Die Sonne gibt alles

„Extremes Sonnenhoch“ nimmt kein Ende: Warum das Traumwetter bald zum Albtraum werden könnte

  • VonDominik Jung
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Was nach einem Frühlingsmärchen klingt, birgt ernste Gefahren: Experten warnen vor dramatischen Folgen der Dauersonne – für Böden, Wälder und unsere Gesundheit.

München – Während sich viele Menschen über den sonnigsten März seit Jahrzehnten und einen ebenso strahlenden April freuen, schlagen Meteorologen mittlerweile mahnende Töne an. Dominik Jung, Diplom-Meteorologe und Sachbuchautor von wetter.net, erklärt: „Wir erleben aktuell ein extremes Sonnenhoch – mit bis zu 13 Sonnenstunden pro Tag. Solche Werte liegen weit über dem langjährigen Mittel und haben direkte Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.“

Aktuell bekommt Deutschland viel Sonnenschein ab. Aber was macht das auf Dauer mit uns und der Natur?

Viel Sonne nicht immer gut – Experte warnt vor Nebenwirkungen des Wetterglücks

Laut Jung bringe das ungewöhnlich stabile Hochdruckwetter nicht nur Vorteile wie Spitzenwerte bei der Solarstromproduktion, sondern erhöhe auch das Risiko für Waldbrände, Austrocknung von Böden und gesundheitliche Belastungen durch UV-Strahlung. Besonders alarmierend: Auch für die kommenden Wochen seien kaum nennenswerte Niederschläge in Sicht.

Mit jedem weiteren Tag ohne Regen sinkt die Bodenfeuchte – ein oft unterschätztes Problem. Landwirte beobachten bereits besorgt, wie sich die oberen Erdschichten in Staub verwandeln. Die Vegetation steht unter Trockenstress, was sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten macht. Wälder trocknen aus, das Unterholz wird zum Zunder – ideale Voraussetzungen für die Entstehung von Waldbränden. In einigen Regionen wurde bereits die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen. Besonders heikel: Frühling ist eigentlich die Zeit des Wachstums, doch ohne ausreichende Feuchtigkeit geraten natürliche Kreisläufe ins Wanken.

Schattenseiten für die Gesundheit: Wenn Sonne zur Belastung wird

Neben ökologischen Folgen trifft das trockene Wetter und die Dauerbesonnung auch den Menschen selbst. Zwar hebt Sonnenlicht nachweislich die Stimmung, doch zu viel des Guten kann gesundheitsschädlich sein. Die UV-Belastung steigt deutlich, Sonnenbrände drohen schon nach kurzer Zeit im Freien – selbst bei moderaten Temperaturen. Hautärzte warnen vor einer falschen Sicherheit bei kühlem Wind, der das Sonnenrisiko verschleiert.

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Auch der Körper trocknet schneller aus, was vor allem bei älteren Menschen und Kindern zu Kreislaufproblemen führen kann. Die klare Botschaft: Sonnenschutz und Flüssigkeitszufuhr sind jetzt wichtiger denn je – auch wenn der Himmel noch so schön aussieht.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Heinz Gebhardt

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