Vorbereitung auf Wahlniederlage?
Trump warnt vor US-Wahl schon vor Betrug in „nie dagewesenem Ausmaß“
VonNils Thomas Hinsbergerschließen
Donald Trump hält weiterhin an der Verschwörungsidee der geraubten US-Wahl fest. Experten warnen bereits vor Unruhen nach dem 5. November.
Washington, D.C. – Als Donald Trump die US-Wahl 2020 gegen seinen damaligen Gegner Joe Biden verlor, sorgte eine von ihm erzählte Verschwörungsgeschichte für massive Unruhen im Land. Trump erkannte den Wahlsieg des Demokraten nicht an und sprach von einer Manipulation der Ergebnisse. Dabei stachelte er seine Unterstützer soweit auf, dass es am 6. Januar 2021 zum Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. kam.
Trump vor der US-Wahl: Ex-Präsident spricht schon wieder von Wahlbetrug
Heute, wenige Tage vor der US-Wahl 2024, fällt Trump erneut mit dieser Verschwörungserzählung auf. Noch bevor die Wahllokale ihre Türen öffnen, ruft er seine Wählerinnen und Wähler zu großer Vorsicht auf. Auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social schreibt der Ex-Präsident: „In Pennsylvania wird in einem noch nie dagewesenen Ausmaß betrogen und dabei erwischt. MELDEN SIE BETRUG DEN BEHÖRDEN“. Damit bezieht er sich wohl auf die laufenden „early votes“, also die vorzeitige Stimmabgabe.
Nicht nur, dass Trump seine Unterstützer zu Wachsamkeit aufruft. In seinem Beitrag richtet er sich auch an die Strafverfolgungsbehörden – und verlangt deren Eingreifen.
Trump spricht im Wahlkampf gegen die Demokratin Kamala Harris nicht zum ersten Mal von möglichem Wahlbetrug. Bei nahezu jeder Wahlkampfveranstaltung betont er gegenüber seinen Wählerinnen und Wählern, dass er die US-Wahl nur verlieren werde, sollten die Demokraten Wahlbetrug begehen. „Wir müssen wählen und wir müssen dafür sorgen, dass sie nicht mehr betrügen, denn sie betrügen wie die Hunde“, sagte er beispielsweise Anfang August bei einer Kundgebung im Swing State Georgia.
Trump warnt vor US-Wahl vor Wahlbetrug: Vorwurf ausgerechnet in wichtigstem Swing State
Dass Trump in seinem Beitrag ausgerechnet von Betrug im US-Bundesstaat Pennsylvania spricht, könnte ebenfalls von Bedeutung sein. Denn der Bundesstaat ist ein sogenannter Swing State, also ein Landesteil, in dem die Wähler weder zu den Demokraten, noch den Republikanern tendieren. Somit haben die Kandidierenden in diesen Bundesstaaten die Chance, zusätzliche Wahlleute für sich zu gewinnen.
Pennsylvania spielt dabei eine übergeordnete Rolle, da der Staat unter den sieben Swing States bei der US-Wahl über die meisten Wahlleute verfügt. Harris und Trump konkurrieren hier um insgesamt 19 der 538 verfügbaren Wahlleute. Diese Zahl könnte den entscheidenden Unterschied für die US-Wahl am 5. Oktober machen.
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Wenn Trump die US-Wahl verliert: Republikaner und Experten warnen vor möglichen Aufständen
In den USA wächst derweil die Sorge vor möglichen Konsequenzen, wenn Trump die US-Wahl verlieren sollte. So sagte der republikanische Bürgermeister von Meza, Arizona, gegenüber dem Guardian: „Wenn sie verlieren, werden sie behaupten, alles sei schiefgelaufen. Es würde mich überraschen, wenn Trump im Falle einer Wahlniederlage nicht versuchen würde, einen Aufstand anzuzetteln.“
David Becker, Leiter des Center for Election Innovation & Research, vermutet hinter den Behauptungen Trumps einen Plan, die Wahl am 5. November nicht anzuerkennen. Es gehe bei vielen Aussagen aus dem Trump-Lager darum, „Misstrauen in unser System zu säen, falls Trump verliert“, so Becker. „Das alles zielt darauf ab, Behauptungen zu konstruieren, dass die Wahlen gestohlen wurden, falls Trump verliert, und Zwietracht, Chaos und potenzielle Gewalt zu säen.“ (nhi)
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