US-Wahl 2024
Vor TV-Duell mit Harris: Haley wirft Trumps Vize Sexismus vor
VonJekaterina Jaluninaschließen
Donald Trump und sein Vizekandidat J.D. Vance stehen erneut im Mittelpunkt parteiinterner Kritik. Nikki Haley kritisiert Vance für Äußerungen über kinderlose Frauen.
Washington – Die einstige republikanische US-Präsidentschaftsbewerberin Nikki Haley hat abwertende Kommentare des Vizepräsidentschaftskandidaten J.D. Vance über kinderlose Frauen kritisiert. „Es ist nicht hilfreich, darüber zu sprechen, ob Frauen Kinder haben oder nicht“, sagte die 52-Jährige über die Aussagen ihres Parteikollegen. „Wissen Sie, wenn Sie über Dinge reden wollen, bleiben Sie bei den politischen Inhalten. Die Amerikaner sind klug. Sie brauchen nicht all diesen anderen Lärm, der sie ablenkt.“
Donald Trump hatte Vance Mitte Juli als seinen Vizekandidaten vorgestellt. Kurz darauf geriet Vance wegen sexistischer Äußerungen über kinderlose Frauen in die Kritik. In einem Interview aus dem Jahr 2021 hatte der dreifache Vater führende demokratische Politikerinnen als „kinderlose Katzen-Frauen“ bezeichnet. Später beklagte Vance, er sei missverstanden worden. Dies war nicht die einzige umstrittene Äußerung des Senators. Vance hatte auch gefordert, dass kinderlose Menschen in einer Demokratie weniger Mitspracherecht haben und höhere Steuern zahlen sollten. Auch im Wahlkampf äußerte er weiterhin abfällige Kommentare über Kinderlose.
US-Wahl: Trump schloss Haley frühzeitig als Vizekandidatin aus
Auch wenn Haley öffentlich ausgeschlossen hatte, Vizekandidatin an Trumps Seite werden zu wollen, gab es Berichte, wonach die Ex-Gouverneurin von South Carolina mit dem Posten geliebäugelt hatte. Trump machte jedoch klar, dass er Haley für diese Rolle nicht in Erwägung zieht.
Haley sprach in dem TV-Interview auch über ihre Unterstützung für Trump. Die Republikanerin hatte im Vorwahlkampf Trumps geistige Eignung für das Präsidentenamt infrage gestellt. Trump wiederum überzog die Tochter indischer Einwanderer mit rassistischen Kommentaren. Dennoch stellte sich die frühere US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen auf dem Parteitag der Republikaner im Juli offensiv hinter ihren einstigen Chef – und vollzog eine politische Kehrtwende. Trump scheint an weiterer Wahlkampfhilfe seiner einstigen Kontrahentin aber nicht allzu viel Interesse zu haben.
Liz Cheney warnt vor Trump: „Bedrohung für die Republik“
Kritik gibt es auch von der Republikanerin Liz Cheney an Trump. In einem Interview mit dem Sender ABC nannte sie den Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei eine „Bedrohung für die Republik“. Er sei bereit, Gewalt anzuwenden, um die Macht zu ergreifen, und eine „unwiederbringliche Katastrophe“. „Wir müssen alles tun, um sicherzustellen, dass er nicht wiedergewählt wird“, so die langjährige republikanische Spitzenpolitikerin.
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht




Sie äußerte sich auch kritisch über den Zustand ihrer Partei. „Was heute mit der Republikanischen Partei passiert, ist unentschuldbar. Ich hoffe, dass wir in der Lage sein werden, sie in der Zukunft wieder aufzubauen.“ Die Mehrheit der Amerikaner sei für eine friedliche Übergabe der präsidentiellen Macht und erwarte, dass die Parteien dies auch gewährleisteten. (dpa/jal)
Rubriklistenbild: © J. Scott Applewhite/AP

