Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Sommer zwischen Wetter-Extremen: Erst kühl und nass, dann heiß und gewittrig

  • VonDominik Jung
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Von wegen Dauerhitze! Der Sommer 2025 zeigt sich typisch wechselhaft – und damit ganz so, wie es in Deutschland früher üblich war. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Am Mittwoch (16. Juli) zeigt sich der Sommer in seiner ungemütlichen Form: kaum mehr als 20 Grad, dazu Regen und kühle Luftmassen. Es ist der kühlste und nasseste Tag dieser Woche – der vorläufige Tiefpunkt in einer Phase wechselhafter Witterung. Viele empfinden solche Tage im Juli als enttäuschend, ja fast schon „unnormal“.

Doch tatsächlich ist genau das ein ganz typisches Sommerwetter für Mitteleuropa. Ein kurzer Durchhänger mit kühlen Temperaturen ist alles andere als außergewöhnlich. Statt durchgängigem Sonnenschein und Hitze erwartet uns oft ein Mix aus warmen Phasen, gefolgt von Abkühlung durch Schauer und Gewitter.

Nach dem wechselhaften Mittwoch (16. Juli) geht es zum Samstag (19. Juli) wieder steil bergauf in Richtung Hochsommer.

Samstag bringt einen neuen Wetter-Höhepunkt mit Hitze und Sonne – abends drohen Gewitter

Nach dem trüben Mittwoch zeigt sich das Wetter am Samstag (19. Juli) von seiner schönsten Seite. Strahlender Sonnenschein, kaum Wolken und Temperaturen, die vielerorts auf 30 Grad oder mehr steigen dürften. Es ist der Höhepunkt der Woche – ein Sommertag, wie ihn sich viele vorstellen.

Die Freude darüber währt aber nur kurz: Bereits am Samstagabend drohen erneut Gewitter. Der Hochsommer scheint in diesem Jahr vor allem in kurzen Etappen stattzufinden. Wer am Wochenende grillen oder baden gehen will, sollte die Zeit gut planen, denn ab Sonntag (20. Juli) wird es schon wieder unbeständiger.

2025 ist ein Sommer der schnellen Wetterwechsel

Was viele als „schlechtes Sommerwetter“ empfinden, ist in Wahrheit vollkommen normal. Mitteleuropäische Sommer sind traditionell von häufigen Wechseln zwischen warmen, heißen und kühlen Phasen geprägt. Typisch ist ein Auf und Ab der Temperaturen, unterbrochen von Gewittern und Frontdurchgängen. Das galt vor 30 oder 40 Jahren genauso wie heute – nur hat sich in den letzten Jahren das subjektive Empfinden verschoben. Aufgrund häufiger Hitzewellen in den 2010er- und 2020er-Jahren glauben viele, dass wochenlange Hitze zur Norm geworden sei. Doch das ist ein Irrtum.

Dauerhitze? Nicht in Deutschland!

Deutschland ist kein Land der Dauerhitze – auch wenn sich das durch einige extreme Sommer der vergangenen Jahre anders anfühlte. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke über Wochen hinweg sind hierzulande eher die Ausnahme als die Regel. Solche Wetterlagen sind typisch für den Mittelmeerraum, nicht aber für Mitteleuropa.

Dort allerdings kommt es mittlerweile zu extremen Temperaturen von über 40 bis 45 Grad, etwa in Spanien oder Portugal – Werte, die dort selbst als außergewöhnlich gelten. Der diesjährige Sommer erinnert wieder stärker an frühere Jahrzehnte: wechselhaft, durchwachsen, aber auch mit schönen, warmen Tagen – so wie ein klassischer deutscher Sommer eben ist.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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