Rechtsaußenpartei profitiert

Umfrage bestätigt AfD-Trend – Union und SPD verlieren jeden neunten Wähler

  • Christoph Gschoßmann
    VonChristoph Gschoßmann
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Die AfD hält ihre starken Umfragewerte. Die Parteien der zukünftigen schwarz-roten Regierung verlieren hingegen weiterhin an Zustimmung.

München – CDU und SPD ringen um die neue Koalition, um Ministerposten und die neue Regierung. Doch in Umfragen sieht es für die beiden Parteien aktuell mau aus. Ganz anders bei der AfD: Die in Teilen gesichert rechtsextreme Partei kommt laut einer neuen Insa-Umfrage im Auftrag für Bild auf ein Viertel der Stimmen, genau auf 25 Prozent. Damit liegt die AfD gleichauf mit der Partei des wohl künftigen neuen Kanzlers Friedrich Merz.

Umfrage: AfD gleichauf mit Union, SPD nur noch auf 15 Prozent

Der Trend wird damit bestätigt, in einer aktuellen Forsa-Umfragenhatte die AfD gar 26 Prozent erreicht und war stärkste Kraft gewesen. Bei Insa gewinnt die AfD einen Punkt hinzu, während CDU/CSU einen Punkt verlieren, was zum Gleichstand führt. Auch die SPD verliert einen Punkt und sackt ab: Die Genossen liegen nur noch auf 15 Prozent. Grüne bleiben bei elf Prozent und Linke bei zehn. Leicht zulegen kann das BSW, hier geht es einen halben Prozentpunkt nach oben auf fünf Prozent. Bei der Bundestagswahl hatte die Partei von Sahra Wagenknecht den Einzug in den Bundestag verpasst. Schlimme Zeiten durchlebt auch weiter die FDP: Nur 3,5 Prozent der Stimmen fallen in der Insa-Umfrage auf die Liberalen.

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Dass sich die starken Werte der AfD fortsetzen werden, daran glauben laut einer Abfrage von Insa 51 Prozent. Sie vermuten, dass die Partei bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei wird. 27 Prozent glaube das allerdings nicht. Selbst unter Unionswählern glauben 45 Prozent, dass die AfD ihre Partei überholen wird (45 Prozent glauben dies, 39 Prozent nicht).

Schwarz-Rot verliert jeden neunten Wähler seit der Bundestagswahl

Insa-Chef Hermann Binkert anaylsierte gegenüber der Bild. „Die Mehrheit der Bürger glaubt, dass die AfD bei der nächsten Bundestagswahl die stärkste politische Kraft wird. Die Parteien der künftigen schwarz-roten Koalition haben seit der Bundestagswahl jeden neunten Wähler, fünf Prozentpunkte, verloren.“ Für den Meinungstrend wurden vom 17. bis zum 22. April 2025 insgesamt 2010 Bürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

ParteiUmfragewert
AfD25 Prozent (+0,5)
CDU/CSU25 Prozent (-0,5)
SPD15 Prozent (+/-0)
Grüne10 Prozent (+/-0)
BSW5 Prozent (+0,5)
FDP3,5 Prozent (+/-0)
Sonstige5,5 Prozent (+0,5)

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Union strebt gemeinsame Linie im Umgang mit AfD an

Die Union strebt zum Umgang mit der AfD bei parlamentarischen Abläufen und Funktionen im neuen Bundestag eine gemeinsame Linie der künftigen schwarz-roten Koalition an. Unions-Fraktionsgeschäftsführer Thorsten Frei (CDU) sagte in Berlin, dies solle mit der SPD besprochen werden. Er machte mit Blick auf eine aus der Union angestoßene Debatte dazu deutlich, dass es nicht um eine politische Einordnung der AfD als Partei gehe.

Union und AfD sind in Umfragen gleichauf.

Frei erläuterte zur Frage eines Vizepräsidentenpostens für die AfD, dass jede Fraktion ein Vorschlagsrecht habe, dann aber eben auch eine Mehrheit im Bundestag haben müsse. „Die gibt es nicht, und zwar nicht nur knapp nicht, sondern glasklar nicht“, sagte er mit Blick auf die konstituierende Sitzung, in der ein AfD-Kandidat gescheitert war. Daher gehe er davon aus, „dass das auch in Zukunft bei weiteren nachgeholten Wahlen ganz ähnlich sein wird.“ (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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