„Frühjahrsoffensive in vollem Gange“

Ukraine-Krieg: Wladimir Putins Truppen verschärfen Angriffe trotz Feuerpause

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Während Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg ungewiss bleiben, intensiviert die russische Armee von Wladimir Putin ihre Angriffe.

Donbass – Kommt es im Ukraine-Krieg wirklich zu direkten Verhandlungen über eine Waffenruhe zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi und Russland-Machthaber Wladimir Putin?

Feuerpause im Ukraine-Krieg? Wladimir Putins Russland-Armee griff stattdessen an

Am späten Montagabend (12. Mai) war dies nach vorherigen Spekulationen über ein etwaiges Treffen im türkischen Istanbul, an dem eigenen Aussagen zufolge selbst US-Präsident Donald Trump teilnehmen könnte, völlig unklar. Zuvor hatte Putin über das orthodoxe Osterfest zwischen dem 8. und dem 10. Mai eine einseitige Feuerpause von 30 Stunden angekündigt.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Nur: Offenbar hat sich das brutale Moskau-Regime selbst überhaupt nicht daran gehalten. Im Gegenteil: Einem Bericht zufolge verstärkten die russischen Streitkräfte innerhalb dieses Zeitfensters ihre heimtückischen Angriffe auf die Ukraine stattdessen noch einmal.

Waffenruhe im Ukraine-Krieg? Russische Truppen hielten Feuerpause wohl nicht ein

Das berichtet das ukrainische Nachrichtenportal Ukrainska Prawda mit Verweis auf die Militär-Analysten von DeepState. Die oft zitierten Blogger fassen ihre Beobachtungen demnach mit den Sätzen zusammen: „An fast keiner Front kam es zu einem Waffenstillstand. Es gab nur Einzelfälle, das ist alles.“ Ihren Erhebungen zufolge hätten die Russen stattdessen entlang der Front am 8. Mai 193 Mal, am 9. Mai 196 Mal und am 10. Mai 161 Mal ukrainische Positionen und Stellungen angegriffen.

Im April hätten die russischen Invasionstruppen täglich im Schnitt noch 155 Mal angegriffen, heißt es zur angeblichen Feuerpause weiter. Die Waffen schwiegen also nicht. Und die ins Stocken geratenen Verhandlungen? Europäische Nato-Staaten wie Deutschland hatten dem russischen Regime an diesem Montag (12. Mai) ein Ultimatum für die Wiederaufnahme von Gesprächen über einen möglichen Waffenstillstand gestellt. Andernfalls würden neue Sanktionen gegen Moskau in Kraft treten. Doch der Kreml lehnte ab.

Russische Soldaten in einem besetzten Teil der ukrainischen Region Luhansk.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Putins Moskau-Regime akzeptiert Ultimatum nicht

Putins Kreml-Sprecher Dmitri Peskow teilte dazu mit: „Die Sprache des Ultimatums ist weder akzeptabel noch angemessen. In dieser Sprache kann man mit Russland nicht reden.“ Experten gehen aktuell dagegen vielmehr von einer weiteren Verschärfung der ohnehin brutalen Gefechte auf den Schlachtfeldern aus.

So glaubt zum Beispiel der Politikwissenschaftler Christian Mölling (Bertelsmann Stiftung), „dass Russland die Ukraine während der Verhandlungen massiv beschießt“, um Druck auf Selenskyj aufzubauen. Insofern diese Verhandlungen denn zustande kommen. Im „heute journal“ des ZDF erklärte Mölling am Montagabend, dass Putin wohl eher die russische „Frühjahrsoffensive, die gerade in vollem Gange ist“, vorantreiben werde. (pm)

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