Aussagen vor der Presse

Ende des Ukraine-Kriegs? Selenskyj reagiert genervt

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hört sich die Fragen eines Journalisten während seiner Jahresend-Pressekonferenz an.
+
Wolodymyr Selenskyj hört sich die Fragen eines Journalisten während seiner Jahresend-Pressekonferenz an.
  • Christian Stör
    VonChristian Stör
    schließen

Die Finanzhilfe stockt, die Gegenoffensive lahmt: Für die Ukraine ist die Lage nicht leicht. Präsident Selenskyj gibt sich dennoch zuversichtlich.

Kiew – Seit fast zwei Jahren tobt in Europa der Ukraine-Krieg. Ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. So zeigte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner großen Pressekonferenz zum Jahresende äußerst kämpferisch und wies jegliche Spekulationen über ein baldiges Kriegsende zurück. „Niemand kennt die Antwort“, erklärte er den Medien rundheraus und ergänzte, dass auch westliche Partner, die von einem langen Krieg sprechen, keine genauen Prognosen hätten.

Während die Unterstützung für die Ukraine in Europa und den USA zu bröckeln beginnt, bekräftigte das Weiße Haus seine Pläne, eine letzte militärische Hilfslieferung in 2023 zu entsenden, wobei zukünftige Unterstützung vom Kongress abhängig gemacht wird. Trotz eines erfolglosen Versuchs, zusätzliche Mittel in Washington zu beschaffen, betonte Selenskyj sein Vertrauen in die westlichen Verbündeten und äußerte sich zuversichtlich: „Ich bin überzeugt, dass die Vereinigten Staaten uns nicht verraten werden.“

Selenskyj gibt sich im Ukraine-Krieg nicht geschlagen

Obwohl die Unterstützung für Selenskyj in der ukrainischen Öffentlichkeit von 84 Prozent auf 62 Prozent gesunken ist, bleibt das Vertrauen in die Streitkräfte der Ukraine ungebrochen stark. Allerdings gibt es in der Ukraine immer wieder Gerüchte über zunehmende Spannungen zwischen Selenskyj und hochrangigen Militärfiguren wie dem populären Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj, dem immer wieder politische Ambitionen nachgesagt werden. Auf Fragen dazu sagte Selenskyj, dass er eine „Arbeitsbeziehung mit Saluschnyj“ habe.

Wolodymyr Selenskyj – Vom Komödianten zum Symbol des Widerstands

Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, sah zunächst alles nach einem leichten Sieg Russlands aus. Doch daraus wurde nichts. Die Ukraine leistete vom ersten Tag an erbitterten Widerstand und wehrte sich mit vereinten Kräften gegen die Invasion. Das liegt auch an ihrem Präsidenten. Wolodymyr Selenskyj überraschte mit seinem Auftreten im Krieg von Beginn an die ganze Welt – vor allem den Aggressor aus Russland.
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj kandidiert in der Ukraine
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wurde am 25. Januar 1978 als Sohn jüdischer Eltern in Krywyj Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren. Er schloss erfolgreich ein Jurastudium ab, war aber nie als Jurist tätig. Stattdessen gründete er zunächst eine Kabarettgruppe, die fünf Jahre lang von Moskau aus durch die Staaten der ehemaligen Sowjetunion tourte. Als Komiker und Schauspieler erlangte er große Popularität – in der Ukraine und in Russland.
Wolodymyr Selenskyj – Vom Komödianten zum Symbol des Widerstands

Das ukrainische Militär steht vor seinem zweiten Winter im Krieg gegen Russland, während die Kämpfe im Osten und Süden fortdauern. Selenskyj brachte die Idee auf, möglicherweise 400.000 bis 500.000 Personen zu mobilisieren, um die militärische Stärke Kiews zu verbessern. Zugleich lehnte er es aber ab, das Alter für die Mobilisierung von Nicht-Reservisten von 27 auf 25 Jahre zu senken und sprach sich gegen die Mobilisierung von Frauen aus.

Putin verbreitet in Russland Optimismus

Einige Stunden zuvor hatte sich Kremlchef Wladimir Putin dem Guardian zufolge zufrieden mit dem Kriegsverlauf gezeigt. Als Erfolg präsentierte er dann aber vor allem, dass es dem Westen nicht gelungen sei, Russland eine strategische Niederlage in der Ukraine zuzufügen. Das Ziel sei zerschmettert worden durch die „wachsende Kraft unserer Streitkräfte und Rüstungsproduktion“, sagte Putin vor Militärs und Personen aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Beim Krieg gegen die Ukraine „kann man mit Überzeugung sagen, dass die Initiative aufseiten unserer Streitkräfte liegt“, behauptete der Kremlchef.

Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Wladmir Putin mit Flottenchef Kurojedow
So sah Wladimir Putin im Alter von 40 Jahren aus, als er an der Eröffnung der Honda Motor Show 1992 in St. Petersburg teilnahm.
Dieses Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 1994 in seinem Büro. Damals war er 42 Jahre alt und Vizebürgermeister von St. Petersburg.
Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Putin, der im März erneut für das Präsidentenamt in Russland kandidieren wird, äußerte sich zuversichtlich und verkündete, dass keine neue Runde der Massenmobilisierung notwendig sei. „Wir werden nicht aufgeben, was unser ist“, so Putin vor Verteidigungsbeamten, und behauptete, dass die russischen Truppen die Initiative behalten. (cs)

Redakteur Christian Stör hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.