„Sprengmunition, Minenraketen“

Pistorius kündigt weiteres 400-Millionen-Paket für Ukraine an – eine Waffe fehlt wieder auf der Liste

  • Felix Durach
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Deutschland schnürt ein weiteres Hilfspaket für die Ukraine. Verteidigungsminister Pistorius kündigte weitere Lieferungen von Waffen und Munition an.

Berlin – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte neue Hilfen für die Ukraine im Volumen von 400 Millionen Euro an. Das erklärte der Minister am Montag in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Die von Kiew geforderten Marschflugkörper vom Typ „Taurus“ seien in dem Paket jedoch nicht enthalten. Dafür enthalte das Paket „Sprengmunition, Mörsermunition, Minenraketen. Denn Munition ist das, was die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen den brutalen Angriffskrieg am dringendsten braucht“, begründete Pistorius den Schritt. Weiter sollen gepanzerte Fahrzeuge und Minenräumsysteme, sowie Strom- und Wärmeerzeuger geliefert werden.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat weitere Militärhilfen für die Ukraine angekündigt.

Pistorius kündigt Waffenlieferungen an – weiter keine „Taurus“-Marschflugkörper

Auf die Frage nach der Lieferung von „Taurus“-Marschflugkörpern im Ukraine-Krieg reagierte der Verteidigungsminister ausweichend. „Die Pflicht der gesamten Bundesregierung ist es, jede Waffenlieferung sehr sorgfältig abzuwägen. Dabei ist eine Vielzahl von politischen, rechtlichen, militärischen und technischen Aspekten zu klären“, sagte Pistorius. Aktuell wolle man sich bei der Unterstützung auf die Kampfpanzer vom Typ Leopard 2, sowie das Luftabwehrsystem IRIS T fokussieren.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Ankündigung des Verteidigungsministers erfolgte am Tag vor dem Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz am Dienstag. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat Amtskollegen und hochrangige Militärvertreter aus aller Welt eingeladen, um über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die seit Juni laufende ukrainische Gegenoffensive zu beraten. Es ist das 13. Treffen im sogenannten Ramstein-Format seit April 2022. Pistorius musste seine Teilnahme aufgrund einer Corona-Infektion absagen. (fd mit afp)

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