News-Ticker Ukraine-Krieg

Mehrere Explosionen in von Russland besetzten Städten – Militärzentrale getroffen

  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
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  • Stefan Krieger
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Im Ukraine-Krieg kommt es vielerorts zu Gefechten. Russland erleidet in Bachmut schwere Verluste. Der News-Ticker.

  • Explosionen in besetzten Gebieten: Ukraine attackiert russische Kommandozentrale
  • Russische Angriffe auf Kiew: Alle Drohnen aus Russland laut ukrainischen Angaben abgefangen
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Newsticker ist beendet. Über die aktuelle militärische Entwicklung in der Ukraine informieren wir in unserem neuen Ticker.

Update vom 11. Juli, 21.10 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Absage der Bundesregierung zu einer Lieferung deutscher Marschflugkörper an die Ukraine bekräftigt. „Wenn einzelne Partner das tun, ist das deren souveräne Entscheidung. Wir haben keine Absicht, unsere Position zu ändern“, sagte der SPD-Politiker in Vilnius am Rande des Nato-Gipfels. Für Kritik an Deutschland, das inzwischen der zweitgrößte Unterstützer der Ukraine nach den USA sei, sehe er keinen Raum. „Die Luftverteidigung der Ukraine wäre ohne uns überhaupt nicht denkbar“, sagte Pistorius.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Militärzentrale getroffen

Update vom 11. Juli, 19.05 Uhr: In den besetzten Städten Skadowsk in der Region Cherson sowie in Tokmak in der Oblast Saporischschja ist es zu mehreren Explosionen gekommen. Dies berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf Wladimir Rogow, ein Mitglied der russischen Besatzungsverwaltung in Saporischschja sowie dem Sender Suspilne.

Angeblich hätten die ukrainische Armee das Mehrfachraketen-System Himars eingesetzt, um damit Tokmak anzugreifen. „Zumindest einige der Raketen wurden von der russischen Luftabwehr abgeschossen“, schrieb Rogow auf Telegram – der Rest sei jedoch in der Kleinstadt eingeschlagen. Weiter bestätigte er Berichte, denen zufolge es in weiteren Orten zu Explosionen gekommen ist. Auch ein Hotel, in dem sich das Militärkommando der russischen Armee einquartiert hatte, soll getroffen worden sein. Über mögliche Opfer ist bislang nichts bekannt.

Ein Feuerwehrmann arbeitet sich durch den Schutt eines zerstörten Krankenhauses in Tokmak in der Region Saporischschja. Schon mehrfach litt die Kleinstadt unter Raketenangriffen. (Archivfoto)

News zum Ukraine-Krieg: Kampfjet-Ausbildungen sollen noch im Juli beginnen

Update vom 11. Juli, 17.25 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Botschafters in Großbritannien, Vadym Prystaiko, wird die Ausbildung ukrainischer Piloten an westlichen Kampfjets in Großbritannien Ende Juli beginnen. Dies berichtete die Agentur Ukrinform. Anfangs werde man 20 Piloten ausbilden, sagte Prystaiko und betonte, die britische Armee operiere keine F-16-Kampfjets und werde die ukrainischen Piloten daher an anderen Kampfjets aus europäischer Produktion trainieren. Mit der Entscheidung, die Ausbildung von Piloten zu starten, wolle London sicherstellen, so der Botschafter, dass man einsatzbereite ukrainische Piloten habe, sobald eine politische Entscheidung für die Lieferung von Kampfjets erfolge. Generell würden im Laufe des Jahres rund 30.000 ukrainische Soldaten ein Training in Großbritannien absolvieren.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

News im Ukraine-Krieg: Russland greift Getreideterminal in Odessa an

Update vom 11. Juli, 15.20 Uhr: In der Nacht zum Dienstag hat Russland offenbar die Ukraine mit 28 Drohnen angegriffen. Betroffen gewesen sei unter anderem ein Getreideterminal in einem Hafen in der Region Odessas, teilten die ukrainischen Behörden mit.

Nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Oleg Kiper war das Terminal Ziel eines „gewaltigen“ Angriffs. „Zwei Terminals, darunter ein Getreideterminal, fingen durch herabfallende Splitter abgeschossener Drohnen Feuer.“ Die Brände seien ohne größere Schäden oder Opfer gelöscht worden. Den Namen der Anlage nannte er zunächst nicht. In der Region Odessa gibt es drei Häfen, die Teil des am 17. Juli auslaufenden Getreideabkommens sind. Kiper zufolge wurden 22 Drohnen von der Luftabwehr im Süden des Landes zerstört. Zwei andere trafen demnach ein Verwaltungsgebäude in der Nähe des Hafens. Landesweit schoss die ukrainische Luftabwehr eigenen Angaben zufolge 26 Drohnen iranischer Bauart ab.

