Die militärische Lage

Russland startet neuen Raketenangriff: Mehrere Verletzte in Odessa 

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Herabstürzende Raketentrümmer verletzen im ukrainischen Odessa mehrere Menschen. Russland greift Tscherkassy und Dnipro an. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle militärische Entwicklung im Ukraine-Krieg informieren wir in unserem neuen Newsticker.

Update vom 30. März, 6.55 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa offiziellen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen verletzt worden. Unter den Opfern sei auch ein 15 Jahre alter Teenager, teilte Odessas Bürgermeister Hennadij Truchanow mit. Zwar hätten beide Raketen von der Luftverteidigung abgeschossen werden können. Doch Trümmerteile seien auf Straßen und Gebäude herabgestürzt.

Der Ukraine-Krieg geht mit unverminderter Härte weiter.

Nato fängt zwei russische Flugzeuge ab

Update vom 29. März, 21.30 Uhr: Italienische Nato-Flugzeuge haben nach Angaben zweier Insider zwei russische Flugzeuge über der Ostsee abgefangen. Die italienische Luftwaffe sprach lediglich von zwei unidentifizierten Flugzeugen, die am Donnerstag und am Freitagmorgen über internationalen Gewässern der Ostsee abgefangen worden seien. Im Einsatz gewesen seien zwei italienische Eurofighter, die anschließend an ihren Stationierungsort in Polen zurückgekehrt seien. Die beiden Insider aus italienischen Verteidigungskreisen sagten, die beiden russischen Flugzeuge seien vom Radar erfasst worden und hätten nicht auf versuchte Funkkontakte reagiert.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Toter und Verletzte bei Drohnenattacke in russischer Stadt Belgorod

Update vom 29. März, 18.39 Uhr: In der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze sind beim Einschlag einer Drohne in einem Wohnhaus ein Mann getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden. Die Frau des getöteten Mannes sei mit einem Schädelhirntrauma und Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Freitag in seinem Kanal im Messengerdienst Telegram mit. Es seien Fenster und Balkone an fünf Wohnungen sowie ein Auto beschädigt worden.

Auf einem Video war zu sehen, wie die Drohne in das Hochhaus krachte. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass die Flugabwehr eine Drohne abgeschossen habe. Am Morgen hatte das Ministerium gemeldet, im Gebiet Belgorod 15 Luftziele vernichtet zu haben. Gladkow sprach von Schäden an 17 Wohnhäusern und einem Dutzend Autos.

Munitionsmangel Grund für ukrainischen Rückzug aus Awdijiwka

Update vom 29. März, 15.16 Uhr: Laut dem ukrainischen Armeechef Oleksandr Syrskyj verfügt Russland über sechsmal mehr Munition als die Ukraine. Der Westen müsse „schneller mehr Munition und Waffen“ liefern, so Syrskyj gegenüber der ukrainischen Nachrichtenseite Ukrinform. Der seit Februar amtierende Armeechef begründete die fehlenden Erfolge bei der Offensive in Charkiw mit fehlenden Mitteln.

Die Ukraine hätte die verlorenen Gebiete mit einer „ausreichenden Anzahl von Luftabwehrsystemen und Artilleriegranaten zweifellos“ gehalten, behauptete Syrskyj. Auch in Awdijiwka sei demnach neben „ständigen Bombardements“ der Munitionsmangel Grund für den Rückzug gewesen.

Russland wohl mit Geländegewinn

Update vom 29. März, 13.00 Uhr: Expertinnen und Experten des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) haben Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine Geländegewinne bescheinigt. Die russischen Streitkräfte hätten eine Fläche von 505 Quadratkilometern seit Beginn der Offensivoperationen im Oktober eingenommen, berichtete das ISW in seiner jüngsten Analyse. Das entspricht mehr als dem Zweifachen der Fläche der Stadt Frankfurt am Main. Zwar verhindere die Ukraine noch, dass Russland größere taktische Gewinne entlang der gesamten Frontlinie mache. „Aber eine weitere Verzögerung der US-Sicherheitshilfe wird die Gefahr eines russischen operativen Erfolgs vergrößern“, hieß es.

