Hilfe für Trump
Kaution in Millionenhöhe: Milliardäre sammelten offenbar Geld für Trump
VonChristian Störschließen
Donald Trump muss in New York ursprünglich eine enorm hohe Kaution stellen. Reiche Freunde wollten ihm helfen, das Geld aufzubringen. Das ist nun nicht mehr notwendig.
New York – Donald Trump braucht Geld – und zwar dringend. Immerhin muss er in seinem Betrugsprozess in New York eine Millionenstrafe berappen. Doch eine Summe von mehr als 450 Millionen Dollar konnte offenbar auch Trump nicht so einfach aufbringen. Da war guter Rat teuer. Konnte ihm jemand aus der Patsche helfen?
Trump hatte Glück – und zwar aus zwei Gründen. Zum einen hat ein Berufungsgericht die Kaution reduziert und ihm mehr Zeit für die Zahlung eingeräumt. Zum anderen aber wäre ihm wohl in letzter Sekunde doch noch Hilfe aus den höchsten Finanzkreisen zuteilgeworden.
Finanzhaie sammeln Geld für Donald Trump
Offenbar organisierten einige Finanzhaie eine Sammlung für den früheren US-Präsidenten, der laut Angaben seines Teams nicht in der Lage war, die vom Gericht geforderte Summe aufzubringen. Nach der Entscheidung des Berufungsgerichts in New York sei die Spendenaktion aber nicht mehr notwendig gewesen. Dies berichteten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Wer aber zählt nun zu jenen Freunden, die dem angeschlagenen Trump auch in höchster finanzieller Not beizustehen bereit waren? Zwei Namen wurden von Reuters genannt: John Paulson und Harold Hamm. Beide reagierten nicht sofort auf Bitten um eine Stellungnahme.
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Milliardäre unterstützen Wahlkampf von Donald Trump
Bei beiden handelt es sich um Milliardäre. Paulson ist Hedgefonds-Manager, der Öl- und Gasmagnat Hamm ist Gründer des Unternehmens Continental Resources. Beide sind auch an einer bevorstehenden Wahlkampfspendenaktion für Trump beteiligt. Paulson ist auf der Einladung für die Veranstaltung als Gastgeber und Hamm als Mitvorsitzender aufgeführt. Mit dem dort gesammelten Geld sollen demnach Trumps Wahlkampagne, das Führungskomitee der Republikaner und eine Organisation unterstützt werden, die bereits einen Teil der Anwaltskosten Trumps übernommen hat.
Schon Mitte März soll Trump einem Bericht zufolge Paulson im Falle eines Wahlsiegs bei der US-Wahl im November als Finanzminister ins Gespräch gebracht haben. Paulsons Name sei bei den jüngsten Beratungen gefallen, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Gespräche seien informell und vorläufig. Trump habe aber noch keine Entscheidung über ein mögliches Kabinett getroffen. Ein Sprecher Trumps sagte, es habe keine Überlegungen darüber gegeben, wer einer zweiten Trump-Regierung angehören werde. Paulson ist Gründer der Firma Paulson & Co.
Spendensammlung für Trump derzeit kein Thema mehr
Der Sprecher der Trump-Wahlkampagne, Steven Cheung, widersprach auf Anfrage, dass es eine Geldsammlung gegeben habe. Trump verfüge über „mehr als genug Geld“, um die Sicherheitsleistung selbst zu bezahlen. Ohnehin ist das Thema derzeit nicht mehr akut. Die Bürgschaft von 175 Millionen Dollar (etwa 160 Millionen Euro) kann Trump wohl auch ohne Hilfe innerhalb von zehn Tagen aufbringen. Jedenfalls kündigte der 77-Jährige umgehend an, die Auflagen zu erfüllen: „Ich respektiere die Entscheidung des Gerichts zutiefst und werde die 175 Millionen Dollar in Bar, in Anleihen oder Bürgschaften hinterlegen“, sagte er.
Trump war Mitte Februar zu einer Zahlung von 354,9 Millionen Dollar plus Zinsen verurteilt worden, die laufend addiert werden. Ihm wurde am 23. Februar eine Frist von 30 Tagen zugesprochen, um diese Summe oder eine Sicherheitsleistung zu erbringen. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der frühere Präsident sein Vermögen zu hoch angegeben hatte, um Kreditgeber zu betrügen. Trump weist wie in all seinen Gerichtsverfahren jede Schuld von sich. (cs)
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