„Wir wollen Grönländer sein“
Trumps Wunsch Grönland zu kaufen löst Sorgen in Dänemark aus
VonJekaterina Jaluninaschließen
Trotz seines Grönland-Interesses hat Trump laut Kopenhagen seine Drohungen zu Strafzöllen gegen Dänemark nicht zurückgezogen.
Kopenhagen/Washington D. C. – Mit Blick auf sein umstrittenes Interesse an Grönland hat der designierte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen zu möglichen Strafzöllen gegen Dänemark nach Angaben aus Kopenhagen nicht zurückgenommen. Das bestätigte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nach einem Treffen mit dem Außenausschuss des dänischen Parlaments.
Man bereite sich von dänischer Seite auf keine konkreten Maßnahmen vor, sagte Frederiksen. Von US-Seite sei jedoch angedeutet worden, dass leider eine Situation entstehen könne, in der man wirtschaftlich weniger zusammenarbeiten werde als heute. Empfehlen könne man so etwas nicht im Geringsten, ergänzte sie. „Wir wünschen uns im Handelsbereich keinerlei Form von Konflikt mit den Amerikanern.“
Frederiksen zu Trump: Grönland bleibt unverkäuflich und entscheidet selbst über seine Unabhängigkeit
Frederiksen hatte den Außenausschuss zuvor über ihr Telefonat mit Trump informiert, in dem es am Vortag unter anderem um die von dem Republikaner geäußerten Begehrlichkeiten hinsichtlich Grönlands gegangen sei. In dem 45-minütigen Gespräch mit Trump verwies Frederiksen nach Angaben ihres Büros auf Aussagen des grönländischen Regierungschefs Múte B. Egede, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe, und auch darauf, dass Grönland selbst einen Entschluss hinsichtlich seiner Unabhängigkeit treffen werde.
Trump hatte zuletzt mehrfach Interesse am zum Nato-Partner Dänemark zählenden Grönland geäußert. Dabei schloss er auch militärischen und wirtschaftlichen Zwang nicht aus, um Kontrolle über die größte Insel der Erde oder auch über den Panamakanal zu erlangen. Für Dänemarks Wirtschaft sind die Vereinigten Staaten noch vor Deutschland das wichtigste Exportland.
Grönlands Regierungschef Múte B. Egede bekräftigt, dass die Grönländer nicht Teil der USA werden wollen
Grönlands Regierungschef Múte B. Egede hat in einem Interview mit dem US-Sender Fox News die grönländische Sicht auf die geäußerten Begehrlichkeiten des designierten Präsidenten Donald Trump erläutert. Egede betonte, dass die Grönländer selbst über ihre Zukunft entschieden und kein Teil der USA sein möchten. Gleichzeitig sei man offen für eine vertiefte Zusammenarbeit, etwa beim Abbau von Bodenschätzen.
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„Wir wollen keine Dänen sein. Wir wollen auch keine Amerikaner sein. Wir wollen Grönländer sein“, erklärte Egede. Es gebe jedoch viele Bereiche zur Zusammenarbeit, insbesondere bei der Verteidigung und Sicherheit. Man sei auch bereit, dass die USA in den Abbau von Mineralien auf Grönland investierten, sagte er mit Blick auf die großen Mengen an unerschlossenen Rohstoffen, über die die Insel verfügt.
Zum Abschluss des Interviews machte Egede noch einmal deutlich: „Ich denke, es ist wichtig, klarzustellen: Grönland möchte Kooperation, Grönland möchte eine starke Partnerschaft. Aber Grönland möchte nicht Teil der USA sein.“ (dpa/jal)
