Die Lage in der Ukraine

Russische Rakete verletzte Nato-Luftraum Polens – USA sagen „felsenfeste“ Unterstützung zu

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    VonStefan Krieger
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Russland hat bei einem Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt offensichtlich den Nato-Luftraum verletzt. Eine Erklärung des Kremls steht weiterhin aus. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 26. März, 7.40 Uhr: Nach der kurzzeitigen Verletzung des polnischen Luftraums durch Russland haben die USA allen Nato-Staaten ihre „felsenfeste“ Unterstützung zugesichert. „Unsere Verpflichtung gegenüber der Nato und der Sicherheit unserer Nato-Verbündeten, einschließlich Polen, ist felsenfest und wird nicht nachlassen“, sagte am Montag der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Matthew Miller.

Botschafter ignoriert Polens Forderung

Update vom 25. März, 15.15 Uhr: Der russische Botschafter in Polen ist der Aufforderung, beim Außenministerium in Warschau vorstellig zu werden, nicht nachgekommen. Ein Protest wegen einer russischen Rakete, die am Sonntagmorgen kurzzeitig in den polnischen Luftraum eingedrungen war, werde nun anderweitig übermittelt, teilt das Ministerium mit.

Russische Rakete in polnischem Luftraum eingedrungen – weitere Zwischenfälle zu erwarten

Update vom 25. März, 10.35 Uhr: Szymon Hołownia, Sprecher des polnischen Parlaments, ist der Ansicht, dass es weiterhin zu Zwischenfällen mit russischen Raketen kommen kann, die den polnischen Luftraum verletzen, solange der Krieg in der Ukraine andauert.

Ein F-16-Jet der polnischen Luftwaffe startet während eines Medientages mit Mitgliedern der polnischen und US-amerikanischen Luftwaffen. (Archivfoto)

Hołownia sagte, entscheidend sei, dass „alle Systeme [ihre Aufgaben] erfüllt haben“. Er rief dazu auf, diese Systeme zu verbessern und „weder Mühe noch Geld zu scheuen, um uns zu rüsten“. Hołownia wies darauf hin, dass der Abschuss von Raketen immer so erfolgen sollte, dass Zivilisten nicht zu Schaden kommen. „Wenn man eine solche Rakete abschießt, stürzt ihr Wrack irgendwo ab, was ein unkontrollierbarer und komplizierterer Prozess ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass das [polnische] Militär getan hat, was es hätte tun müssen“, so Hołownia mit Bezug auf den aktuellen Fall, in eine russische Rakete den polnischen Luftraum verletzte (siehe Update von 24. März, 7.45 Uhr).

Attacken auf Russland im Ukraine-Krieg: Geheimdienst meldet Schaden an Schwarzmeerflotte

Update vom 25. März, 9.31 Uhr: Der ukrainische Militär-Geheimdienst GUR meldet heute einen „kritischen“ Schaden am russischen Landungsschiff „Yamal“. Er sei durch einen ukrainischen Angriff auf die russische Schwarzmeerflotte vor der Krim enstanden, schreibt GUR auf Facebook.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Der Angriff habe bereits am 23. März stattgefunden. Die Yamal habe nun am Oberdeck ein Loch.

Verletzung des Nato-Luftraums durch Russland bei Ukraine-Angriff: Polen fordert Erklärung

Update vom 25. März, 5.30 Uhr: „Polen fordert von der Russischen Föderation Erklärungen für die erneute Verletzung des Luftraums“, erklärte am Sonntag (24. März) ein Sprecher des polnischen Außenministeriums. Von den Erklärungen und Informationen des von Polen einbestellten russischen Botschafters „hängt unser weiteres Vorgehen ab“.

