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Neue Umfrage nach Asyl-Showdown: Union legt zu – SPD-Aufholjagd verpufft

  • Felix Durach
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Trotz AfD-Abstimmung und Demonstrationen. Die Union legt in einer neuen Umfrage zur Bundestagswahl 2025 zu während die SPD auf der Stelle tritt.

Berlin – Der Migrations-Vorstoß von CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz wurde von vielen Beobachtern als riskantes Manöver so kurz vor der Bundestagswahl 2025 eingestuft. Tausende Bürgerinnen und Bürger machten ihrem Unmut auf Demonstrationen im ganzen Land Luft. Verspielt Merz durch das gemeinsame Abstimmen mit der AfD auf den letzten Metern noch den sicher geglaubten Sieg bei der Wahl am 23. Februar? Einer neusten Umfrage zufolge sieht es nicht danach aus. Im Gegenteil: die Merz-CDU verzeichnete eine Woche nach dem viel zitierten Tabu-Bruch sogar einen Zugewinn.

Friedrich Merz, Kanzlerkandidat der CDU, spricht in der Stadthalle während seiner Wahlkampftour.

„Deutschlandtrend“ zur Bundestagswahl 2025: Union legt in Umfrage zu – SPD tritt auf der Stelle

Im „Deutschlandtrend“, den das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD erhoben hat, legt die Union einen Prozentpunkt zu und kommt auf 31 Prozent – knapp über der magischen 30-Prozentmarke. Damit halten CDU und CSU auch die AfD auf Distanz, die in der Woche nach den Migrationsabstimmungen im Bundestag ebenfalls ein Plus verzeichnet. Die in Teilen rechtsextreme Partei kommt in der jüngsten Umfrage auf 21 Prozent (+1).

Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon geboren.
Luftbild des Gymnasiums Petrinum in Brilon, wo Friedrich Merz seine Schulzeit verbrachte und 1975 das Abitur ablegte.
Friedrich Merz studierte unter anderem an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Jura.
Friedrich Merz leistet seinen Wehrdienst von Juli 1975 bis September 1976 bei der Artillerietruppe der Bundeswehr in Kusel.
Friedrich Merz: Bierdeckel, Blackrock und schließlich Bundeskanzler

Die verbleibenden Mitglieder der Bundesregierung können hingegen der jüngsten Umfrage zufolge kein politisches Kapital aus den Vorstößen von Merz in der vergangenen Woche schlagen. Die SPD von Bundeskanzler Olaf Scholz tritt weiterhin auf der Stelle und bleibt bei 15 Prozent. Eine Aufholjagd des SPD-Politikers wie vor der Wahl im Jahr 2021 bleibt somit sehr unwahrscheinlich. Die Grünen verlieren in der neuen Umfrage sogar leicht und kommen mit 14 Prozent (-1) auf den vierten Platz.

Umfrage zur Bundestagswahl 2025: Linke stabil bei fünf Prozent – BSW und FDP müssen bangen

Keine Bewegung gibt es hingegen bei FDP, Linke und BSW. Die Umfragewerte der drei Parteien, die um den Einzug in den Bundestag bangen müssen, haben sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert. Die FDP kommt ebenso wie das BSW auf vier Prozent und würde somit den Einzug ins Parlament verpassen. Die Linke würde mit 5 Prozent eine Punktlandung hinlegen und die Fünf-Prozent-Hürde knapp überspringen. Der Einzug in den Bundestag ist auch durch das Erreichen von drei Direktmandaten möglich. Realistische Chance auf dieses Szenario hat allerdings wohl nur die Linke.

Die aktuellen Daten der Umfrage im Überblick

ParteiUmfrage-Ergebnis in %
CDU/CSU31 (+1)
AfD21 (+1)
SPD15
Grüne14 (-1)
Linke5
FDP4
BSW4
Andere6 (-1)

Institut: Infratest dimap. Erhebungszeitraum: 3.2-5.2.2025 Fallzahl: 1302 Befragte.

Bundestagswahl 2025: Umfragen sind keine Prognosen

Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).

Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2021 laut dem Internetportal Dawum bei 1,03 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. (fd)

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa