Gefahr von Hackergruppen
Sorge wächst: BND warnt vor Cyber-Angriffen auf LNG-Terminals
VonSandra Katheschließen
BND-Chef Kahl warnt vor einer zunehmenden Gefahr vor Cyber-Angriffen. Ziele könnten – gerade im Hinblick auf den Ukraine-Krieg – auch neue LNG-Terminals sein.
Stuttgart – Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs hält der Chef des Bundesnachrichtendiensts, Bruno Kahl, auch versuchte Cyberattacken auf Infrastruktur in Deutschland für möglich und warnt dabei vor allem vor Angriffen auf „neuen Anlagen zur Anlandung von verflüssigtem Gas“. Das sagte Kahl am Freitag (15. September) bei einem Cybersicherheitsforum in Stuttgart.
Die als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und den Lieferstopp aus Russland errichteten LNG-Terminals sollen für Deutschland und seine Nachbarländer eine langfristige Versorgung mit Gas sicherstellen, wozu über die vergangenen Monate im Eiltempo notwendige Infrastruktur aufgebaut wurde. Neben den bislang drei LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Lubmin sind weitere Anlagen in Vorbereitung.
Gefahren durch Hacker im Ausland: Viele Angriffe kommen aus Russland und China
Dass Hacker aus dem Ausland auch diese Anlagen früher oder später ins Visier nehmen werden, das zeigten die Erfahrungen der Sicherheitsbehörden. Hauptsächlich nähmen Cyberkriminelle neben Unternehmen nämlich Krankenhäuser und Energieversorger, Banken und die öffentliche Verwaltung in den Fokus, sagte Kahl im Rahmen des Forums.
Bei den Herkunftsländern enttarnter Hacker liegen laut dem BND-Chef nach wie vor Russland und China weit vor anderen Staaten und laut BND seien „staatliche Akteure beider Länder [...] intensiv im Cyber-Raum unterwegs, um der Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und auch der Gesellschaft in Deutschland zu schaden“, so Kahl. Dazu kämen auch Hacker in kleineren Staaten wie Nordkorea, Vietnam oder dem Iran.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten




Cyber-Sicherheit in Deutschland: Viele Unternehmen müssen Maßnahmen ausbauen
Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl ermutigte die Unternehmen im Südwesten, mehr gegen Cyberkriminelle und Attacken aus dem Netz zu unternehmen, und kritisierte, dass viele Unternehmen nicht adäquat auf solche Angriffe vorbereitet seien. Es brauche personelle und finanzielle Investitionen gegen Cyberattacken und eine ständige Überprüfung der eigenen Schutzsysteme. Das bedeute auch, dass Schwachstellen in den eigenen Systemen „aktiv gesucht, erkannt und beseitigt werden“ müssten.
Der deutschen Wirtschaft entstehe jährlich durch Cyberattacken ein Schaden von mehr als 200 Milliarden Euro. Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Cyberkriminelle würden sich immer mehr professionalisieren, deshalb müsse man auf Ballhöhe bleiben. (saka mit dpa)
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