Vertraute mit Wirtschaftserfahrung

Nach Linnemann-Absage als Wirtschaftsminister: Gerüchte um neue Top-Kandidatin aufgetaucht

  • VonSimon Schröder
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CDU-Chef Friedrich Merz sucht nach Ministern und Ministerinnen, um seine Regierung zu füllen. Dem wahrscheinlichen Bundeskanzler stehen große Herausforderungen bevor.

Berlin – Bereits seit Tagen wabert eine Liste mit möglichen Anwärtern auf die unterschiedlichen Ministerposten durchs Netz. Am 6. Mai soll Friedrich Merz zum Bundeskanzler gewählt werden. Bis dahin sollte er auch seine Minister auserkoren haben. Mit einer Kandidatin hat wohl niemand mehr gerechnet. Nachdem Carsten Linnemann an den Posten des Wirtschaftsministers eine Absage erteilt hat, soll Katherina Reiche (CDU) als Merz‘ Top-Kandidatin für den Posten gelten, wie die Bild erfahren haben will.

Für Katherina Reiche wäre das ein beträchtliches Comeback. Die Managerin war zuletzt vor zehn Jahren in der Politik aktiv. Reiche war von 1998 bis 2015 für die CDU Mitglied des Deutschen Bundestages, bis sie 2015 auf ihr Bundestagsmandat verzichtete und direkt in die Wirtschaft wechselte. Sie wurde 2015 Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und leitet aktuell die E.ON-Tochter innogy Westenergie GmbH. Wirtschaftserfahrung hätte die CDU-Politikerin also tatsächlich.

Wen holt Friedrich Merz in sein Kabinett? Diese Minister stehen bereit

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Ist Katherina Reiche Merz‘ Top-Kandidatin für das Wirtschaftsministerium?

Doch ihr Ausscheiden aus dem Bundestag 2015 und sofortiger Wechsel zu einem Lobbyverband der Wirtschaft war damals Anlass von viel Kritik, wie der Tagesspiegel berichtete. Tatsächlich hatte der Bundestag 2015 eine Karenzzeit auf der Bundesebene beschlossen, die den sofortigen Wechsel von Politik in die Wirtschaft erschweren soll. Somit ist ein Wechsel heute in bestimmten Fällen erst nach 12 bis 18 Monaten möglich. Durch ihr Ausscheiden aus dem Bundestag entging Reiche dieser Regelung noch.

Wer noch als Nachfolger von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) gehandelt wird, ist der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Nachdem Linnemann Merz‘ Angebot abgelehnt hatte, Wirtschaftsminister zu werden, erklärte Spahn auf X: „Für die Partei ist das eine echt gute Nachricht, er wird die Anliegen unserer Wähler und Mitglieder weiter stark vertreten.“ Spahn dankte Linnemann, dass er sich in den Dienst der Partei stelle.

Neue Gerüchte um die begehrten Ministerposten: Könnte ausgerechnet Katherina Reiche ihr Polit-Comeback feiern?

Wer könnte das Wirtschaftsministerium unter Merz noch übernehmen? Spahn und Jung sind gefragt

Neben Spahn könnte auch der CDU-Bundesvize und Energie- und Klimaexperte Andreas Jung ein Kandidat für das Amt des Wirtschaftsministers sein. „Nach der Entscheidung Linnemanns ist es jetzt umso wichtiger, dass die Union für diese Schlüsselposition eine Ministerin oder einen Minister mit klarem wirtschaftsliberalen Profil und einer hohen Glaubwürdigkeit gerade auch in Unternehmerkreisen nominiert“, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, der Augsburger Allgemeinen.

Vor allem für Spahn wäre es wohl eine herbe Schlappe, wenn nicht er das Wirtschaftsministerium bekommt, sondern Reiche ihr Polit-Comeback feiern darf. Immerhin ist Spahn als Fraktionsvize für die Wirtschaft zuständig. Ausgerechnet Reiche, die seit nunmehr zehn Jahren nicht mehr in der Politik aktiv ist, könnte ihm nun den begehrten Wirtschaftsposten wegschnappen. (sischr/dpa)

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