Präsident Selenskyj am Donnerstag nach Deutschland kommen. Thematisiert werden weitere Hilfen für Kiew.

Berlin/Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt nach eigenen Angaben am Donnerstag an einem Treffen zur Unterstützung der Ukraine im rheinland-pfälzischen Ramstein teil. Er werde Gespräche auf Ebene der Verteidigungsminister und Militärkommandeure führen, sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner allabendlichen Videoansprache.

Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein kommen am Donnerstag Verteidigungsminister der Ukraine-Kontaktgruppe zusammen, neben Ressortchefs wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) werden auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte sowie Vertreter von insgesamt rund 50 Ländern erwartet.

Ukraine-Treffen in Ramstein: Beratungen um weitere Unterstützung im Kampf gegen Putin

Das Treffen findet wenige Tage vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump statt. Auf der größten Air Base außerhalb der Vereinigten Staaten beraten Verteidigungsminister und ranghohe Militärs über die weitere Unterstützung der Führung in Kiew im Ukraine-Krieg gegen Russland. Trump hatte wiederholt die massiven US-Hilfen für die Ukraine kritisiert.

Zu der Konferenz hat US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die Mitglieder der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe eingeladen. Dazu gehört Deutschland. Wie bei früheren Treffen im pfälzischen Ramstein werden auch Vertreter von Staaten erwartet, die nicht der Nato angehören.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Pistorius will bei Ukraine-Hilfen nicht nachlassen – Deutschland muss „abwehrbereit bleiben“

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius warnt davor, bei der Unterstützung der Ukraine nachzulassen. „Wenn wir das morgen tun, wäre das übermorgen das Ende der Ukraine, eines freien, souveränen, demokratischen Landes. Und wer kommt als Nächstes?“, sagte Pistorius bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD in Marburg. Er sei sehr dafür, „dass wir immer die Türen für Verhandlungen auflassen“. Es müsse jederzeit möglich sein, über Frieden zu sprechen, aber nicht zu den Bedingungen, die Russlands Präsident Wladimir Putin gestellt habe.

Friedenssehnsucht und Friedenswunsch seien nachvollziehbar, doch Deutschland müsse „abwehrbereit bleiben. Wir müssen uns stärken. Unbedingt. Und das gilt mehr denn je.“ Mit Blick auf Parteien „an den Rändern des politischen Spektrums“, die er nicht namentlich nennen wolle, erklärte Pistorius, Russlands Ziel sei es, das Vertrauen in die demokratischen Institutionen Deutschlands zu zerstören. Eine hybride Kriegsführung finde längst statt. Dafür schrecke Moskau auch nicht davor zurück, diese Parteien zu unterstützen „und digitale Plattformen und Netzwerke für die eigene Propaganda zu nutzen“, so der Minister. „Wir dürfen Desinformationen keine offene Flanke lassen.“ (nak/AFP/dpa)

Mehr zum Thema