Auch in der Region Kiew gab es ukrainischen Angaben zufolge Angriffe. In der Hauptstadtregion stürzten Drohnenteile auf mehrere Ortschaften, wie es vom staatlichen Notdienst hieß. Opfer gab es demnach nicht. Vom Notdienst veröffentlichte Bilder zeigen auf dem Boden verteilte Trümmer und ein Haus mit einer durchlöcherten Decke.

News zum Ukraine-Krieg: Kreml reagiert auf schnelleres Nato-Beitrittsverfahren für die Ukraine

Update vom 11. Juli, 14.25 Uhr: Der Kreml reagiert giftig auf ein schnelleres Nato-Beitrittsverfahren für die Ukraine, welches aktuell im Gespräch ist. „Potenziell ist das sehr gefährlich für die europäische Sicherheit“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nun der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Russland werde Maßnahmen ergreifen, die vergleichbar mit denen nach Finnlands Nato-Beitritt seien, sagte Peskow weiter. Damals hatte Russland etwa den Aufbau eines eigenen Armeekorps im Nordwesten Russlands angekündigt.

„Storm Shadows“ im Ukraine-Krieg: Kreml kritisiert „Fehler“ Frankreichs

Update vom 11. Juli, 13.35 Uhr: Der Kreml hat die von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigte Lieferung von Raketen längerer Reichweite an die Ukraine als „Fehler“ bezeichnet und Gegenmaßnahmen angekündigt. Es handelt sich um Marschflugkörper vom Typ Scalp.

Die Raketen – ein britisch-französisches Gemeinschaftsprojekt – sind auch unter dem Namen „Storm Shadows“ bekannt und haben eine Reichweite von mehr als 250 Kilometern. Großbritannien hatte bereits im Mai die Lieferung solcher Raketen an die Ukraine angekündigt. Russland hatte dies damals als einen „extrem feindlichen“ Akt bezeichnet.

Deutschland sagt im Ukraine-Krieg Militärgüter im Wert von 700 Millionen Euro zu

Update vom 11. Juli, 11.41 Uhr: Deutschland will der Ukraine weitere Waffen, Munition und militärische Ausrüstung im Wert von knapp 700 Millionen Euro liefern. Das wurde zum Auftakt des Nato-Gipfels in Vilnius aus Regierungskreisen bekannt. Bei dem Gipfel am 11. und 12. Juli wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet.

Russland verliert angeblich General im Ukraine-Krieg

Update vom 11. Juli, 10.33 Uhr: Der russische General Oleg Tsokow soll im Ukraine-Krieg ums Leben gekommen sein. Das teilte dem belarussischen Portal Nexta zufolge Pjotr Andriuschenko mit. Er ist Berater des Bürgermeisters von Mariupol. Getötet wurde Tsokow demnach in der Großstadt Berdjansk in der Südukraine. Verifizieren ließ sich diese Informationen zunächst nicht.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Generalstab mit Update

Update vom 11. Juli, 9.37 Uhr: Die Verluste im Ukraine-Krieg sind weiterhin hoch. Kiew veröffentlicht nur Zahlen zu Russlands Verlusten. Im Folgenden ein Auszug aus den aktuellsten Angaben. In Klammern der Anstieg binnen des vergangenen Tages. Unabhängig prüfen lassen sich die Zahlen zunächst nicht.

Verluste im Ukraine-Krieg: Aktuelle Zahlen zu Russland

  • Soldaten: 235.020 (+540)
  • Panzer: 4089 (+4)
  • Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 7983 (+17)
  • Artilleriesysteme: 4385 (+14)
  • Fahrzeuge und Tanklastzüge: 6966 (+29)
  • Quelle: Auszug der Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 11. Juli 2023

Ukraine-Krieg: Drohnen-Wrackteile in Kiew gefunden

Update vom 11. Juli, 8.35 Uhr: Neben der Hauptstadt Kiew wurde auch die Hafenstadt Odessa nach Angaben der örtlichen Verwaltung in der Nacht angegriffen. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden, hieß es. Nähere Angaben machte die Verwaltung zunächst nicht. Luftalarm wurde auch in den Regionen Mykolajiw, Cherson, Kirowograd, Poltawa, Sumy und Charkiw gemeldet.

