„Nötige Loyalität mitbringen“

Sogar im Trump-Team nimmt die Besorgnis vor Robert F. Kennedy zu – Das Weiße Haus macht sich bereit

  • Victoria Krumbeck
    VonVictoria Krumbeck
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Einige Trump-Ratgeber stellen die Nominierung Kennedys als Gesundheitsminister infrage. Sie hinterfragen seine Loyalität und treffen Vorkehrungen.

Washington D.C. – Der designierte Präsident Donald Trump steht kurz vor der offiziellen Übernahme des Präsidentenamtes. Am 20. Januar findet Trumps Amtseinführung statt. Danach fängt die offizielle Arbeit des neuen Präsidenten und seines Teams an. Seit Trumps Wahl im November wird der Übergang der Geschäfte vorbereitet. Neues Mitglied seiner Regierung wird voraussichtlich auch Robert F. Kennedy Jr., der das Amt des Gesundheitsministers übernehmen soll. Seine Nominierung ist umstritten. Auch für das Trump-Team stellt er eine Herausforderung dar.

Trump-Berater zweifeln an Kennedys Loyalität als Gesundheitsminister

Noch bevor Kennedy in sein Amt einberufen wurde, machen sich die Beamten, die für den Übergang der Regierungsgeschäfte zuständig sind, Gedanken, wie sie Kennedys Macht beschränken können. Konkret sollen die Führungspositionen im gesamten Gesundheitsministerium mit Verbündeten der Republikaner besetzt werden, bevor Kennedy sein Amt antritt. Das berichteten republikanische Beamte, die mit dem Übergangsprozess der Regierung vertraut sind, Politico.

Robert F. Kennedy Jr. ist als Gesundheitsminister der neuen Trump-Regierung nominiert.

Einige der Trump-Berater scheinen Kennedy noch nicht vollständig zu vertrauen. „Es besteht die Befürchtung, dass sie einen Kennedy zum Gesundheitsminister gemacht haben – also nicht nur einen Demokraten, sondern einen Demokraten, der zufällig ein Kennedy ist“, sagte ein ehemaliger hochrangiger Gesundheitsbeamter Trumps, der anonym gehalten wird. „Das Weiße Haus möchte unbedingt sicherstellen, dass sie seine Leute um ihn herum haben.“

Kennedy soll Gesundheitsminister werden: Trump-Berater stellen Konservative ein

Eine Frau, die Kennedy im Auge behalten soll, ist die republikanische Anwältin Heather Flick. Sie wurde zu Kennedys Stabschefin ernannt und kann in dieser Position die Prioritäten des Gesundheitsministers beeinflussen. Flick war bereits während Trumps erster Amtszeit eine hochrangige Beamtin des Gesundheitsministeriums, die als überzeugte Konservative gilt.

Daneben soll auch die Gesundheitsexpertin Hannah Anderson vom Trump-nahen America First Policy Institute eine Funktion in Kennedys Führungsteam übernehmen. Auch andere Personen, die während Trumps erster Amtszeit im Gesundheitsministerium gearbeitet haben, werden wieder eingestellt. Darunter John Brooks, der als Chief Operating Officer für das Centers for Medicare & Medicaid Services zurückkommen soll.

Sorge um Kennedy – Trump-Berater prüfen „nötige Loyalität“

Kennedy, der aus der demokratischen Kennedy-Dynastie kommt, war bei den Präsidentschaftswahlen 2024 als unabhängiger Kandidat angetreten. In den Swing States zog er sich zum Ende des Wahlkampfes zurück, um Trump zu unterstützen. Kennedy gilt als radikaler Impfgegner und Verschwörungstheoretiker. Dem amerikanischen Gesundheitswesen begegnet er mit großer Skepsis.

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Die Trump-Berater versuchen durch die Einsetzung der Gesundheitsbeamtinnen und Beamten Kennedy etwas einzugrenzen. „Sie haben ihm eine gewisse Flexibilität bei der Einstellung von Mitarbeitern eingeräumt, aber das hat natürlich Grenzen“, sagte einer der Republikaner, der mit der Übergangsphase vertraut ist. Zudem hätten Trumps leitende Mitarbeiter die Loyalität von Kandidaten für wichtige Posten genauer geprüft. „Sie suchen nach Leuten, die die Behörden und Ministerien wirklich gut kennen – und die auch die nötige Loyalität mitbringen.“ Kennedy wird diese Treue bald unter Beweis stellen können. (vk)

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