Hunderttausende Soldaten

Russland erleidet weiter schwere Verluste im Ukraine-Krieg – Kiew nennt neue Details

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die Verluste im Ukraine-Krieg sind extrem hoch. Hunderttausende Soldaten sind getötet oder verwundet worden. Ein Überblick.

Moskau – Der Ukraine-Krieg bringt enorm hohe Verluste mit sich. Vor allem die Zahl der getöteten und verwundeten Soldaten ist exorbitant hoch. Darauf machte jetzt auch Donald Trump aufmerksam. Der designierte US-Präsident forderte deshalb nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Paris ein Ende des Ukraine-Kriegs.

Russland sei durch große Verluste in der Ukraine in einem „geschwächten Zustand“. Auch Selenskyj und die Ukraine wollten eine Einigung, um den „Wahnsinn“ zu stoppen. „Ich kenne Wladimir gut“, schrieb Trump mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Jetzt ist seine Zeit zum Handeln gekommen.“

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg sind weiter massiv. (Archivbild)

Trump nennt Zahlen zu den Verlusten im Ukraine-Krieg

Trump verwies auch auf den Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und Moskaus Rolle im Bürgerkrieg in Syrien. Russland habe Assad zum Schluss nicht mehr schützen wollen und das Interesse an dem Land verloren.

Und warum? „Wegen der Ukraine, wo fast 600.000 russische Soldaten verwundet oder tot sind – in einem Krieg, der nie hätte beginnen dürfen und der ewig weitergehen könnte.“ Die Ukraine wiederum habe „400.000 Soldaten und noch viel mehr Zivilisten“ in dem Krieg mit Russland verloren.

Die Verluste von Russland im Ukraine-Krieg in Zahlen

Die Zahlen zu den Verlusten im Ukraine-Krieg sind ein militärisches Geheimnis. Die Politik in Russland gibt keine Daten preis. Dafür veröffentlicht der ukrainische Generalstab jeden Tag neue Zahlen zu Russlands Verlusten. Demnach sollen allein in den vergangenen 24 Stunden etwa 1280 russische Soldaten bei Kampfhandlungen getötet oder schwer verletzt worden sein. Die Gesamtzahl der Opfer steigt demnach auf knapp 762.440 tote und verwundete Soldaten. Die Daten lassen sich unabhängig jedoch nicht überprüfen.

DatumVerluste am TagVerluste insgesamt
15. Dezember (So)1280762.440
14. Dezember (Sa)1040761.160
13. Dezember (Fr) 1390760.120
12. Dezember (Do) 1390758.730
11. Dezember (Mi) 1400757.340
10. Dezember (Di) 1350755.940
9. Dezember (Mo)1220754.590

Russland muss auch bei der Ausrüstung schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen

Neben den Verlusten unter den Soldaten werden auch zerstörte Panzer, Drohnen und andere Waffensysteme dokumentiert. Die Zahlen in der folgenden Liste werden ebenfalls von der ukrainischen Militärführung mitgeteilt (Stand 15. Dezember). Diese Zahlen können ebenfalls nicht überprüft werden.

  • Panzer: 9551 (+12 zum Vortag)
  • Gepanzerte Fahrzeuge: 19.707 (+32)
  • Artilleriesysteme: 21.128 (+26)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1256 (+3)
  • Luftverteidigungssysteme: 1025 (+2)
  • Drohnen: 20.356 (+127)
  • Flugzeuge: 369
  • Hubschrauber: 329
  • Marschflugkörper: 2943 (+2)
  • Kriegsschiffe und Boote: 28
  • U-Boote: 1
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 31.398 (+181)
  • Spezialausrüstung: 3648 (+4)

Krieg in der Ukraine

Über alle Entwicklungen aus dem Ukraine-Krieg und die Lage an der Front informieren wir aktuell in unserem News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Verluste im Ukraine-Krieg steigen von Tag zu Tag

Opferzahlen in solchen Konflikten lassen sich in der Regel nicht unabhängig verifizieren. Zuletzt hatte die New York Times unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstquellen der US-Politik berichtet, dass bisher bereits 57.000 ukrainische Soldaten gefallen seien. Am 8. Dezember gab Selenskyj die Zahl der eigenen im Ukraine-Krieg getöteten Soldaten mit 43.000 an. Zudem habe es 370.000 Fälle gegeben, in denen Verletzten Hilfe geleistet worden sei. Etwa die Hälfte der Verletzten sei aber wieder in den Kriegsdienst zurückgekehrt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der Kreml wies unterdessen Trumps Angaben als falsch zurück, nannte aber – wie immer – keine eigenen Zahlen. Das unabhängige russische Medienunternehmen Mediazona sowie der russische Dienst der BBC haben bisher die Namen von mehr als 82.050 getöteten russischen Soldaten verifizieren können. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © ROMAN PILIPEY/dpa

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