„Monatelang nicht kampffähig“

Putins Teilmobilmachung: Geheimdienst sieht „Eingeständnis“ und „beträchtliches“ Risiko für Kremlchef

Russlands Präsident Wladimir Putin mobilisiert weitere Streitkräfte im Krieg mit dem Nachbarland Ukraine
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Russlands Präsident Wladimir Putin mobilisiert weitere Streitkräfte im Krieg mit dem Nachbarland Ukraine.
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    VonFranziska Schwarz
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Der Vorstoß des russischen Präsidenten Wladimir Putin könnte nicht nur auf dem Schlachtfeld scheitern, sondern auch politisch gefährlich für ihn werden, heißt es aus London.

London - Hat Russland unter Wladimir Putin überhaupt die Fähigkeiten zur angeordneten Teilmobilmachung? Der britische Geheimdienst hat Zweifel daran. „Russland wird wahrscheinlich mit logistischen und administrativen Herausforderungen zu kämpfen haben, die 300.000 Soldaten auch nur zu mustern“, teilte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag (22. September) mit.

Die russische Militärführung werde vermutlich versuchen, mit den ausgehobenen Truppen neue Einheiten aufzustellen. Diese seien aber „wahrscheinlich monatelang nicht kampffähig“, hieß es weiter.

Teilmobilmachung durch Putin: Laut Geheimdienst „ein beträchtliches politisches Risiko“

Auch das britische Ministerium wertete die Teilmobilisierung als Zeichen russischer Schwäche. „Der Schritt ist praktisch ein Eingeständnis, dass Russland seinen Vorrat an willigen Freiwilligen für den Kampf in der Ukraine erschöpft hat“, betonte die Behörde. Die Einberufungen dürften zudem sehr unbeliebt in der Bevölkerung sein, hieß es weiter. In der Hoffnung, dringend benötigte Kampfkraft zu generieren, gehe Kremlchef Putin „ein beträchtliches politisches Risiko“ ein.

Wladimir Putin: Der Aufstieg von Russlands Machthaber in Bildern

Wladimir Putin ist seit dem 24. Februar 2022 auch Kriegsherr – auch wenn in Russland nach offizieller Lesart nur von einer militärischen „Spezialoperation“ in der Ukraine gesprochen wird.
Wladmir Putin mit Flottenchef Kurojedow
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Dieses Foto zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Jahr 1994 in seinem Büro. Damals war er 42 Jahre alt und Vizebürgermeister von St. Petersburg.
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Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf den Geheimdienst täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung, jetzt mit der neuen Premierministerin Liz Truss, sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa/frs)