Der Vorfall ereignete sich bei russischen Angriffen auf den Westen der Ukraine. Für rund 40 Sekunden wurde nach Angaben der polnischen Armee der Luftraum des Nato-Landes „durch einen der Marschflugkörper verletzt, die heute Nacht von der Luftwaffe (...) der Russischen Föderation abgefeuert wurden“. Nach dem Vorfall seien die polnische und verbündete Luftwaffen aktiviert worden.

Bei einem ähnlichen Vorfall im Dezember 2023 war eine russische Rakete in den polnischen Luftraum eingedrungen und hatte diesen wenigen Minuten später in Richtung Ukraine wieder verlassen. Der in Artikel 5 geregelte Nato-Bündnisfall sieht bei einem „bewaffneten Angriff“ auf einen oder mehrere Mitgliedstaaten eine kollektive Antwort vor.

Nach Verletzung des Nato-Luftraums bei Russlands Angriff auf Ukraine: Polen bestellt Botschafter ein

Update vom 24. März, 15.33 Uhr: Polen hat nun auf die erklärte Verletzung seines Luftraums während eines Raketenangriffs Russlands auf die Ukraine reagiert. Polens Vize-Außenminister Andrzej Szejna sagte laut der Agentur PAP, das Außenministerium in Warschau werde den russischen Botschafter einbestellen. Dieser müsse sich zu dem Vorfall erklären.

Update vom 24. März, 10:00 Uhr: Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben bei Angriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim in der Nacht zwei große russische Landungsschiffe, ein Kommunikationszentrum und andere von der Schwarzmeerflotte genutzte Infrastruktur getroffen. Ein von Russland eingesetzter Behördenvertreter bestätigt, dass es in der Nacht einen großen ukrainischen Angriff gegeben habe. Die Luftabwehr habe mehr als zehn Raketen über der Krim-Hafenstadt Sewastopol abgeschossen.

Russland verletzt bei Angriff auf Ukraine Nato-Luftraum – Polen reagiert

Update vom 24. März, 7:45 Uhr: Russland hat bei Raketenangriffen auf die Westukraine am Sonntagmorgen polnischen Angaben zufolge kurzzeitig den Luftraum des Nato-Mitglieds Polen verletzt. Am 24. März um 4.23 Uhr habe eine Verletzung des polnischen Luftraums durch einen in dieser Nacht von einem Langstreckenflugzeug Russlands abgeschossenen Marschflugkörper stattgefunden, schrieb der Generalstab der polnischen Streitkräfte auf der Plattform X (vormals Twitter). Ziele der Angriffe seien Städte in der Westukraine gewesen. Das Objekt sei in der Nähe des Dorfes Oserdow in den polnischen Luftraum eingetreten und sei dort 39 Sekunden lang geblieben. 

Während des gesamten Fluges sei es von militärischen Radarsystemen beobachtet worden, hieß es weiter. Es seien alle notwendigen Verfahren zur Gewährleistung der Sicherheit des polnischen Luftraums eingeleitet worden. Unter anderem sei die polnische und verbündete Luftwaffe aktiviert worden.

Update vom 24. März, 6:15 Uhr: Polen mobilisiert seine Flugzeugflotte nach dem russischen Luftangriff auf den Westen der Ukraine. „Polnische und verbündete Flugzeuge wurden aktiviert, was zu einer erhöhten Lärmbelästigung führen kann, insbesondere im südöstlichen Teil des Landes“, teilt das Einsatzkommando der polnischen Streitkräfte über den sozialen Mediendienst X mit. Der südöstliche Teil Polens grenzt an die Ukraine.

Ukraine-Krieg: Russland greift Kiew und Region Lwiw aus der Luft an

Update vom 24. März, 5:30 Uhr: Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und die Region Lwiw im Westen des Landes in der Nacht auf Sonntag mit Luftangriffen überzogen. „Explosionen in der Hauptstadt. Die Luftabwehr funktioniert. Verlassen Sie die Schutzräume nicht“, schrieb der Kiewer Bürgermeister Witali Klitschko im Online-Dienst Telegram. Der Gouverneur der Region Lwiw, Maksym Kosyzkyj, meldete Raketenangriffe auf den Kreis um die südlich von Lwiw gelegene Stadt Stryj.

