Trumps Kabinett nach US-Wahl

Trump befürchtet: Hegseth schafft es „nicht über die Ziellinie“

  • VonSimon Schröder
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Die Nominierungen von Trump sind von Kontroverse zu Kontroverse gestolpert. Doch bei der Wahl des zukünftigen Verteidigungsministers bleibt Trump standhaft.

Washington D.C. – Donald Trump ist nach der US-Wahl immer noch damit beschäftigt, sein Kabinett final aufzustellen. Dabei dreht sich nach Matt Gaetz, Trumps Nominierung für den Posten des Justizministers, nun alles um Pete Hegseth. Gaetz musste die Nominierung nach einem Skandal ablehnen. Bei Hegseth, der eigentlich in der kommenden Trump-Administration Verteidigungsminister werden soll, ist es noch in der Schwebe. Und der Druck auf Hegseth ist groß. Als Alternative wird bereits Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, gehandelt.

Wer es letztlich wird, ist unklar. Noch fehlt Hegseth jedenfalls die Unterstützung der Republikaner im Senat. Dabei soll Trump selbst DeSantis, als möglichen Ersatz ins Spiel gebracht haben, um den Druck auf Hegseth zu erhöhen. Gegenüber CNN sagte Journalist Marc Caputo: „Das scheint eine Trump Idee gewesen zu sein, was genau er damit bezwecken wollte, ist unklar.“ Dabei soll Trump besorgt gewesen sein, dass es Hegseth „nicht über die Ziellinie“ schaffe, wie Caputo weiter ausführt.

Pete Hegseth, Donald Trumps Nominierung für den Posten des Verteidigungsministers in der neuen Administration.

Und das aus gutem Grund. Gegen den ehemaligen Fox News Moderator gibt es zahlreiche Anschuldigungen. Der 44-Jährige soll ein Alkoholproblem haben, außerdem wird ihm sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. Trotz alledem unterstützt Donald Trump seinen Wunschkandidaten weiter. Auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“ schrieb der designierte Präsident, Hegseth sei „fantastisch“. Weiter sagt Trump über Hegseth: „Er wird ein fantastischer, energiegeladener Verteidigungsminister sein, der mit Charisma und Geschick führt.“ Tatsächlich scheint der Moderator auf einer Wellenlänge mit Trump zu sein, wenn es um den Einsatz des US-Militärs geht.

Hegseth mit kontroversen Aussagen in der Vergangenheit – ganz auf Trump-Linie

2020 sagte der Moderator auf Fox News, man müsse das Militär nach Seattle schicken, um die von Protestierenden ausgerufene autonome Zone aufzulösen. Dabei sagte er: „Die Frage ist: Schickt man die Truppen? Sagt man: ‚Hey, das wird nicht mehr passieren?‘ Oder lässt man Seattle sozusagen von selbst implodieren?“ Weiter verteidigte Hegseth Trumps Einsatz der D.C. National Garde, die in Washington die Polizei beim Auflösen einer großen Demonstration unterstützt hatte.

Im Pentagon gibt es unterdessen Bedenken in Bezug auf Hegseths frühere Aussagen, wie CNN berichtet. Das Militär gegen die eigenen Bürger einzusetzen, ist auch in den USA hochumstritten. Weiter sprach sich Hegseth für die Verwendung von Foltermethoden wie „Waterboarding“ aus, bei dem beim Gefolterten ein Ertrinken simuliert wird.

Trump unterstützt Hegseth weiterhin: soll Verteidigungsminister werden

Dennoch, Trump hält an seinem Kandidaten fest. Die republikanischen Senatoren, die sich dennoch gegen Pete Hegseth aussprechen, müssen sich bei den kommenden Midterms wohl warm anziehen. Charlie Kirk, Trump-Vertrauter und Influencer, schrieb auf X: „Es heißt, Joni Ernst und Lindsey Graham versuchen, Pete Hegseth zu beseitigen. Dies ist ein direkter Versuch, den Präsidenten und seine Wähler zu untergraben. Pete Hegseth ist die rote Linie. Wenn Sie gegen ihn stimmen, wird es bei den Vorwahlen Ärger geben.“

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Konkret bedeutet das: sollten Republikaner gegen Hegseth stimmen, könnte Trump anderen republikanischen Kandidaten seine Unterstützung bei den kommenden Senatswahlen zusichern. Doch für Hegseth könnte es jetzt knapp werden. Hegseths Anwalt äußerte sich gegenüber CNN, dass sich der ehemalige TV-Moderator einer FBI Überprüfung stellen muss. Bei anderen Namen hatte Trump auf eine Überprüfung verzichtet. (sischr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bill Clark