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Unklarheit über F-16-Kampfjets im Ukraine-Krieg: Kiew rudert zurück

  • Paul Luka Schneider
    VonPaul Luka Schneider
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F-16-Kampfjets sind eine neue Komponente im Ukraine-Krieg. Das ukrainische Militär zeigte ein Bild von einem bewaffneten Einsatz – und löschte es.

Kiew – Kommando zurück. Zumindest in den sozialen Netzwerken. Das südliche Luftkommando des ukrainischen Militärs hat einen offiziellen Facebook-Post von sich nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Auf diesem war ein mit Raketen bewaffneter F-16-Kampfjet zu sehen, der im Ukraine-Krieg nun auf eine, so wörtlich, „gute Jagd“ gehe. Der gelöschte Post geht derzeit auf Telegram um.

Bewaffneter Einsatz im Ukraine-Krieg: Ukrainische F-16-Kampfjets machen „Jagd“ auf Aggressor

Ukrainische F-16-Kampfjets fliegen offenkundig schon Raketenangriffe gegen den russischen Aggressor. (Symbolfoto)

Eine offizielle Stellungnahme der Ukraine dazu gibt es bisher (14. August) nicht. Das südliche Luftkommando agiert im Ukraine-Krieg beispielsweise in der umkämpften Region Saporischschja. Das dortige Atomkraftwerk, das vor Kurzem brannte, hat Russland unter seine Kontrolle gebracht.

Den Spieß möchte die Ukraine offenkundig wieder umdrehen und hat aus dem Westen gelieferte F-16-Kampfjets in die Region beordert. Mit schwerem militärischen Gerät. Das Bild zeigte sogenannte AIM-120-AMRAAM- sowie AIM-9-Sidewinder-Raketen, die an dem F-16-Kampfjet angebracht waren. Das sind radargelenkte Luft-Raketen beziehungsweise wärmesuchende, selbstgesteuerte Kurzstrecken-Raketen aus amerikanischer Produktion.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Piloten für die F-16-Kampfjets fehlen der Ukraine für den Einsatz gegen Putins Russland im Ukraine-Krieg

Doch dass die öffentlich dargelegte (Vor-)Freude über den Einsatz der F-16-Kampfjets im Ukraine-Krieg taktisch gegenüber Russland eher unklug ist, scheinen die Verantwortlichen dann schnell auch gemerkt haben. Zumal in puncto F-16-Kampfjets in der Ukraine auch noch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Während wegen logistischer Hürden bisher nur ein kleiner Teil der vom Westen zugesagten F-16-Kampfjets der Ukraine für den Einsatz im Ukraine-Krieg überstellt werden konnten, fehlt es dem angegriffenen Land vor allem immer noch an genügend Pilotinnen und Piloten sowie Wartungspersonal. In die Ausbildung für F-16-Kampfjets schalten sich deswegen auch europäische Staaten ein.

Einsatz der F-16-Kampfjets an der Ukraine-Front: Piloten aus des Nato-Staaten aus dem Ruhestand aktivieren

Doch in dieser Zeit könnten die F-16-Kampfjets trotzdem neben Übungsflügen im Hinterland auch beim Kampf an der Front eingesetzt werden. Das meint der republikanische US-Senator Lindsey Graham. Er schlug am Montag (12. August) bei einem Besuch in Kiew vor, dass F-16-Kampfjet-Pilotinnen und -Piloten aus Nato-Ländern aus dem Ruhestand aktiviert werden könnten. Um der Ukraine bei ihrem „Kampf um die Freiheit“ Unterstützung zu leisten. Graham bat US-Präsident Joe Biden darum, das in die Wege zu leiten.

Ein Nato-Staat lässt Kiew derweil im Ukraine-Krieg bei F-16-Kampfjet-Angriffen auf Russland freie Hand. (pls)

Rubriklistenbild: © Efrem Lukatsky/AP/dpa

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