Das Einsatzkommando der polnischen Streitkräfte (RSZ) meldete seinerseits, dass es in der Nacht „intensive Aktivität von Langstreckenflugzeugen aus der Russischen Föderation“ beobachtet habe, die mit den Angriffen in der Ukraine in Verbindung stehe. „Alle notwendigen Verfahren zur Gewährleistung der Sicherheit des polnischen Luftraums wurden aktiviert und das RSZ überwacht die Situation ständig“, hieß es in der Erklärung weiter.

Nationaler Trauertag in Russland

Erstmeldung: Kiew/Moskau – Bei einem nationalen Trauertag gedenkt Russland an diesem Sonntag der mehr als 130 Opfer des Terroranschlags auf eine Konzerthalle bei Moskau. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte die Tat bereits in der Nacht zu Samstag für sich reklamiert, doch der russische Präsident Putin sah vielmehr eine „ukrainische Spur“ hinter dem Anschlag - ohne jedoch Beweise dafür anzuführen. Kiew wies jede Beteiligung an der Tat zurück. Im Ausland schlossen sich Serbien und Nicaragua mit eigenen Trauertagen dem Gedenken an. Bei dem Anschlag am Freitagabend waren mindestens 133 Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Kinder. Weitere Opfer könnten noch unter Trümmern gefunden werden. 

Die vier Hauptverdächtigen des Terroranschlags wurden am Samstagabend zum Verhör in die russische Hauptstadt gebracht. Wie die Staatsagentur Tass weiter berichtete, waren die vier Männer in einer streng abgesicherten Wagenkolonne aus der Region Brjansk im Süden des Landes, wo sie festgenommen worden waren, zum sogenannten Ermittlungsausschuss gefahren worden. In den kommenden Tagen solle vor Gericht ein Antrag auf Haftbefehl gestellt werden. Ihnen allen drohe eine lebenslange Haftstrafe, hieß es bei Tass. Nach dem Anschlag waren elf Verdächtige festgenommen worden.

Selenskyj: Immer schiebt Moskau Schuld auf andere

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Versuche Putins, mit unbelegten Schuldzuweisungen der Ukraine eine Mitverantwortung für den Anschlag zuzuschieben, kategorisch zurück. „Nach dem, was gestern in Moskau passiert ist, versuchen Putin und die anderen Bastarde natürlich nur, jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben“, sagte Selenskyj am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Die russische Seite habe immer die gleichen Methoden. „Und immer schieben sie die Schuld auf andere.“ Nach den Ereignissen in der Konzerthalle habe „dieser absolute Niemand Putin“ einen Tag lang geschwiegen, anstatt sich um seine russischen Bürger zu kümmern. Vielmehr habe Putin darüber nachgedacht, „wie er das in die Ukraine bringen kann“. 

Selenskyj warf Russland vor, selbst Terror zu verbreiten. Russen kämen in die Ukraine, um Städte niederzubrennen, „und versuchen, die Schuld auf die Ukraine zu schieben“. Sie folterten und vergewaltigten Menschen - und gäben den Opfern die Schuld. „Sie haben Hunderttausende ihrer eigenen Terroristen hierher gebracht, auf ukrainischen Boden, um gegen uns zu kämpfen, und es kümmert sie nicht, was in ihrem Land geschieht.“

Russland werde vor allem darauf achten, ob und wann in Japan unter US-Lizenz gebaute Patriots in die USA und dann in die Ukraine exportiert würden. Sollte das passieren, werde dies schwerwiegende Folgen für die bilateralen russisch-japanischen Beziehungen haben, „einschließlich unserer Vergeltungsmaßnahmen“, so Nosdrew. (red mit Agenturmaterial)

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