„Barbarische Anstrengungen“: Schäden an der Infrastruktur für Energie, Wärme und Wasser

Update vom 29. März, 10.40 Uhr: Nach den massiven Angriffen Russlands auf mehrere Regionen der Ukraine, sind weitere Details bekannt. So hat Kiew erneut schwere Schäden an der Energieinfrastruktur des Landes gemeldet. Es seien Wasser- und Wärmekraftwerke im Westen und im zentralen Teil der Ukraine beschädigt worden, teilte der Energieversorger Ukrenerho mit. Nach Angaben des Energieministeriums waren besonders Anlagen für die Stromerzeugung Ziele der Raketen und Drohnen. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Folgen der Luftschläge zu beseitigen, so das Ministerium.

US-Botschafterin Bridget Brink verurteilte „Russlands barbarische Anstrengungen, Millionen von Männern, Frauen und Kindern den Strom zu nehmen“. „Die ganze Nacht über hat Russland rücksichtslos Raketen und Drohnen gegen die Energieinfrastruktur der Ukraine eingesetzt“, schrieb sie auf X (vormals Twitter).

Russland startet „massiven Raketenangriff“ – Luftwaffe holt Dutzende Drohnen vom Himmel

Update vom 29. März, 8.30 Uhr: Die Ukraine will in der vergangenen Nacht 84 von 99 Drohnen und Raketen zerstört haben, die die russische Armee zu Angriffen auf das Nachbarland genutzt hatte. Dies geht aus einem Telegram-Beitrag von Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk hervor. Russland habe „einen massiven Raketen- und Luftangriff auf Einrichtungen des ukrainischen Brennstoff- und Energiesektors“ gestartet.

Unter anderem seien bei der Abwehr 58 Shahed-Drohnen und 4 Iskander-Marschflugkörper zerstört worden. „Ehre und Lob für alle, die die Ukraine gegen den russischen Terror verteidigen. Danke für euren Kampfeinsatz. Danke für dieses Ergebnis!“, schrieb Oleschtschuk.

Russland attackiert kritische Infrastruktur: Explosionen in Tscherkassy und Dnipro

Update vom 29. März, 6.31 Uhr: In den Regionen Tscherkassy und Dnipro ist es in der vergangenen Nacht zu mehreren Explosionen gekommen. Dies berichtet der ukrainische öffentlich-rechtliche Sender Suspilne sowie der Gouverneur der Oblast Tscherkassy, Ihor Taburets. Ihm zufolge habe die Luftabwehr mehrere russische Drohnen abschießen können; zuvor habe Russland mehrere kritische Infrastruktureinrichtungen angegriffen. Über Verletzte oder Todesopfer ist bislang nichts bekannt.

Russland erhöht den Druck im Osten: Schwere Gefechte rund um Awdijiwka und Bachmut

Update vom 28. März, 22.45 Uhr: Russische Truppen haben am Donnerstag den Druck auf die Verteidiger der Ostukraine erhöht. Dabei standen die Gebiete rund um Awdijiwka und Bachmut im Mittelpunkt schwerer Kämpfe, teilte der Generalstab in Kiew in seinem täglichen Lagebericht mit. Insgesamt seien dort elf Vorstöße russischer Soldaten gegen vier Ortschaften gemeldet worden.

Entlang der gesamten Frontlinien vom Süden bis zu den östlichen Teilen der Ukraine seien insgesamt 48 Gefechte aufgeflammt. Bei Charkiw habe es russische Luft- und Artillerieangriffe gegeben. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Update vom 28. März, 20.10 Uhr: Laut Angaben der nationalen Polizeibehörde in der Ukraine sind derzeit 50.000 Menschen im Land als vermisst gemeldet. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenplattform Ukrajinska Prawda. Dabei übersteige die Zahl der Vermissten im Land nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs Andrij Niebytow nicht nur die Zahl vor Beginn des russischen Angriffskriegs um ein Fünffaches: Die Suche nach vermissten Personen gestalte sich in Kriegszeiten auch komplexer und schwieriger.

