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Ukraine-Krieg: Putin erklärt westliche Panzer zu „vorrangigen Zielen“ Russlands

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Im Ukraine-Krieg geht der Kampf besonders im Osten und Süden des Landes weiter. Kiew bekommt militärische Hilfe aus dem Westen. Der News-Ticker.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist geschlossen. Über die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg ab Freitag (14. Juli) informieren wir in unserem neuen Ticker.

Update vom 13. Juli, 23.27 Uhr: Präsident Wladimir Putin erklärt, dass Panzer aus ausländischer Produktion ein „vorrangiges Ziel“ für die Moskauer Streitkräfte sind. In einer Stellungnahme gegenüber dem staatlichen Fernsehen bekräftigt er außerdem seine Haltung, dass ein NATO-Beitritt der Ukraine die Sicherheit Russlands gefährden und die weltweiten Spannungen weiter verschärfen würde. „Die Lieferung neuer Waffen wird die Situation nur verschlimmern und den Konflikt weiter anheizen“, so Putin.

Kremlchef Wladimir Putin in Moskau.

News zum Ukraine-Krieg: Deutschland unterstützt Ukraine mit weiterer Militärhilfe

Update vom 13. Juli, 21.09 Uhr: US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat sich überzeugt geäußert, dass die Ukraine nach Ende des russischen Angriffskriegs in die Nato aufgenommen wird. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass das geschehen wird“, sagte Austin in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CNN. Bis dahin gebe es aber noch „eine Reihe von Dingen, die getan werden müssen“ – wie eine Justizreform. Es müsse sichergestellt werden, dass die „Demokratie in gutem Zustand“ sei. Auf einen Zeitraum bis zur Aufnahme des Landes ins westliche Verteidigungsbündnis ließ er sich nicht festlegen.

Update vom 13. Juli, 16.00 Uhr: Die Bundesregierung schürt ein milliardenschweres Waffenpaket für die Ukraine. Die militärische Hilfe umfasst unter anderem die Ausrüstung für das Flugabwehrsystem IRIS-T SLM, Munition und die Gepard-Flugabwehrsysteme.

News im Ukraine-Krieg: Kiew erhält umstrittene Streumunition

Update vom 13. Juli, 14.00 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge hat das ukrainische Militär die ersten Lieferungen von umstrittener Streumunition aus den USA erhalten. „Wir haben sie neulich erhalten, aber noch nicht eingesetzt“, bestätigte der ukrainische Brigadegeneral Oleksandr Tarnavskyi gegenüber dem US-Sender CNN. Die Munition habe aber das Potenzial, die Lage auf dem Schlachtfeld „radikal“ zu transformieren. Auch die russischen Truppen würden dabei sehen, dass die Ukraine jetzt mit dieser Munition den Vorteil habe. Die Militärführung der Ukraine werde nun entscheiden, in welchen Gebieten man die Streumunition einsetzen werde, so Tarnavskyi.

Update 13. Juli, 12.55 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben im südlichen Gebiet Saporischschja südöstlich der Stadt Orichiw Geländegewinne erzielt. Die ukrainischen Einheiten setzen sich auf den neuen Positionen fest, teilte der Sprecher des Generalstabs, Andrij Kowaljow, am Donnerstag mit. Der russische Gegner leiste jedoch weiter „starken Widerstand“ und ziehe Reserven heran. Detailliertere Angaben machte er nicht.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine-Krieg: „Unglaublicher Widerstand“ russischer Truppen

Update 13. Juli, 11.20 Uhr: An der Front im Osten und Süden der Ukraine gehen die schweren Kämpfe weiter. Die ukrainischen Streitkräfte machten bei ihrer im vergangenen Monat gestarteten Gegenoffensive nach eigenen Angaben Fortschritte. Sie hätten Teilerfolge an den südlichen Flanken der nach monatelangen Kämpfen von Russland eroberten Frontstadt Bachmut im Osten erzielt, sagte der Sprecher des östlichen Militärkommandos, Serhij Tscherewatyj.

Die ukrainischen Truppen hätten dort weiter die strategische Initiative inne. Die russischen Streitkräfte leisteten allerdings „unglaublichen Widerstand“. Sie seien aber bei dem Versuch gescheitert, die ukrainischen Linien in der Nähe der strategisch wichtigen Städte Lyman und Kupiansk zu durchbrechen, die zwischen den östlichen Regionalhauptstädten Luhansk und Charkiw liegen.

Schwere Verluste für Russland: Kiew veröffentlicht aktuelle Zahlen

Update 13. Juli, 10.05 Uhr: Die Ukraine hat die Angaben zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg aktualisiert. Laut Kiew sind binnen 24 Stunden weitere 510 russische Soldaten gestorben oder verletzt worden. Damit erhöht sich die Anzahl seit Ausbruch des Krieges auf über 236.000. Diese Angaben (in Klammern die Veränderungen zum Vortag) stammen direkt vom ukrainischen Verteidigungsministerium und sind weder von Russland noch von einer unabhängigen Einrichtung bestätigt. Sie lassen sich deshalb nicht unabhängig prüfen.

  • Soldaten: 236.040 (+510)
  • Panzer: 4092 (+2)
  • Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 7999 (+9)
  • Artilleriesysteme: 4425 (+23)
  • Fahrzeuge und Tanklastzüge: 6995 (+17)
  • Drohnen: 3752 (+26)
  • Quelle: Auszug der Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 13. Juli 2023
  • Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli). Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden.

