Fünf Meter lange Raketen

Ukraine bekommt von China-Gegner geheime Unterstützung gegen Putin

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Der Ukraine wird unauffällig eine Waffenlieferung ausgehändigt, um sich gegen die Luftangriffe Russlands zu wehren. Ein Partner der USA springt zur Seite.

Donbass - Diesmal traf es die Hauptstadt von Russland-Autokrat Wladimir Putin: Die ukrainische Armee überzog Moskau mit einer Drohnenwelle. Bis zu 40 Drohnen sollen es am vergangenen Wochenende gewesen sein, die die Ukraine mit Ziel Moskau abgefeuert hat.

Waffen-Lieferungen im Ukraine: Kiew bekommt wohl aus Taiwan Flugabwehr

Die meisten Drohnen holte die russische Flugabwehr wohl vom Himmel. Aber nicht alle. Weswegen im Ukraine-Krieg laut verbreiteten Aufnahmen von Militärbloggern diesmal auch in der Metropole an der Moskwa Autos und Straßen brannten. Von brutalen Luftangriffen werden ansonsten aber vor allem die leidgeprüften Ukrainer heimgesucht. Weswegen Präsident Wolodymyr Selenskyj stoisch um mehr Flugabwehrsysteme bittet.

Eben solche Luftverteidigungssysteme haben die Ukrainer nun wohl in einer klammheimlichen Waffen-Lieferung erhalten. Aber nicht etwa aus Europa. Und auch nicht aus Reihen der transatlantischen Verteidigungsallianz Nato. Sondern offenbar von einem Verbündeten der USA. Und zwar aus Taiwan. Das würde zugleich eine völlig neue Episode in dem Blutvergießen bedeuten.

Ein Flugabwehrraketensystem MIM-23 HAWK der US-Armee. (Archivfoto)

China-Kontrahent Taiwan: Verbündeter der USA schickt der Ukraine Luftverteidigung

Nachdem das mit dem Peking-Regime von Xi Jinping verbündete Nordkorea Kreml-Herrscher Putin zuletzt tausende Soldaten geschickt hatte, wäre es die nächste Einflussnahme aus Asien im gnadenlosen Ukraine-Krieg. Diesmal jedoch für Kiew. Die Konstellation ist militärisch brisant und allemal politisch aufgeladen: Taiwan, das eng mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeitet, gilt im Südchinesischen Meer geschichtlich bedingt als Erzfeind Chinas. Die Volksrepublik China droht dem kleinen Nachbarn mit seinen rund 23,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern immer wieder mit einem Einmarsch.

Die Chinesen machen wiederum reichlich Geschäfte mit den Russen und gelten als Schutzmacht Nordkoreas, das der russischen Armee neben Soldaten auch Artilleriemunition geschickt haben soll. Wie das amerikanische Nachrichtenmagazin Forbes an diesem Dienstag (12. November) berichtete, sollen die Taiwanesen dagegen völlig unbemerkt ganze 15 Batterien MIM-23 HAWK in die Ukraine überstellt haben. Dabei handelt es sich um ein schon in den 1950er Jahren entwickeltes allwetterfähiges Flugabwehrraketensystem des US-amerikanischen Rüstungsherstellers Raytheon.

MIM-23 HAWK
Hersteller:US-Rüstungskonzern Raytheon
Indienststellung:1960
Länge / Durchmesser der Raketen:5,08 m / 0,37 m
Reichweite:25 bis 40 Kilometer
Dienstgipfelhöhe:bis zu 14.000 m
Gefechtsgewicht:627 Kilogramm

HAWK-Batterien zur Flugabwehr: Gleich 90 Abschussrampen für die Ukraine?

Jede HAWK-Batterie soll laut Forbes sechs Abschussgeräte auf Basis einfacher Fahrzeug-Anhänger mit jeweils drei Raketen enthalten. Das würde in Summe 90 Abschussrampen mit möglicherweise gleichzeitig aufgestellten 270 Flugabwehrraketen machen. Das Flugabwehrraketensystem ist mit einer mittleren Reichweite zum Einsatz gegen Flugziele im tiefen bis mittleren Höhenbereich vorgesehen. Manche Quellen geben besagte Reichweite der knapp fünf Meter langen MIM-23-Raketen mit 25 Kilometern an, andere mit 40 Kilometern.

Die Raketen sind mit geschätzt 3330 km/h in der Spitze zwar sehr schnell. Ihre überschaubare Reichweite macht sie aber wohl wirkungslos gegen ebenso schnelle Marschflugkörper. Ferner erfolgt die Zielsuche durch ein Dauerstrich-Erfassungsradar, das das jeweilige Zielobjekt mit Funkwellen beleuchtet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine-Krieg: Abschreckung gegen russische Kampfflugzeuge und Hubschrauber

Die dabei reflektierte Radarenergie dient der Lenkeinheit des Flugkörpers zur Steuerung ins Ziel. Auch dafür dürfte die Zeit ab der Zielidentifikation bis zum Einschlag bei Marschflugkörpern schlicht nicht ausreichen. So dürften die HAWK-Flugabwehrsysteme wohl mutmaßlich zur Abschreckung tieffliegender russischer Kampfflugzeuge wie der vergleichsweise langsam fliegenden Suchoi Su-25 sowie von Kampfhubschraubern wie dem Kamow Ka-52 „Alligator“ vorgesehen sein. (pm)

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