Anklage gegen Ex-Präsidenten
US-Republikaner: „Trump kandidiert nur, um nicht ins Gefängnis zu müssen“
VonFranziska Schwarzschließen
Eine vierte Anklage gegen Trump? Prinzipiell kein Hindernis für eine Kandidatur – ein Republikaner-Kollege schäumt dennoch.
Washington – Donald Trump will nur deshalb nochmals als US-Präsidentschaftskandidat antreten, „um nicht ins Gefängnis zu müssen“. Dieser Überzeugung ist der Republikaner Will Hurd. Im Interview mit CNN sagte er: „Hier geht es um einen Präsidenten, der versucht, eine Wahl zu stürzen und eine Verschwörung anzuzetteln.“
Hurd, Ex-Kongressabgeordneter für Texas, ist bei der US-Wahl 2024 Rivale von Trump. CNN fragte Hurd auch zu den Berichten, wonach dem Ex-Präsidenten Trump eine weitere Anklage in Georgia droht. „Für mich ist es ein Hinweis darauf, wie fragil unser Wahlsystem ist und wie die Bemühungen von Donald Trump dazu geführt haben, dass unser Vertrauen in unsere Systeme noch größer geworden ist“, meinte Hurd zu der Sache.
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Vierte Trump-Anklage? Republikaner fürchtet „müde Wahlberechtigte“
„Und es ist ein weiteres Beispiel dafür, warum Donald Trump für das Präsidentenamt kandidiert: weil er versucht, dem Gefängnis zu entgehen“, fuhr er fort. „Denn je mehr dieser Informationen ans Licht kommen und je mehr das amerikanische Volk das Ausmaß seiner Altlasen erkennt, desto mehr wird es davon müde“, glaubte er.
Trump-Anklage und Vorwahldebatte der Republikaner
Am 23. August findet die erste Vorwahldebatte der Republikaner im Kampf um das Amt des US-Präsidenten statt. Sieben Kandidaten haben sich bisher qualifiziert. Donald Trump hat die benötigten Schwellenwerte schon längst erreicht – seine Teilnahme an der TV-Debatte lässt der Ex-Präsident jedoch offen.
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In den vergangenen Monaten war bereits in drei anderen Fällen in New York, Miami und Washington Anklage gegen Trump erhoben worden. Der New Yorker Fall steht im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar. Der Fall in Miami dreht sich um die Aufbewahrung streng geheimer Regierungsunterlagen in Trumps Privatanwesen. In Washington muss sich Trump wegen möglichen Wahlbetrugs und seiner Rolle beim Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verantworten - der schwerwiegendste Vorwurf.
Keiner dieser Fälle und keine mögliche Verurteilung schließt aus, dass Trump 2024 als Präsidentschaftskandidat antritt oder Präsident wird. Der Fall in Georgia würde aber nicht auf Bundes-, sondern auf Landesebene verhandelt, damit könnte er sich im Falle eines Wahlsiegs nicht selbst begnadigen. In den Fällen nach Bundesrecht könnte er dies schon. (frs)
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