Tote und verwundete Soldaten

Verluste im Ukraine-Krieg: Aktuelle Zahlen zu toten und verwundeten Soldaten

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die Verluste im Ukraine-Krieg steigen weiter – auf beiden Seiten. Die genauen Daten liegen nicht vor, Schätzungen malen aber ein düsteres Bild.

Moskau/Kiew – Die Verluste im Ukraine-Krieg sind extrem hoch – sowohl für Russland als auch für die Ukraine. Allerdings ist unklar, wie viele Soldaten Moskau und Kiew bisher wirklich verloren haben. Beide Kriegsparteien vermelden täglich gegnerische Verluste. Ihre eigenen Opferzahlen legen sie jedoch höchst selten dar. Eine unabhängige Verifizierung ist unmöglich. Auch ist klar: Die eigenen Verluste werden auf beiden Seiten heruntergespielt. Die gegnerischen hingegen werden höher dargestellt. Aus diesem Grund sind nur Schätzungen der Verluste möglich.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Verluste im Ukraine-Krieg: Nato schätzt Zahl getöteten oder verletzten Soldaten aus Russland

Anfang April hat sich ein ranghoher Nato-Beamter zu den Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg geäußert. Seiner Einschätzung zufolge sind rund 900.000 russische Soldaten bisher getötet oder verletzt worden, 250.000 sollen im Kampf gefallen sein. Allein für Februar wird von mehr als 35.100 russischen Verlusten ausgegangen. Mit Verlusten sind immer getötete oder verwundete Soldaten gemeint. Ende Oktober 2024 hatte die Nato noch von etwa 600.000 Verlusten gesprochen.

Zum Hintergrund der stark gestiegenen Zahlen sagte der Nato-Beamte laut Deutscher Welle, ein großer Teil hänge mit den ausgeweiteten Kampfzonen der vergangenen Wochen zusammen. Zudem seien auch Militäroperationen zum Teil etwas intensiver gewesen. Die Zahl der im Einsatz für Russland getöteten Soldaten aus Nordkorea bezifferte er derweil auf rund 1500. Etwa 3500 weitere wurden demnach verwundet.

Die Kämpfe im Ukraine-Krieg dauern an – die Verluste steigen von Tag zu Tag. (Archivbild)

Neue Daten zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg: Mehr als 100.000 tote Soldaten verifiziert

Zahlen zu den russischen Verlusten werden auch vom russischsprachigen Dienst der britischen Rundfunkanstalt BBC und dem unabhängigen russischen Nachrichtenportal Mediazona veröffentlicht. Nach der letzten Aktualisierung vom 23. Mai konnten inzwischen 109.625 getötete Soldaten namentlich verifiziert werden.

Diesen Daten liegen verifizierte, öffentlich verfügbare Quellen zu Grunde. Darunter fallen Social-Media-Posts von Familienmitgliedern, lokale Nachrichtenberichte und offizielle Ankündigungen regionaler Behörden. Da nicht jeder Militärtod öffentlich bekannt wird, dürften die Verluste für die Armee von Wladimir Putin noch deutlich höher sei.

Schätzungen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg im Überblick

  • 185.000 bis 260.700 Tote (BBC News Russland, 1. Mai)
  • 950.000 Tote und Verwundete (Britischer Geheimdienst, 3. Mai)
  • 109.625 Tote namentlich identifiziert (Mediazona, 23. Mai)
  • 981.850 Tote und Verwundete (Generalstab der Ukraine, 26. Mai)

Projekt beziffert Verluste der Ukraine im russischen Angriffskrieg

Auch die Ukraine erleidet seit dem Einmarsch der russischen Truppen in ihr Land enorm hohe Verluste. Ende November 2024 schätzte die britische Zeitung The Economist die ukrainischen Verluste auf 60.000 bis 100.000 Tote und 400.000 Verwundete. Kurz danach sprach auch der gut vernetzte ukrainische Kriegskorrespondent Jurij Butusow von 70.000 getöteten und 35.000 vermissten Soldaten. Er berief sich dabei auf Quellen im Hauptquartier der ukrainischen Streitkräfte.

Anfang Februar gab dann der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj konkrete Zahlen bekannt: In einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan bezifferte er die Verluste der ukrainischen Streitkräfte auf 45.100 Gefallene. 390.000 Soldaten seien verletzt worden. Nach Schätzungen westlicher Geheimdienste sind allerdings sehr viel mehr ukrainische Soldaten bisher im Ukraine-Krieg gefallen: Es ist von bis zu 100.000 Toten die Rede.

Zahlen meldet auch das Ende 2023 gestartete Projekt UALosses, das von Mediazona und BBC News Russland als zuverlässig eingestuft wird. Anhand öffentlich zugänglicher Quellen konnten bisher 76.010 tote ukrainische Soldaten namentlich verifiziert werden.

Schätzungen zu den Verlusten der Ukraine in Putins Angriffskrieg

  • 80.000 Tote, 400.000 Verwundete (Wall Street Journal, 17. September)
  • 906.000 Tote und Verwundete (Verteidigungsministerium in Moskau, 19. November)
  • 60.000 bis 100.000 Tote, 400.000 Verwundete (The Economist, 26. November)
  • 70.000 Tote, 35.000 Vermisste (Jurij Butusow, 4. Dezember)
  • 76.010 Tote namentlich identifiziert, 64.995 Vermisste (UALosses, 12. Mai)

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Donald Trump fordert wegen der hohen Verluste im Ukraine-Krieg eine Waffenruhe

Schon vor seinem Amtsantritt hatte sich auch Donald Trump zu den Verlusten im Ukraine-Krieg geäußert. Der Republikaner sprach davon, dass „fast 600.000 russische Soldaten verwundet oder tot“ seien. Die Ukraine wiederum habe „400.000 Soldaten und noch viel mehr Zivilisten“ verloren. Trump forderte damals eine sofortige Waffenruhe.

Nach dem Beginn seiner zweiten Amtszeit war er dann zunächst deutlich auf Russland zugegangen – und hatte Gespräche in Saudi-Arabien auf den Weg gebracht. Kreml-Chef Putin hat aber einem Vorschlag für eine bedingungslose Waffenruhe bisher eine Absage erteilt. Selenskyj sagte dazu: Putin habe den Krieg nie beenden wollen: „Er will uns komplett zerstören.“ (cs)

Rubriklistenbild: © ITAR-TASS/Imago

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