Argumente im Faktencheck

Trump geht Biden wegen Gefangenenaustausch an – deutliche Reaktion folgt

  • VonLisa Mahnke
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Trump äußert sich kritisch nach dem historischen Gefangenenaustausch. Der Republikaner betrachtet ihn als schlechten Handel. Biden antwortet.

Washington, D. C. – Mehrere Länder haben mit Russland den größten Gefangenenaustausch seit dem Kalten Krieg vollzogen. Dennoch kann der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump es nicht lassen, Joe Biden zu kritisieren. Obwohl der nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, angab, es sei kein Geld in dem Austausch involviert gewesen, fragte Trump auf dem konservativen Onlinenetzwerk Truth Social noch einmal nach.

„Wie viele Leute bekommen wir gegen sie? Bezahlen wir ihnen auch Bargeld? Geben sie uns Bargeld (Bitte diese Frage ignorieren, denn ich bin sicher, die Antwort lautet NEIN)?“, schrieb der Ex-Präsident dort. „Lassen wir Mörder, Totschläger oder Verbrecher frei? Ich bin nur neugierig, denn wir machen nie gute Geschäfte, egal was, aber besonders keine Geiseltauschgeschäfte.“

Donald Trump nutzt in seinen Aussagen gerne Halbwahrheiten.

US-Präsident Biden und Geisel-Angehörige reagieren auf Trumps Kritik

Als der US-Präsident Joe Biden auf Trumps Aussagen angesprochen wurde, sagte er: „Warum hat er es nicht getan, als er Präsident war?“ Laut ABC News hätte Trump Whelans Namen nie öffentlich gesagt, obwohl seine Inhaftierung von der US-Administration kritisiert wurde und Whelan in seinem Gerichtsverfahren Trump explizit um Hilfe gebeten hatte. „Die ersten Jahre waren hart, als die Trump-Administration Pauls unrechtmäßige Inhaftierung ignorierte“, sagte David Whelan, der Bruder von Paul Whelan, am Donnerstag (01. August).

Warum hat er es nicht getan, als er Präsident war?

Joe Biden über Donald Trump

Erst bei der Kritik eines vorherigen Gefangenenaustausches unter Biden im Jahr 2022 kam der Name wieder auf. „Warum wurde der ehemalige Marinesoldat Paul Whelan nicht in diese völlig einseitige Transaktion einbezogen?“, schrieb Trump auf Truth Social. Der Ex-Präsident behauptete laut ABC News, er habe an einem Deal mit Russland gearbeitet, wollte jedoch nicht den russischen Waffenhändler Vikor Bout zum Austausch freilassen.

Auch die Situation von Gershkovich, der im März 2023 inhaftiert wurde, kommentierte Trump erst bei einem Interview mit dem Time Magazine im April 2024. Später gab der Republikaner auf Truth Social an, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Austausch nur für ihn tun würde.

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Trumps legendäre Geisel-Deals? Faktencheck widerlegt Argument gegen Biden

Weiter behauptete Trump: „Ich habe viele Geiseln zurückbekommen und dem gegnerischen Land NICHTS gegeben – und niemals Bargeld. Das ist ein schlechter Präzedenzfall für die Zukunft.“ In einem Faktencheck von CNN wurde deutlich, dass diese Behauptung so nicht stimmt. Während einige US-Amerikaner tatsächlich ohne Gegenleistung freigekommen sind, gab es mindestens vier weiter Deals, bei denen auch Gefangene aus den USA nach Russland gebracht wurden.

Mehrere Anzeichen hatten bereits auf den aktuellen Gefangenenaustausch hingewiesen, bei dem insgesamt über 20 Gefangene freikamen. Die Organisation des Deals war durch die vielen beteiligten Staaten komplex. Am Donnerstag (1. August) wurde er dann durchgeführt und befreite unter anderem den US-Reporter Evan Gershkovich und den ehemaligen US-Soldaten Paul Whelan, aber auch deutsche Gefangene. Besonders scharf war Putin im Gegenzug auf den zuvor in Deutschland inhaftierte „Tiergartenmörder“, Vadim Krasikow, der nun nach Russland gebracht wurde. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon