5.000 Hektar Land betroffen
Hagel-Unwetter verwüstet Österreich-Ort – Experten sprechen von Millionenschaden
VonNadja Orthschließen
Ein Hagelunwetter ist am Freitag über das Burgenland in Österreich gezogen. Neben zahlreichen Einsätzen entstand einen Millionenschaden in der Landwirtschaft.
Neusiedl am See – Im österreichischen Bundesland Burgenland ist es am Freitag zu mehreren schweren Unwettern mit teils extremen Hagelschauern gekommen. Die Feuerwehr musste laut österreichischen Medienberichten zu rund 30 Einsätzen am Nachmittag ausrücken und zahlreiche Straßen freiräumen sowie Keller auspumpen. Vor allem die Landwirtschaft trug einen schweren finanziellen Schaden davon. Und das, nachdem erst vor einer Woche der Süden Österreichs noch in einem Winter-Chaos versunken war. Tausende Haushalte mussten zeitweise ohne Strom auskommen.
Hagel-Unwetter verwüstet Burgenland in Österreich – Landwirtschaft erleidet Millionenschaden
„Nach den ersten Erhebungen durch die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung beträgt der Gesamtschaden in der burgenländischen Landwirtschaft 1,3 Millionen Euro“, sagte Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, in einer ersten Bilanz am Freitag. Besonders die Bezirke Neusiedl am See und Eisenstadt-Umgebung seien von den Hagelschäden betroffen: Laut Weinberger sei dort eine landwirtschaftliche Fläche von rund 5.000 Hektar an Acker-, Wein- und Obstkulturen beschädigt worden, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.
Weinberger prognostizierte, dass „aufgrund des Klimawandels Hagelereignisse in Zukunft noch intensiver und häufiger auftreten“ werden. Seine Versicherung beobachte diese Entwicklung in Österreich bereits seit Jahren. Sollte sich die Prognose bestätigen, würde das vor allem zu Lasten der Landwirtschaft gehen – denn deren Ertrag hängt laut dem Experten bis zu 80 Prozent vom Wetter ab.
Rund 30 Einsätze nach schweren Unwettern in Österreich: Straßen vollständig mit Hagel bedeckt
Neben den landwirtschaftlichen Schäden musste die Feuerwehr am Freitagnachmittag vor allem in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Neusiedl am See ausgerückt, wie der Nachrichtensender ORF berichtete. Dort sollen zahlreiche Keller unter Wasser stehen, sodass die freiwilligen Feuerwehren vor allem mit Pumparbeiten beschäftigt seien. Auch im Süden des Burgenlandes kam es vereinzelt zu Einsätzen. In Wörterberg teilte die Feuerwehr mit, dass neben einem überfluteten Keller auch die Straßen durch die großen Hagelmengen blockiert waren. Diese wurden mithilfe der Einsatzkräfte und einem Frontlader im Laufe des Nachmittags freigeräumt.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatte es auch in Teilen Deutschlands heftig gestürmt. Der Deutsche Wetterdienst hatte eine Unwetterwarnung der Stufe drei von vier für nahezu den gesamten Südwesten in Baden-Württemberg herausgegeben. Verantwortlich für die prekäre Wetterlage ist Tief „Katinka“. Es brachte zudem stürmische Böen bis zu 70 Kilometern pro Stunde und teils Hagel mit einem Durchmesser bis zu zwei Zentimetern. (nz/dpa)
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