Verluste im Ukraine-Krieg

Russlands Verluste: Mehr als 700.000 Soldaten getötet oder verwundet – Neue Details zu Opferzahlen im Ukraine-Krieg

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    VonChristian Stör
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Russland erleidet im Gebiet Kurs offenbar enorme Verluste. Auch an anderen Frontabschnitten steigen die Opferzahlen. Kiew meldet jeden Tag neue Daten.

Kiew – Seit fast 1000 Tagen tobt in Europa der Ukraine-Krieg. Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt dabei extrem hohe Verluste in Kauf. So konnten das unabhängige russische Medienunternehmen Mediazona sowie der russische Dienst der BBC bisher die Namen von 75.382 getöteten russischen Soldaten verifizieren.

Russland erleidet im Ukraine-Krieg hohe Verluste. (Archivbild)

Russland erleidet laut Kiew im Ukraine-Krieg hohe Verluste bei Kursk

Hohe Verluste erleidet Russland wohl auch im Gebiet Kursk. In den seit Anfang August dauernden Kämpfen in der westrussischen Region sind nach ukrainischen Angaben bei den Gefechten bis Ende Oktober knapp 8000 russische Soldaten getötet worden. Das entspricht in etwa dem Verlust von acht Bataillonen. Die Streitkräfte der Ukraine sprachen in diesem Zusammenhang von „unwiederbringlichen Verlusten“ der russischen Seite. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Demnach wurden zudem rund 60 russische Panzer und rund 200 Schützenpanzer zerstört oder beschädigt. Zudem seien 136 Artilleriegeschütze, drei Hubschrauber sowie hunderte Drohnen zerstört worden. Auch diese Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Zu den eigenen Verlusten gab die Militärführung in Kiew keine Informationen.

Dem ukrainischen Generalstab zufolge liegen die gesamten Verluste für Russland jeden Tag offenbar deutlich über der Marke von 1000. So sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1260 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer beträgt demnach knapp 701.650 tote und verwundete Soldaten. Die Daten lassen sich unabhängig jedoch nicht überprüfen.

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
5. November (Di)1260701.650
4. November (Mo)1300700.390
3. November (So)1410699.090
2. November (Sa)1270697.680
1. November (Fr)1460696.410
31. Oktober (Do)1310694.950
30. Oktober (Mi)1560693.640

Auch bei der Ausrüstung muss Russland schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten, werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 5. November). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9.208 Panzer (+15 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 18.581 (+43) 
  • Artilleriesysteme: 20.150 (+29) 
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1245
  • Luftverteidigungssysteme: 996 (+2)
  • Drohnen: 18.309 (+29) 
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 329
  • Marschflugkörper: 2631 (+2) 
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 28.278 (+41)
  • Spezialausrüstung: 3587

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Verluste von Russland im Ukraine-Krieg: Nato bestätigt Zahlen aus Kiew

Auch die westlichen Geheimdienste versuchen, die Zahl der verwundeten und getöteten Soldaten einzuschätzen. „Mehr als 600.000 russische Soldaten wurden in Putins Krieg getötet oder verwundet, und er ist nicht in der Lage, seinen Angriff auf die Ukraine ohne ausländische Unterstützung aufrechtzuerhalten“, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte am 28. Oktober in Brüssel. Deshalb sei Putin nach Ansicht der Nato mittlerweile auf Unterstützung aus dem Ausland wie zum Beispiel Nordkorea angewiesen.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der britische Geheimdienst bestätigte im Oktober die Einschätzung des ukrainischen Generalstabs, wonach Russland seit seiner Invasion im Februar 2022 mehr als 660.000 Soldaten im Ukraine-Krieg verloren habe. (cs)

Rubriklistenbild: © Uncredited/AP/dpa

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