Bei dem Angriff auf Kiew mit Drohnen iranischer Bauart seien geringe Schäden entstanden, alle entdeckten Luftziele in Richtung Kiew seien zerstört worden. Um wie viele Drohnen es sich handelte, teilte das ukrainische Militär zunächst nicht mit. Auch zu möglichen Opfern gab es zunächst keine Angaben. Nach Angaben des Innenministeriums wurden Wrackteile der Drohnen in der Region der ukrainischen Hauptstadt gefunden. Fenster und Anbauten von Häusern seien beschädigt worden.

Ukraine-Krieg: Russen in Bachmut „in eine Falle gelockt“

Update vom 11. Juli, 7.30 Uhr: Die Ukraine erklärte am Montag (11. Juli), ihre Truppen hätten die russischen Besatzungstruppen in der zerstörten östlichen Stadt Bachmut, wo ihre Streitkräfte im Rahmen ihrer Gegenoffensive an Boden gewonnen haben, „in eine Falle gelockt“.

„Bachmut. Der Feind sitzt in der Falle“, sagte General Oleksander Syrskyi, der für die ukrainischen Bodentruppen zuständig ist, in der Messaging-App Telegram. „Die Stadt ist unter der Feuerkontrolle (unserer) Verteidigungskräfte. Der Feind wird aus seinen Stellungen gedrängt.“

Zur Situation im Süden erklärte General Oleksander Tarnavskyi auf Telegram, die ukrainischen Streitkräfte seien „auf dem Vormarsch“ und die russischen Streitkräfte hätten innerhalb von 24 Stunden Hunderte von Männern verloren.

Militärchef im Ukraine-Krieg: Angriff auf Kiew abgewehrt

Update vom 11. Juli, 5.30 Uhr: Die ukrainische Luftabwehr wehrt in der Nacht nach Angaben des Militärverwaltungschefs von Kiew, Serhij Popko, einen weiteren russischen Luftangriff auf die Hauptstadt ab. Angaben über mögliche Opfer oder Schäden liegen zunächst nicht vor.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen bei Bachmut zurückgedrängt

Update vom 11. Juli, 5.00 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über wichtige Anhöhen bei Bachmut im Gebiet Donezk von den russischen Truppen zurückerlangt. „In Bachmut halten unsere Verteidiger seit mehreren Tagen die Eingänge, Ausgänge und Feindbewegungen in der Stadt unter Feuerkontrolle“, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar bei Telegram.

Der Oberkommandierende der Landstreitkräfte, Olexander Syrskyj, hatte ebenfalls mitgeteilt, dass die russischen Truppen bei Bachmut zurückgedrängt worden seien. „Der Feind befindet sich in der Falle“, hob der Generaloberst hervor. In der Ostukraine hat die ukrainische Armee Maljar zufolge seit dem Beginn ihrer Gegenoffensive insgesamt 24 Quadratkilometer befreit. In der Südukraine seien es gut 169 Quadratkilometer. In der vergangenen Woche seien in Summe in beiden Richtungen etwa 14 Quadratkilometer hinzugekommen.

Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Kiew meldet aktuelle Zahlen

Die Ukraine hat die Angaben zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg aktualisiert. Laut Kiew sind binnen 24 Stunden weitere 440 russische Soldaten gestorben oder verletzt worden. Damit erhöht sich die Anzahl seit Ausbruch des Krieges auf über 234.00. Diese Angaben (in Klammern die Veränderungen zum Vortag) stammen direkt vom ukrainischen Verteidigungsministerium und sind weder von Russland noch von einer unabhängigen Einrichtung bestätigt. Sie lassen sich deshalb nicht unabhängig prüfen.

Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher in Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli).

Ukraine-Krieg: Nato-Gipfel in Litauen beginnt

Kiew/Moskau – Mit Beratungen über die weitere Unterstützung der Ukraine und den Ausbau der Abschreckung und Verteidigung gegen Russland beginnt am Dienstag (11. Juli) der zweitägige Nato-Gipfel in Litauen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg will bei dem Spitzentreffen ein klares Signal an Russlands Präsidenten Wladimir Putin aussenden: Dass der Krieg gegen die Ukraine zum Scheitern verurteilt ist und jede Aggression gegen einen Nato-Staat eine entschlossene Reaktion des gesamten Bündnisses zur Folge hätte.(Mit Agenturen)

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