Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Superzellen, Hagel, Tornadogefahr: Gefährliche Unwetter über Deutschland – diese Regionen sind betroffen
- VonDominik Jungschließen
In Teilen Deutschlands droht eine gefährliche Wetterlage mit Superzellen, Riesenhagel und schweren Sturmböen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Nach einem ruhigen Dienstag (3. Juni) kommt am Mittwoch (4. Juni) eine brisante Wetter-Lage ins Rollen. Vor allem im Süden und Osten Deutschlands steigt die Gefahr für schwere Gewitter mit erheblichem Unwetterpotenzial. „Das Setup spricht für eine überregionale Schwergewitterlage – auch Superzellen sind möglich“, warnt Wetterexpertin Kathy Schrey von wetter.net.
Besonders betroffen sind Bayern, der Osten Baden-Württembergs, Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Berlin sowie teils auch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die ersten Zellen könnten sich bereits am frühen Nachmittag bilden, der Schwerpunkt liegt aber auf den Nachmittags- und Abendstunden.
Brandgefährliche Wetter-Lage: Hagel so groß wie Golfbälle – was das bedeutet
Wenn Hagelkörner einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern erreichen, wird es brandgefährlich. Solche Brocken fallen mit hoher Geschwindigkeit vom Himmel und können massive Schäden anrichten – von zerstörten Autoscheiben über durchlöcherte Hausdächer bis hin zu gefährdeten Personen im Freien.
Vor allem Superzellen, rotierende Gewitterzellen mit besonders ausgeprägter Struktur, sind für solch extremen Hagel verantwortlich. Diese Gewitter können sich auch länger halten und weite Strecken zurücklegen – das macht sie besonders tückisch. Hinzu kommt laut Deutschem Wetterdienst teils extreme Windscherung – also eine starke Änderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe. Das sorgt für rotierende Aufwinde in der Atmosphäre – die Grundlage für Superzellen und sogar Tornados.
Unwetter drohen in Deutschland: Starkregen, Platzregen und Orkanböen
Doch nicht nur Hagel und Sturm sind ein Problem. Auch der Regen kann zur Gefahr werden. Lokal sind in kurzer Zeit bis zu 30 Liter pro Quadratmeter möglich – das entspricht einem Wolkenbruch. In dicht bebauten Gebieten kann es dann zu überfluteten Straßen, vollgelaufenen Kellern und Verkehrschaos kommen. Besonders gefährlich ist sogenannter Platzregen, wenn extrem viel Wasser punktuell niedergeht.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten




Bei den Sturmböen drohen Geschwindigkeiten bis 110 km/h – das entspricht orkanartigen Böen. Solche Winde können Bäume umreißen, Ziegel von Dächern reißen und Baustellenmaterial durch die Luft schleudern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) wird rechtzeitig Unwetterwarnungen ausgeben – es ist wichtig, diese ernst zu nehmen und sich über Apps oder Radio auf dem Laufenden zu halten. Wer kann, sollte am Mittwochnachmittag in den betroffenen Regionen besser zu Hause bleiben.
Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Beatrix Ta
