„Steadfast Defender“

Nato-Großmanöver zur Abschreckung Russlands: Bundeswehr plant vierstufige Aktion

  • Daniel Dillmann
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Für ein Manöver im Februar will das Nato-Verteidigungsbündnis 90.000 Soldaten mobilisieren. Auch die Bundeswehr beteiligt sich mit einem Großaufgebot.

Update vom 18. Januar, 17.48 Uhr: Großbritannien wird sich nach aktuellen Informationen ebenfalls mit einem Großaufgebot an der Nato-Übung beteiligen. Insgesamt plant das Königreich, 20.000 Soldaten zu schicken, die den Teilstreitkräften Infanterie, Luftwaffe und Marine angehören. Verteidigungsminister Grant Shapps betonte ebenfalls, dass es bei der Übung vor allem um die „Bedrohung“ durch Russland und Wladimir Putin gehen würde.

Update vom 18. Januar, 17.23 Uhr: Nun steht auch fest, wie sich die Bundeswehr an „Steadfast Defender“ beteiligen wird. Laut eines Berichts der dpa planen die deutschen Streitkräfte ein vierstufiges Großmanöver unter dem Namen „Quadriga 2024“. Insgesamt sollen mehr als 12.000 Soldaten ihre Fähigkeiten zur schnellen Verlegung von Kräften an die Nato-Ostflanke trainieren.

Ein Teil dieses Manövers ist auch die geplante Verlagerung von Bundeswehr-Einheiten nach Litauen. Unter anderem die 10. Panzerdivision soll inklusive Soldaten und verschiedenen Gefechtsfahrzeuge dort für den Ernstfall proben. Das Manöver „Steadfast Defender“ wird nach derzeitiger Planung das größte in der Geschichte des Verteidigungsbündnisses.

Nato veranstaltet Großmanöver

Erstmeldung vom 18. Januar 2024: Brüssel – Die Nato mobilisiert für ein Großmanöver zur Abschreckung Russlands rund 90.000 Soldaten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag am Rande eines Treffens von militärischen Spitzenvertretern des Verteidigungsbündnisses in Brüssel.

Die im Februar beginnende Übung namens „Steadfast Defender“ wird damit die größte des Militärbündnisses seit dem Ende des Kalten Krieges. Trainiert werden soll insbesondere die Alarmierung und Verlegung von nationalen und multinationalen Landstreitkräften.

Nato simuliert Angriff Russlands auf Mitgliedsland

Szenario der Übung ist nach Informationen der dpa ein russischer Angriff auf alliiertes Territorium, der zum Ausrufen des sogenannten Bündnisfalls nach Artikel 5 des Nato-Vertrags führt. Letzterer regelt die Beistandsverpflichtung in der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird.

Dass es dabei vor allem um einen Angriff Russlands geht, das stellte der niederländische Admiral und Vorsitzende des Militärausschusses, Rob Bauer, klar: „Wir bereiten uns auf einen Konflikt mit Russland und Terrorgruppen vor. Wenn sie uns angreifen, müssen wir bereit sein.“

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Größte Nato-Übung bisher mit rund 51.000 Soldaten in Schweden

Die bislang größte Nato-Übung seit dem Ende des Kalten Krieges war 2018 mit Schwerpunkt in Norwegen organisiert worden. An ihr waren rund 51.000 Soldaten beteiligt. Die letzten Nato-Manöver, die größer waren als die nun geplante Übung, fanden vor der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 statt. Damals gab es unter anderem noch die Manöverreihe „Return of Forces to Germany“ (Rückkehr von Streitkräften nach Deutschland). An ihr waren 1988 beispielsweise rund 125.000 Soldaten beteiligt.

Deutschlands Verteidigungsminiser Boris Pistorius (SPD) bei einer Militärübung in Litauen.

Zahlreiche Nato-Staaten unterstützen Kiew seit Beginn des Ukraine-Kriegs mit massiver Militärhilfe. Russland hatte den Nachbarstaat 2022 überfallen. Bereits im Jahr 2014 hatte Russland die Krim-Halbinsel annektiert. (dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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