Jet der 5. Generation

Putin schickt neue Kampfjets mit der „Antwort auf den Taurus“ in den Ukraine-Krieg

  • Nils Thomas Hinsberger
    VonNils Thomas Hinsberger
    schließen

Kiew steht vor einem neuen Problem: Russland intensiviert den Einsatz seiner neuen Kampfjets – doch Patriot-Systeme könnten Abhilfe schaffen.

Moskau – Der Ukraine-Krieg hat längst den Luftraum über dem Land erreicht. Ukrainische Politiker fordern deshalb mit Nachdruck Unterstützung für ihre Luftabwehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies dabei auf die Luftverteidigung Israels und forderte für sein Land eine ähnliche Unterstützung. Doch mit Blick auf die Erfolge der russischen Luftwaffe scheint diese Unterstützung nicht schnell genug ankommen zu können – denn Russlands Präsident Wladimir Putin setzt bei seinem völkerrechtswidrigen Überfall auf das Nachbarland vermehrt auf modernste Kampfflugzeuge.

Russland setzt auf Kampfjets der 5. Generation – Der SU57 macht der Ukraine zu schaffen

Im Februar hatten ukrainische Quellen zum ersten Mal einen Angriff von Russlands Kampfjets des Typs SU-57. Seitdem soll sich die Zahl der Angriffe deutlich erhöht haben. Zwischen dem 15. April und dem 15. Mai habe Putins Luftwaffe mehr als sechs Angriffe mit den hochmodernen Kampfflugzeugen geflogen, berichtete das Nachrichtenportal Military Watch Magazine.

Wladimir Putin setzt im ukraine-Krieg vermehrt auf Russlands fortschrittlichsten Kampfjet. Den SU-57.

Innerhalb der russischen Luftwaffe soll es bislang erst ein Regiment geben, dass über die Kampfflugzeuge vom Typ SU-57 verfügt. Die Einsatzmöglichkeiten des Jets stellen sich als äußerst vielseitig dar. Laut dem Nachrichtenportal Defence Blog ist der Tarnkappenjäger des Herstellers Sukhoi für eine Reihe von Angriffsszenarien auf Boden-, Luft- und Seeziele konzipiert. Doch den entscheidenden Vorteil soll die Bewaffnung der Flugzeuge bringen.

„Russlands Antwort auf den deutschen Taurus“ – Putins Marschflugkörper mit 300 Kilometern Reichweite

KH-69 heißen die Marschflugkörper, mit denen die SU-57 ausgestattet ist. In russischen Medien werde schon von „Russlands Antwort auf den deutschen Taurus“ gesprochen, wie Defence Blog berichtete. Mit einer offiziellen Reichweite von etwa 300 Kilometern kommt er zwar nicht ganz an die des Taurus‘ heran. Experten des International Institute for Strategic Studies (IISS) beobachteten bei Flugtests aber Ähnlichkeiten zwischen den beiden Modellen.

Im Gegensatz zu vorherigen russischen Raketen stelle die KH-69 in jedem Fall einen deutlichen Fortschritt dar, schreibt das ukrainische Portal The New Voice Of Ukraine. Ein weiterer Vorteil stellt die universelle Einsetzbarkeit des Marschflugkörpers dar. Denn die KH-69 kann auch an ältere Flugzeugmodelle wie die SU-35 angepasst werden.

Russlands neue Raketen im Ukraine-Krieg – Patriot-Systeme könnten die Lösung sein

Im April wurden die Marschflugkörper vor allem für Angriffe auf die Energieinfrastruktur genutzt, berichtete Focus Online. Dabei stellen die KH-69 ein echtes Problem für die schwächelnde ukrainische Luftabwehr dar. Die schnellen und einfach zu bedienenden Raketen seien von der Luftverteidigung der Ukraine kaum zu treffen, wie ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Ilja Jewlasch, gegenüber New Voice of Ukraine erklärte.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Lösung könnten Patriot-Luftabwehrsysteme sein. Diese seien in der Lage, weitaus schnellere Raketen zu treffen, so Jewlasch. „Höchstwahrscheinlich wird das Patriot-Luftverteidigungssystem auch in der Lage sein, ihr entgegenzuwirken, da es bereits gegen weitaus ausgefeiltere Raketen seine Stärke bewiesen hat“.

Produktion von Russlands neustem Kampfflugzeug stagniert wegen westlicher Sanktionen

Doch Russlands neue Waffe im Ukraine-Krieg könnte bis auf Weiteres eine Seltenheit am Himmel über der Ukraine sein. Denn laut den US-Experten vom National Interest würden westliche Sanktionen und Produktionsverzögerungen die Fertigung der SU-57 beeinträchtigen. Vielleicht verfügt auch deshalb erst eine Einheit über die Kampfflugzeuge. Mit lediglich 22 im Einsatz befindlichen SU-57 sei dies aber nicht einmal ein vollständiges Regiment, so das Military Watch Magazine. (nhi)

Rubriklistenbild: © SNA/DIMITAR DILKOFF/IMAGO/dpa