Vor allem unweit der Kriegsfronten käme es immer wieder zu „unvorhersehbaren Situationen“, dazu kämen Migration und Flucht sowie Angriffe auf das Leben und den Alltag in friedlichen Städten, zitiert die Nachrichtenseite den Offiziellen. Das mache „das Sammeln von Informationen, das Verifizieren von Daten und das Durchführen von Suchmissionen“ deutlich komplizierter. Dafür wolle die Behörde nun ihre Arbeitsweisen weiterentwickeln, etwa durch verbesserte Abläufe, internationale Zusammenarbeit und moderne Technologien.

„Brauchen schnelle Hilfe“: Selenskyj warnt vor neuem Großangriff im Ukraine-Krieg

Update vom 28. März, 18.40 Uhr: In einem Fernsehinterview mit dem US-Sender CBS News hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer baldigen russischen Großoffensive gewarnt. Diese könnte die Ukraine bereits im Mai oder Juni in weitere Bedrängnis bringen. Laut Selenskyj müsste sich die Ukraine darauf nicht nur vorbereiten, sondern auch „die Situation stabilisieren“ und das ginge nur mit der Hilfe und Unterstützung ihrer Alliierten.

Die hat Selenskyj jedoch nicht nur in seinem Fernsehinterview gefordert, sondern erneut auch auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter), wo er nach einem Gespräch mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, an die US-amerikanischen Parlamentsabgeordneten appellierte: „Eine schnelle Hilfe für die Ukraine aus den USA ist für uns lebensnotwendig. Wir verstehen, dass es zum weiteren Vorgehen unterschiedliche Ansichten im Repräsentantenhaus gibt, doch die Unterstützung für die Ukraine sollte dabei immer der verbindende Faktor sein“, so Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Russland rüstet sich wohl auf der Krim gegen Partisanen-Attacken

Update vom 28. März, 15.20 Uhr: Spionageberichten zufolge verlegt Russland zunehmend Militär auf die besetzte Krim – wohl mit dem Ziel, sich mit stärkeren Truppen gegen Partisanenangriffe zu wappnen. Das berichtet die ukrainische Zeitung Kyiv Post auf der Basis von Informationen der Guerilla-Bewegung Atesh. Zuvor hatten die Atesh-Aktivisten über ihren Telegram-Kanal bekannt gegeben, dass sie die russischen Truppenbewegungen auf der Krim genau beobachteten.

So sei etwa auffällig, dass nach dem jüngsten Angriff durch ukrainische Drohnen zunehmend Abwehrsysteme rund um Sewastopol errichtet worden seien. Auch entlang der Küstenlinie der Krim ziehe Russlands Armee Infanteriefahrzeuge zusammen. Darüber hinaus hieß es auf dem Atesh-Kanal, militärischer Ausrüstung werde in mehrere kleinere Siedlungen geliefert, wo die Bestände inmitten von zivilen Gebäuden aufbewahrt würden. Damit sei nicht ausgeschlossen, dass Russland plane, einen ukrainischen Angriff mit zivilen Opfern zu provozieren, um den ukrainischen Streitkräften Kriegsverbrechen vorzuwerfen.

Ukraine News: Kinder bei Angriffen verletzt

Erstmeldung vom 28. März: Bei den russischen Angriffen auf Charkiw waren unter den Verletzten nach Angaben von Regionalgouverneur Oleg Sinegubow vier Kinder. Erstmals seit Kriegsbeginn habe Russland Charkiw mit einem Lenkflugkörper unter Beschuss genommen, die Zahl der Opfer könne weiter steigen, erklärte Sinegubow.

Bei einem Angriff auf das Dorf Borowa in der Region Charkiw wurde am Mittwochabend nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein zwölfjähriger Junge getötet. In der südlichen Region Cherson starb nach Angaben von Regionalgouverneur Oleksandr Prokudin eine 61-jährige Frau bei einem Drohnenangriff auf die Ortschaft Mychajliwka. In Nikopol in der südöstlichen Region Dnipropetrowsk wurde nach Behördenangaben ein 55-jähriger Mann durch Artilleriefeuer getötet. (red mit Agenturmaterial)

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