Verhandlungen im Ukraine-Krieg
Ukraine-Krieg: Lawrow sieht Fortschritt in Gesprächen mit den USA
VonJekaterina Jaluninaschließen
Moskau ist optimistisch, dass die Verhandlungen über eine mögliche Vereinbarung zwischen Russland und den USA „in die richtige Richtung“ laufen.
Moskau/Washington, D. C. – Teile eines möglichen Abkommens zwischen Russland und den USA zur Beendigung des Ukraine-Kriegs benötigen laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow noch eine „Feinjustierung“. Dies sagte er im Interview mit dem US-Sender CBS News. „Wir sind genau mit diesem Prozess beschäftigt“, so Lawrow. Er sieht die Verhandlungen auf einem guten Weg. „Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen“, so der russische Chefdiplomat. Man sei bereit für einen Deal.
Derweil attackiert Russland die Ukraine unvermindert weiter. Bei Luftangriffen auf die Hauptstadt Kiew starben in der Nacht zum Donnerstag mindestens zwölf Menschen.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Ukraine-Krieg: Russland attackiert Kiew mit Luftangriffen: Trump fordert Putin auf, die Angriffe zu stoppen
Auch US-Präsident Donald Trump, den Lawrow regelmäßig für seine Haltung lobt, kritisierte das Vorgehen. „Wladimir, STOPP!“, schrieb Trump teils in Großbuchstaben auf seiner Plattform „Truth Social“ an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet. Die Angriffe seien nicht notwendig und kämen zu einem sehr schlechten Zeitpunkt. Die USA hatten wiederholt damit gedroht, sich aus den Verhandlungen zurückzuziehen, sollte es nicht bald zu einer Einigung kommen.
Trump zeigt sich zuversichtlich, dass es bald ein Friedensabkommen geben wird. Aus seiner Sicht kommt der Kreml der Ukraine sogar bereits entgegen, indem Russland sein Nachbarland nicht mehr komplett erobern will. „Den Krieg zu beenden und nicht das ganze Land einzunehmen? Ein ziemlich großes Zugeständnis“, sagte Trump zu der Frage nach den Zugeständnissen Moskaus in den Verhandlungen.
Im Interview bei CBS sagte Lawrow, Trump sei der einzige Präsident auf der Welt, der den „Hauptursachen“ des Ukraine-Krieges auf den Grund gehen wolle. So habe der amerikanische Staatschef etwa zugegeben, dass es ein „riesiger Fehler“ gewesen sei, die Ukraine in Richtung Nato zu ziehen. Dies sei laut Trump ein Fehler der Regierung von Joe Biden, was er nun wiedergutmachen wolle, so Lawrow.
Luftangriffe auf Kiew: Lawrow rechtfertigt Russlands Attacke im US-Fernsehen
Lawrow rechtfertigte außerdem die Angriffe auf Kiew. Er sagte, Russland ziele nur auf militärische Ziele oder auf zivile Ziele, die vom Militär genutzt werden. Putin habe das schon oft zum Ausdruck gebracht, das sei diesmal nicht anders gewesen. Die Moderatorin fragte, ob es sich um einen gezielten Angriff gehandelt habe und nicht um einen Fehler. Lawrow antwortete, wenn dies ein Ziel sei, das vom ukrainischen Militär genutzt wurde, dann hätten der Verteidigungsminister und die Kommandeure das Recht, es anzugreifen. (dpa/afp/jal)
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