US-Wahl 2024

„Um Harris zu wählen“: Jimmy Carter positioniert sich gegen Trump

  • Nils Thomas Hinsberger
    VonNils Thomas Hinsberger
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Jimmy Carter hat nie gezögert, Donald Trump zu kritisieren. Bei der US-Wahl plant er, für Kamala Harris zu stimmen. Trump kontert gegen den Demokraten.

Washington, D. C. – Jimmy Carter wird am Dienstag 100 Jahre alt. Vor dem Jubiläum des Ex-Präsidenten legt sich das Augenmerk nicht nur auf die Errungenschaften des schwer kranken Carter, sondern auch auf seine Abneigung gegenüber dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Vor der US-Wahl 2024 im November teilt Carter noch einmal gegen den Ex-Präsidenten aus – er will unbedingt noch vor seinem Tod für Harris stimmen.

Jimmy Carter wird 100 – der Ex-Präsident spricht sich vor US-Wahl gegen Trump aus

Aus seiner Abneigung gegenüber Trump machte Carter noch nie ein Geheimnis. 2019 sprach er dem damaligen Präsidenten Trump sogar den Sieg bei der US-Wahl 2016 ab, berichtete der Sender C-Span. Grund dafür seien russische Desinformationskampagnen gewesen, die den Wahlkampf zwischen Trump und Hillary Clinton maßgeblich beeinflusst haben könnten, sagte er bei einer Veranstaltung im Carter Center in Atlanta. „Er hat die Wahl verloren“, so Carter. Auf die Frage, ob er Trump deshalb für einen „illegitimen Präsidenten“ halte, lächelte er kurz und sagte dann: „Ausgehend von dem, was ich gerade gesagt habe und nicht mehr zurücknehmen kann ...“ – den Rest ließ er offen.

Als einer seiner letzten Wünsche will Jimmy Carter bei der US-Wahl für Harris stimmen.

Auf der Veranstaltung sprach sich Carter zudem klar gegen eine Wiederwahl von Donald Trump aus. „Ich werde unvoreingenommen bleiben. Einer der wichtigsten Faktoren, die ich im Auge behalten werde, ist, wer Trump schlagen kann“, sagte er. „Ich glaube, es wäre eine Katastrophe, noch vier Jahre Trump zu haben.“

Ex-Präsident Jimmy Carter will Harris bei der US-Wahl 2024 wählen: „Ich versuche, so lange durchzuhalten“

Die Person, die Trump schlagen könnte, scheint Carter nun gefunden zu haben. Und dabei handelt es sich um die demokratische Präsidentschaftskandidatin und Vize-Präsidentin unter US-Präsident Joe Biden, Kamala Harris. „Ich versuche, so lange durchzuhalten, dass ich noch für Kamala Harris stimmen kann“, soll Carter seinem Sohn Chip gesagt haben, wie der Standard berichtete. Es scheint so etwas wie sein letzter Wunsch zu sein.

Den Parteitag der Demokraten habe er trotz seiner Hautkrebsdiagnose vor neun Jahren und seines sich stetig verschlechternden Zustands, verfolgt. Sein Ziel könnte er trotz seiner schweren Krankheit bald erreichen. Denn am 7. Oktober werden in dem Heimat-Bundesstaat des ehemaligen demokratischen Präsidenten die Briefwahlunterlagen versendet.

Der „vergessene Präsident“ – Trump schießt vor US-Wahl gegen Carter und Harris

Trump ließ die Anfeindungen von Carter natürlich nicht unkommentiert. Bei seiner Abschlussrede auf dem G-20-Gipfel in Osaka (Japan) von 2019, nannte Trump Carter den „vergessenen Präsidenten“. Er sei von seiner eigenen Partei „niedergemacht“ worden, so Trump weiter. „Und ich verstehe, wieso sie (die Demokraten, Anm. d. R.) das sagen. Er war kein guter Präsident.“

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Trump nutzt Carter aber auch für seinen Wahlkampf zur US-Wahl 2024. Bei einer Veranstaltung in Prairie du Chien, Wisconsin, sagte Trump, Harris werde eine schlechtere Präsidentin als Biden sein. „Der glücklichste Präsident ist gerade Jimmy Carter. Denn seine Regierung war brillant […] verglichen mit der, die wir gerade haben“, sagte der Republikaner.

Rubriklistenbild: © Erik S. Lesser/Alex Brandon/dpa (Montage)