Ukraine-Krieg: Neue Details zu Angriffen auf Kiew

Update 13. Juli, 7.50 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben weitere Einzelheiten über den nächtlichen Angriff Russlands bekannt gegeben. Demnach haben die Verteidigungskräfte bei dem Angriff, bei dem ein Mensch getötet und mindestens vier Personen verletzt wurden, in der ukrainischen Hauptstadt 20 russische Angriffsdrohnen und zwei Marschflugkörper abgeschossen.

„Wir haben eine erfolgreiche Luftverteidigungsoperation durchgeführt“, sagte Luftwaffensprecher Jurij Ignat im staatlichen Fernsehen. „Zwanzig Shaheds wurden zerstört – alle, die flogen, wurden abgeschossen.“ Die 20 vom Iran hergestellten Shahed-Angriffsdrohnen seien „hauptsächlich in der Region Kiew“ zerstört worden, teilte die ukrainische Luftwaffe in einer separaten Erklärung auf Telegram mit. Die Drohnen seien „aus verschiedenen Richtungen in die Hauptstadt eingedrungen“, teilte die Kiewer Militärverwaltung zuvor auf Telegram mit und fügte hinzu, die Luftabwehr habe „etwa ein Dutzend“ im Luftraum der Stadt zerstört.

Ukraine-Krieg: Trümmerteile treffen Wohnhaus in Kiew

Update 13. Juli, 5.45 Uhr: Russland fliegt ukrainischen Angaben zufolge die dritte Nacht in Folge Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Kiew. Herabfallende Trümmerteile der abgeschossenen Drohnen hätten den Stadtteil Solomjanskyj im Stadtzentrum getroffen, die Zahl der Opfer und die Höhe der Schäden seien noch unklar, teilt die Kiewer Militärverwaltung mit.

Mindestens zwei Menschen seien verletzt. Ein Stockwerk eines Wohnhauses im Stadtteil Darnyzkyj im Osten der Stadt sei beschädigt, sagt Bürgermeister Vitali Klitschko. Im Bezirk Schewtschenkiwskyj weiter westlich sei ein Balkon in Brand geraten. Auch in anderen ukrainischen Regionen, darunter Chmelnyzkyj im Westen, Mykolajiw im Süden und Saporischschja im Südosten, sind laut Reuters-Zeugen Explosionen zu hören.

Ukraine-Krieg: Kampfjetlieferung an Kiew wäre „atomare Bedrohung“

Kiew/Moskau – Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat dem Westen vorgeworfen, mit der Lieferung moderner Kampfjets an die Ukraine eine atomare Bedrohung für Russland zu erzeugen. „Die USA und ihre Nato-Satelliten schaffen das Risiko einer direkten militärischen Auseinandersetzung mit Russland und das kann katastrophale Folgen haben“, sagte Lawrow im Interview mit dem russischen Internetportal lenta.ru. Russland könne nicht ignorieren, dass die F-16-Kampfjets, die der Westen an die Ukraine liefern wolle, potenziell Atomwaffen tragen können, so der russische Chefdiplomat.

„Allein den Fakt des Auftauchens solcher Systeme bei den ukrainischen Streitkräften werden wir als atomare Bedrohung vonseiten des Westens betrachten“, sagte Lawrow. Zugleich wies der Minister zurück, dass Russland einen Atomschlag in der Ukraine plane. Die Bedingungen für die Anwendung solcher Waffen seien hinlänglich bekannt, sagte Lawrow.

Russlands Atomdoktrin besagt, dass Moskau Atomwaffen nur als Antwort in zwei Fällen verwenden darf: entweder bei einem atomaren Angriff auf Russland oder bei einem Angriff auf Russland mit konventionellen Waffen, der die Existenz des Landes selbst gefährdet.

Kreml feuert an Ukraine-Krieg beteiligten Armeegeneral

Russlands Militärführung hat den Oberbefehlshaber der im Süden der Ukraine stationierten russischen 58. Armee, Iwan Popow, dessen Angaben zufolge entlassen. Popow wandte sich in einer am Mittwoch auf dem Telegram-Kanal des Duma-Abgeordneten Andrej Guruljow verbreiteten Sprachnachricht an die Soldaten und erklärte, er sei wegen seiner Kritik an der ineffizienten Kriegsführung seines Postens enthoben worden. „Ich habe die Aufmerksamkeit auf die größte Tragödie des modernen Kriegs gelenkt - auf das Fehlen der Artillerieaufklärung und -bekämpfung und die vielfachen Toten und Verletzten durch die feindliche Artillerie.“ Danach habe sich das Verteidigungsministerium seiner entledigt.

Popow, dessen Armee im südukrainischen Gebiet Saporischschja kämpfte, übte harte Kritik an seinen Vorgesetzten: „Die Soldaten der ukrainischen Streitkräfte konnten unsere Front nicht durchbrechen, aber von hinten hat uns der Oberbefehlshaber einen verräterischen Schlag versetzt, indem er die Armee im schwersten Moment der höchsten Anspannung enthauptet hat.“ Zuvor hatten andere Telegram-Kanäle berichtet, Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Popow als „Panikmacher“ bezeichnet und ihn abgelöst.

Die Entlassung und Kritik Popows fügt sich in das Bild, das Militärexperten von der russischen Armee gut 16 Monate nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine zeichnen. Demnach herrscht in großen Teilen der russischen Streitkräfte Unzufriedenheit mit der eigenen Militärführung und deren geschönten Lageberichten. Auch der am Ende missglückte Aufstand der lange für Moskau kämpfenden Privatarmee Wagner richtete sich explizit gegen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, dem Söldnerchef Jewgeni Prigoschin Korruption und Unfähigkeit vorwarf. (Mit Agenturmaterial)

Rubriklistenbild: © Alexander Kazakov/Sputnik Pool Kremlin/AP/dpa

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