Eisenbahnsabotage
Geheimdienst enthüllt: Sabotage in Russland behindert Putins Ukraine-Krieg
- VonHelmi Krappitzschließen
Eisenbahnsabotage und Anti-Krieg-Aktivismus: Russland zieht Infrastruktur-Saboteure vor Gericht – die Aktionen gehen aber weiter.
Moskau – Noch lange ist kein Ende des Ukraine-Kriegs in Sicht. Und doch stellt sich nicht nur die Ukraine dem russischen Militär entgegen – auch Widerstandsgruppen tragen ihren Teil zur Behinderung des Invasionsversuches bei. Mittels Sabotagen wichtiger Eisenbahnstrecken wird Russlands Kriegslogistik immer wieder unterbrochen.
Eisenbahnnetz: Mehr als 76 Sabotagefälle vor russischem Gericht
Russische Widerstandsgruppen haben es auf das russische Schienennetz abgesehen. Denn: Besonders die Truppenversorgung verläuft über die Gleise des Schienenverkehrs. 33.000 Schienenkilometer dienen zum Transport von Panzern, Munition und Treibstoff – also als essenzielle Infrastruktur im Angriffskrieg auf die Ukraine.
Die russischen Behörden stehen wegen der anhaltenden Sabotage der Infrastruktur vor einer großen Herausforderung. Bis Oktober 2023 seien über 76 Fälle vor Gericht verhandelt und 137 Menschen strafrechtlich verfolgt worden – von denen die überwiegende Mehrheit unter 24 Jahre alt seien. Diese Informationen veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium am Mittwoch (8. November) in einem Geheimdienst-Update auf der Plattform X (ehemals Twitter).
Sabotage: Russland warnt mit Schildern vor lebenslanger Haft
Als Reaktion auf die Störungsfälle habe Russland Anfang 2023 an wichtigen Teilen der Eisenbahnstrecken Schilder angebracht. Diese verweisen darauf, dass Sabotage nach russischem Strafgesetzbuch mit bis zu lebenslanger Haft bestraft werden könne. Das scheint aber nicht alle Aktivistinnen und Aktivisten abzuhalten. Laut britischem Verteidigungsministerium sei Sabotage nach wie vor Protestform für eine Minderheit junger Menschen – besonders weil Meinungsverschiedenheiten verboten sind.
Latest Defence Intelligence update on the situation in Ukraine – 08 November 2023.
— Ministry of Defence 🇬🇧 (@DefenceHQ) November 8, 2023
Find out more about Defence Intelligence's use of language: https://t.co/JHBntZYNex
🇺🇦 #StandWithUkraine 🇺🇦 pic.twitter.com/8YnLfxsrKF
Widerstand: Sabotage von Eisenbahnnetz als Protestform
Vor rund 17 Monaten wurden die ersten Vorfälle gemeldet. Unter anderem gefährdete eine russische Gruppe Russlands Strategien durch Sabotageakte, berichtete das britische Verteidigungsministerium. Die Widerstandsgruppe „Stop the Wagons“ steckte hinter vielen Fällen. Damals sprach Russland bei der Sabotage von „Terroristen“ und verneinte das Wissen über eine solche Anti-Kriegs-Gruppe.
Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung




Russland verfüge sogar über eine eigene Abteilung, der Eisenbahntruppe zur Unterstützung des Logistiknetzwerks aus Schienen. Da die russischen Schienen oft durch dünnbesiedelte Gebiete verlaufen, sind sie einfach und unbemerkt zu sabotieren. Wegen Russland Abhängigkeit von der Infrastruktur können auch kleine Eingriffe große Effekte haben. (hk)
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