Kurz vor der US-Wahl

US-Notenbank senkt die Zinsen - und riskiert Ärger mit Donald Trump

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Erstmals seit vier Jahren senkt die US-Notenbank den Leitzins. Die Entscheidung kurz vor der US-Wahl dürfte Donald Trump nicht gefallen.

Washington DC - Die US-Notenbank „Federal Reserve“ (Fed) hat auf die abflauende Inflation reagiert und senkt erstmals seit vier Jahren den Leitzins. Der Zinssatz wurde am Mittwoch um 0,5 Prozentpunkte gesenkt und liegt jetzt auf der Spanne von 4,75 bis 5 Prozent. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen.

Es handelt sich um einen ungewöhnlich großen Zinsschritt - der sich kurz vor der US-Wahl am 5. November ereignet. Die Notenbank signalisierte zudem weitere Zinssenkungen in diesem Jahr. Der Kurswechsel hin zu einer lockereren Geldpolitik an sich war erwartet worden. Offen war aber, ob die Notenbank der größten Volkswirtschaft der Welt sich für diesen großen Zinssprung entscheiden würde oder den vorsichtigeren Weg wählt und die Zinsen nur um 0,25 Prozentpunkte senkt.

US-Notenbank senkt Leitzins - Donald Trump ist nicht erfreut

Die Entscheidung zur Zinssenkung der US-Notenbank dürfte bei Donald Trump nicht gut ankommen. Der Kandidat der Republikaner für die US-Wahl hatte in der vergangenen Zeit mehrmals gefordert, die Fed solle die Zinsen vor dem Urnengang stabil halten. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins im März 2020 gesenkt. Damals fiel die Entscheidung, um die Wirtschaft in der beginnenden Corona-Pandemie anzukurbeln.

Donald Trump bekommt mitten im Wahlkampf schlechte Nachrichten von der US-Notenbank, die sich für eine Zinssenkung entschieden hat.

Donald Trump und sein Team gehen davon aus, dass eine Zinssenkung seiner Konkurrentin Kamala Harris in die Karten spielt. Wenn es billiger wird, Geld zu leihen, dürfte es der Kandidatin der Demokraten leichter fallen, die Bürgerinnen und Bürger der USA davon zu überzeugen, dass die Wirtschaft in gutem Zustand ist. Die Wirtschaftspolitik gilt laut aktuellen Umfragen in den USA als einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahlentscheidung.

Inflation ist Wahlkampfthema in den USA und bietet Donald Trump eine Angriffsfläche

Die Fed reagiert mit ihrer Entscheidung zur Zinssenkung in den USA auf die abflauende Inflation. Der Preisauftrieb hatte sich zuletzt abgeschwächt. Das gab der Federal Reserve mehr Handlungsspielraum für Zinssenkungen. Die Europäische Zentralbank hatte bereits im Juni die Zinswende eingeleitet. 

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Gerade die rasante Teuerung in den USA hatte die Regierung unter Joe Biden und Kamala Harris unter Druck gesetzt und Donald Trump eine Angriffsfläche geboten. Viele Alltagsprodukte sind aktuell teurer als während der Amtszeit Trumps.

Donald Trump ist scharfer Kritiker der US-Notenbank

Der republikanische Präsidentschaftskandidat gilt als scharfer Kritiker von Fed-Chef Jerome Powell. Und auch die jetzige Entscheidung der Notenbank zur Zinssenkung dürfte die Beziehung nicht entspannen. Trump hatte gegenüber dem TV-Sender Bloomberg bereits signalisiert, dass er im Falle eines Sieges im November die Kontrolle über die bislang unabhängige Notenbank übernehmen könne. (dil/dpa)

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