Ukraine-Krieg

Selenskyj bleibt siegessicher – „2023 wird Jahr unseres Sieges“

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  • Karolin Schaefer
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Während Wagner-Söldner Erfolge rund um Bachmut verkünden, zeigt sich Selenskyj siegessicher. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

  • Bachmut: Söldner der Wagner-Truppen melden Militärerfolge
  • Hilfe für die Ukraine: Melnyk fragt nach deutschem U-Boot
  • Hinweis der Redaktion: Lesen Sie aktuelle Entwicklungen aus dem Ukraine-Konflikt in unserem Newsticker. Die hier verarbeiteten Informationen zum Ukraine-Krieg stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland und der Ukraine. Sie lassen sich deshalb in Teilen nicht unabhängig überprüfen.

Dieser Ticker wird nicht mehr aktualisiert. Lesen Sie aktuelle News zum Ukraine-Krieg hier.

Selenskyj bleibt siegessicher – „2023 wird Jahr unseres Sieges“

+++ 22.15 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich im Ukraine-Krieg siegessicher gezeigt – trotz der schwierigen Lage an der Front. „2023 muss und wird definitiv das Jahr unseres Sieges sein!“, schrieb das Staatsoberhaupt am Sonntag beim Kurznachrichtendienst Telegram. Doch „die Situation ist sehr hart“, räumte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft ein. Besonders im Gebiet Donezk befänden sich die Städte Bachmut und Wuhledar unter ständigem russischen Beschuss. Trotz hoher Verluste reduziere Russland seine Angriffsintensität nicht.

Ukrainische Soldaten stehen oben auf einem APC, bevor sie an die Frontlinie in der Region Donezk, fahren.

„Russland hofft, den Krieg zu verlängern und unsere Kräfte zu erschöpfen“, so Selenskyj. Deshalb müsse die Ukraine die Zeit als Waffe nutzen. „Wir müssen die Ereignisse beschleunigen.“ Ein Schlüsselfaktor sei vor allem die Geschwindigkeit bei der Lieferung westlicher Militärhilfen. Selenskyj pochte einmal mehr auf weitere Waffenlieferungen – über die zugesagten Kampfpanzer hinaus.

News zum Ukraine-Krieg: Wagner-Söldner verkünden weitere Eroberung bei Bachmut

+++ 20.45 Uhr: Die berüchtigte Söldner-Truppe Wagner will ein weiteres Dorf in der Nähe von Bachmut eingenommen haben, berichtete CNN. Die Truppe habe „das Dorf Blahodatne befreit und damit die volle Kontrolle über die angrenzenden Siedlungen erlangt“, hieß es auf dem offiziellen Telegram-Kanal. Blahodatne liegt etwa sechs Kilometer nördlich von Bachmut in der Oblast Donezk.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Um die Eroberung zu bestätigten, veröffentlichten die Söldner Fotos und Videos von den Kämpfern am Eingang der Siedlung. Die Einnahme würde es ihnen ermöglichen, den Druck auf die ukrainischen Truppen am nordöstlichen Stadtrand von Bachmut erhöhen. Auch rund um Soledar wüteten heftige Kämpfe. Dort hatten sich die ukrainischen Truppen zuletzt zurückgezogen. Das Gebiet rund um Bachmut bleibt umkämpft.

News zum Ukraine-Krieg: Drei Tote nach Beschuss in Cherson

+++ 19.10 Uhr: Drei Menschen wurden infolge eines russischen Beschusses im südukrainischen Cherson getötet. Sechs weitere Personen seien verletzt worden, teilte die Gebietsverwaltung am Sonntag mit. Getroffen wurde unter anderem ein Klinikgebäude. Die Gebietshauptstadt der gleichnamigen Oblast wurde zwar von der ukrainischen Armee vor wenigen Monaten zurückerobert, allerdings auch immer wieder von Russlands Streitkräften beschossen.

Das russische Militär meldete hingegen in der benachbarten Region Saporischschja von vier Toten durch einen ukrainischen Angriff. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich nur schwer unabhängig prüfen.

News zum Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte nach Angriff in Melitopol

+++ 18.15 Uhr: Vier Menschen starben und fünf wurden verletzt, als ukrainische Streitkräfte eine Brücke im südostukrainischen Bezirk Melitopol angriffen, wie die von Russland unterstützten Behörden am Sonntag (29. Januar) mitteilten. Der von Russland eingesetzte Leiter des besetzten Teils der ukrainischen Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, schrieb in der Nachrichten-App Telegram, dass eine Rakete von einem Himars-System auf eine Eisenbahnbrücke über den Fluss Molotschna im Bezirk Melitopol abgefeuert wurde. Die Region Saporischschja, in der sich das größte Kernkraftwerk Europas befindet, ist seit der Invasion teilweise von Russland besetzt.

Cherson offenbar angegriffen – Zivilisten verletzt und getötet

+++ 16.30 Uhr: Am Sonntagnachmittag (29. Januar) meldete die Militärverwaltung des Gebiets Cherson, dass die Russen das Gebiet über eine Stunde lang massiv beschossen haben. Dabei sollen mehrere Menschen getötet und verletzt worden sein, berichtet die Zeitung ukrainska pravda. Auch zivile Einrichtungen wurden angegriffen. „In Cherson wurde das klinische Krankenhaus der Oblast angegriffen. Eine Krankenschwester wurde verletzt“, sagte der ukrainische Gesundheitsminister des Gebiets Cherson. Von der Regierung gibt es bisher zu den Einzelheiten der Angriffe keine Äußerung.

Melnyk fordert deutsches U-Boot – Scholz will weiter mit Putin telefonieren

+++ 13.15 Uhr: Kanzler Olaf Scholz will auch weiterhin versuchen, in direkten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ein Ende des Krieges gegen die Ukraine hinzuwirken. „Ich werde auch wieder mit Putin telefonieren - weil es nötig ist, dass miteinander gesprochen wird“, sagte der SPD-Politiker dem Tagesspiegel: „Es ist an Putin, Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen und diesen furchtbaren unsinnigen Krieg zu beenden, der schon Hunderttausenden das Leben gekostet hat.“

News zum Ukraine-Krieg: Melnyk fragt nach deutschem U-Boot

Update vom Sonntag, 29. Januar, 11.00 Uhr: Der ukrainische Vizeaußenminister Andrij Melnyk hat angeregt, dass Deutschland der Ukraine ein U-Boot zur Verfügung stellt. „Deutschland (Thyssenkrupp) stellt eines der besten U-Boote der Welt her, die HDW-Klasse 212A. Die Bundeswehr hat 6 solcher U-Boote. Warum schickt man nicht eines in die Ukraine?“, schrieb Melnyk auf Twitter. Damit könnte die russische Flotte aus dem Schwarzen Meer vertrieben werden, so Melnyk.

News zum Ukraine-Krieg: Tag 340 der russischen Invasion

Erstmeldung: Kiew - Der Ukraine-Krieg dauert inzwischen seit mehr als elf Monaten an. Ein Ende ist nicht in Sicht. Vor allem im Osten der Ukraine wird derzeit heftig gekämpft. Was an Tag 340 der russischen Invasion wichtig ist:

News zum Ukraine-Krieg: Kiew bittet um Lieferung von Raketen

Nach Angaben des Präsidentenberaters Mychajlo Podoljak führen die Ukraine und ihre Verbündeten derzeit Gespräche über mögliche Raketenlieferungen. Die Gespräche schritten rasch voran, sagte Podoljak dem ukrainischen Sender Freedom.

Die Ukraine brauche Raketen, um russischen Angriffen auf ukrainische Siedlungen und Zivilisten zuvorzukommen, betonte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner nächtlichen Videobotschaft. Die Ukraine benötige ATACMS-Raketen aus US-Produktion, die eine Reichweite von 185 Meilen hätten. Washington hatte es bislang abgelehnt, solche Waffen an die Ukraine zu liefern.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj setzt Sanktionen in Kraft

Zugleich hat Selenkyj Sanktionen gegen 185 Unternehmen und Personen in Kraft gesetzt, die Russlands Angriffskrieg unterstützen. Bestraft werden demnach Firmen und Unternehmer, die im Auftrag des „Aggressorstaates“ Personal und Militärtechnik per Bahn transportieren, sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft. Das beschlagnahmte, verfügbare Vermögen komme der Landesverteidigung zugute.

Auch belarusische Firmen, die Russland bei den Transporten unterstützen, stehen auf der Liste mit 182 Firmen und drei Personen. Laut der vom Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine veröffentlichten Liste sind die sanktionierten Unternehmen vor allem in den Bereichen Warentransport, Fahrzeugleasing und Chemieproduktion tätig.

Niemand könne darüber hinwegsehen, dass Russland täglich seinen Terror fortsetze, sagte Selenskyj. In der Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk seien bei russischen Raketenangriffen gegen Wohngebäude am Samstag 3 Menschen getötet und 14 weitere verletzt worden. Der Präsident betonte mit Blick auf die in Aussicht gestellten Militärhilfen des Westens, dass die Ukraine dringend Raketen mit größerer Reichweite benötige, um solche Angriffe abzuwehren. (red/kiba/dpa/afp)

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