Putins Armee im Ukraine-Krieg

Russland erleidet schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Aktuelle Zahlen zu den Opfern

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Seit fast drei Jahren tobt der Ukraine-Krieg. Russlands Armee hat inzwischen wohl mehr als 800.000 Soldaten verloren. Ein Überblick.

Moskau – Russland hat im Ukraine-Krieg enorm hohe Verluste zu beklagen. Vor allem seit November sind die Opferzahlen noch einmal deutlich gestiegen. Dazu tragen offenbar auch die Kämpfe in der westrussischen Region Kursk bei. So soll die russische Armee dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge zuletzt allein im Umkreis der Ortschaft Machnowka „ein Infanteriebataillon nordkoreanischer Soldaten und russischer Fallschirmjäger verloren“ haben. Ein Bataillon besteht in der Regel aus mehreren hundert Soldaten.

Ohnehin sollen die Truppen aus Nordkorea bei den Gefechten im Ukraine-Krieg äußerst schwere Verluste erlitten haben. Laut Selenskyj sind bisher rund 3800 nordkoreanische Soldaten im Gebiet Kursk getötet oder verwundet worden.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine startet Offensive in Region Kursk – Verluste im Ukraine-Krieg schnellen in die Höhe

Jetzt hat der überraschende Gegenangriff ukrainischer Einheiten für neue schwere Kämpfe im Gebiet Kursk gesorgt. Der Generalstab in Kiew meldete in seinem Lagebericht am 5. Januar insgesamt 42 einzelne bewaffnete Zusammenstöße in der Region. Damit dürften die Verluste noch einmal deutlich in die Höhe schnellen.

Ukrainische Einheiten waren im vergangenen Sommer unerwartet über die Grenze hinweg in Richtung der westrussischen Stadt Kursk vorgestoßen und hatten dabei größere Geländegewinne erzielt. Russland hatte später rund 50.000 Soldaten zu einer Gegenoffensive zusammengezogen. Bis zu dem neuen Gegenstoß der Ukrainer hatte das russische Militär knapp die Hälfte des besetzten Gebiets in monatelangen schweren Kämpfen zurückerobert.

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

Die Zahlen zu den Verlusten im Ukraine-Krieg sind ein militärisches Geheimnis. Die Politik in Russland gibt keine Daten preis. Dafür veröffentlicht der ukrainische Generalstab jeden Tag neue Zahlen zu Russlands Verlusten.

Demnach sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1750 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf knapp 808.250 tote und verwundete Soldaten. Auch diese Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
12. Januar (So)1750808.250
11. Januar (Sa)1570806.500
10. Januar (Fr)1830804.930
9. Januar (Do)1430803.100
7. Januar (Di)1970800.010
6. Januar (Mo)1550798.040
5. Januar (So)1730796.490
Russland erleidet hohe Verluste im Ukraine-Krieg. (Archivbild)

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 12. Januar). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9756 (+5 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 20.289 (+18)
  • Artilleriesysteme: 21.839 (+22)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1260
  • Luftabwehrsysteme: 1042 (+1)
  • Drohnen: 21.958 (keine neuen Angaben)
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 331
  • Marschflugkörper: 3018 (+1)
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 33.598 (+64)
  • Spezialausrüstung: 3694 (+2)

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen von Tag zu Tag

Opferzahlen lassen in Konflikten wie dem Ukraine-Krieg in der Regel nicht unabhängig verifizieren. Dennoch sind verlässliche Daten zu Russlands Verlusten vorhanden. So haben der russischsprachige Dienst der britischen Rundfunkanstalt BBC und das unabhängige russische Nachrichtenportal Mediazona gemeinsam ermittelt, dass im Ukraine-Krieg bisher mehr als 84.700 russische Soldaten gefallen sind. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sergey Bobylev/SNA

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