Verluste im Ukraine-Krieg

Schwere Verluste für Russland: Putins Armee verliert im Ukraine-Krieg fast 2000 Soldaten an einem Tag

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Seit mehr als 1000 Tagen tobt in Europa der Ukraine-Krieg. Die Verluste für Putins Armee sind extrem hoch. Ein Überblick.

Moskau – An den Fronten im Ukraine-Krieg geht es trotz Schneetreiben, Schneeregen und eisiger Temperaturen heiß her. Das bedeutet auch: Die Verluste bleiben weiter enorm hoch. Vor allem die Zahl der getöteten und verwundeten Soldaten steigt rapide an.

Auch in der westrussischen Region Kursk gibt es einen blutigen Schlagabtausch. Russische Truppen versuchen derzeit, die von ukrainischen Einheiten seit dem Sommer besetzten Gebiete zurückzuerobern. Dabei erleiden auch die in die russischen Verbände eingegliederten nordkoreanischen Soldaten nach ukrainischen Berichten erstmals schwere Verluste.

Russland will mit aller Macht die Region Kursk zurückgewinnen - und setzt dabei laut Kiew auch auf nordkoreanische Soldaten. (Archivbild)

Auch die integrierten Nordkorea-Truppen erleiden schwere Verluste im Ukraine-Krieg

Die dort eingesetzte ukrainische Einheit „Madjar“ veröffentlichte auf der Plattform X die Videoaufnahme einer Aufklärungsdrohne, die im Schnee nebeneinander liegende Leichen von Soldaten zeigt. Nach der Darstellung von „Madjar“ hatten nordkoreanische Soldaten nach schweren Gefechten ihre gefallenen Kameraden an einem Frontabschnitt gesammelt. Eine unabhängige Bestätigung dazu war nicht erhältlich.

Nordkorea unterstützt Russland im Ukraine-Krieg mit rund 10.000 Soldaten, die nach einer kurzen Ausbildung mit neuer Bewaffnung und Ausrüstung an die Front bei Kursk verlegt wurden.

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

Die Zahlen zu den Verlusten im Ukraine-Krieg sind ein militärisches Geheimnis. Die Politik in Russland gibt keine Daten preis. Dafür veröffentlicht der ukrainische Generalstab jeden Tag neue Zahlen zu Russlands Verlusten. Demnach sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1820 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf knapp 774.100 tote und verwundete Soldaten. Die Daten lassen sich unabhängig jedoch nicht überprüfen.

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
22. Dezember (So)1820774.100
21. Dezember (Sa)1860772.280
20. Dezember (Fr)2200770.420
19. Dezember (Do)1530768.220
18. Dezember (Mi)1580766.690
17. Dezember (Di)1600765.110
16. Dezember (Mo)1070763.510

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 22. Dezember). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9609 (+15 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 19.870 (+29)
  • Artilleriesysteme: 21.284 (+32)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1256
  • Luftabwehrsysteme: 1030 (+3)
  • Drohnen: 20.735 (+50)
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 329
  • Marschflugkörper: 2943
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 31.972 (+81)
  • Spezialausrüstung: 3662

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Verluste im Ukraine-Krieg steigen von Tag zu Tag

Opferzahlen in solchen Konflikten lassen sich in der Regel nicht unabhängig verifizieren. Zuletzt hatte die New York Times unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstquellen der US-Politik berichtet, dass bisher bereits 57.000 ukrainische Soldaten gefallen seien. Am 8. Dezember gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Zahl der eigenen im Ukraine-Krieg getöteten Soldaten mit 43.000 an. Zudem habe es 370.000 Fälle gegeben, in denen Verletzten Hilfe geleistet worden sei. Etwa die Hälfte der Verletzten sei aber wieder in den Kriegsdienst zurückgekehrt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der Kreml wies unterdessen Trumps Angaben als falsch zurück, nannte aber – wie immer – keine eigenen Zahlen. Das unabhängige russische Medienunternehmen Mediazona sowie der russische Dienst der BBC haben bisher die Namen von mehr als 84.761 getöteten russischen Soldaten verifizieren können. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © Russisches Verteidigungsministerium/AP/dpa

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