Flugkörper im rumänischen Luftraum
Russische Drohnen-Reste an Bündnisgrenze gefunden: Nato findet deutliche Worte
- VonSimon Schröderschließen
Russlands Angriffe nahe der Nato-Ostflanke alarmiert Rumänien. Drei von Putins Drohnen waren in den Nato-Luftraum eingedrungen.
Bukarest – Nach russischen Angriffen auf ukrainische Donauhäfen sind in Rumänien an der Grenze zur Ukraine erneut Reste russischer Drohnen gefunden worden. Rumänien habe seine Nato-Partner bereits über den Fund nahe dem Dorf Plauru am nördlichen Donau-Arm Chilia informiert, schrieb Rumäniens Außenministerin Luminita Odobescu auf der Social-Media-Plattform X. Die Trümmer stammen nach Angaben des Verteidigungsministeriums von einer Drohne vom Typ Geran 1/2, mit der Russland in der Nacht auf Mittwoch (24. Juli) die ukrainischen Häfen angegriffen habe.
Ein Nato-Sprecher sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass es einen absichtlichen Angriff Russlands auf alliiertes Gebiet gegeben habe. Gleichzeitig bezeichnete er das russische Vorgehen als „unverantwortlich und potenziell gefährlich“. Er verwies darauf, dass die Nato die Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen in den vergangenen Tagen intensiviert habe. Dazu gehörten auch Luftpatrouillen. Nach Angaben der Nato sind nur Drohnen-Trümmer auf rumänisches Staatsgebiet gefallen, sondern auch ganze Flugkörper in den rumänischen Luftraum eingedrungen.
Russlands Drohnen verfehlen Ukraine – und landen im Luftraum der Nato
Laut Politico waren drei der russischen Shahed-Kamikazedrohnen über die rumänische Grenze und damit in den Luftraum der Nato geflogen. Odobescu äußerte sich auf X: „Russland hat weitere abscheuliche Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung verübt.“ Weiter heißt es: „Auf rumänischem Territorium wurden Trümmer gefunden. Wir haben unsere Verbündeten informiert und stimmen uns mit ihnen in dieser Angelegenheit ab. Rumänien verurteilt diese unverantwortlichen Handlungen aufs Schärfste.“
Das rumänische Verteidigungsministerium prüft nach eigenen Angaben, ob nach weiteren russischen Angriffen im grenznahen Gebiet in der Nacht zum Donnerstag weitere Objekte in derselben Region auf rumänisches Territorium gefallen seien. In beiden Nächten habe man die Bevölkerung in der Region vor den Angriffen gewarnt und dazu aufgefordert, Schutzbunker oder Keller aufzusuchen.
F-16 Nato-Kampfjets patrouillieren den Luftraum zur ukrainischen Grenze
Zudem seien jedes Mal während der Angriffe von rumänischer Seite Überwachungsflugzeuge in die Nähe des Kampfgebiets gestartet. In der Nacht zum Mittwoch seien es F-16-Kampfjets der rumänischen Luftwaffe vom Stützpunkt Borcea in Südrumänien gewesen, in der Nacht zum Donnerstag finnische F-18-Jets von der Luftwaffenbasis Mihail Kogalniceanu nahe dem Schwarzen Meer, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.
Plauru liegt unmittelbar gegenüber dem ukrainischen Donauhafen Ismajil, in einer dünn besiedelten Region. Im vergangenen Jahr landeten dort mehrmals Trümmer russischer Drohnen, nach Angriffen auf ukrainische Häfen.
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Bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs kam es zu einem ähnlich brenzligen Fall, als eine vermeintlich russische Rakete in ein polnisches Dorf unweit der ukrainischen Grenze einschlug, wie CNN berichtete. Spätere Untersuchung des Falls zeigte, dass es sich um eine ukrainische Luftverteidigungsrakete gehandelt hatte, die außer Kontrolle geraten war. Bei dem Unfall waren zwei Zivilisten ums Leben gekommen. (sischr/dpa)
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