Details zu Verlusten im Ukraine-Krieg
„15 Jahre zurückgeworfen“: US-Geheimdienste gehen von 315.000 toten oder verwundeten Soldaten aus
VonVictoria Krumbeckschließen
Russland hat seit dem Beginn des Ukraine-Krieges herbe Rückschläge erlitten. Hunderttausende russische Soldaten sind weg. Die Armee wurde zurückgeworfen.
Washington – Täglich werden Meldungen über russische Verluste im Ukraine-Krieg veröffentlicht, genaue Schätzungen sind schwierig. Doch laut US-Geheimdiensten sind seit dem Beginn des Krieges 315.000 russische Soldaten verletzt oder getötet worden. Diese Zahl entspricht rund 87 Prozent der 360.000 Soldaten, die vor dem Krieg zu den Streitkräften zählten. Die Informationen wurden zeitgleich mit dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington am Dienstag (12. Dezember) öffentlich, der um weitere US-Militärhilfe im Krieg gegen Russland warb.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: 315.000 kampfunfähige Soldaten
Darüber hinaus habe die russische Armee etwa 2200 ihrer vor Kriegsbeginn 3500 Panzer verloren, wie es aus Parlamentskreisen in Washington hieß, die sich auf veröffentlichte Dokumente der Geheimdienste berufen. Zudem wurden 4400 der 13.600 Schützenpanzer und Schützenpanzerwagen zerstört, was fast ein Drittel ausmacht. Der Krieg habe die russischen Streitkräfte in ihren Modernisierungsbemühungen um 15 Jahre zurückgeworfen, wie die US-Zeitung Wall Street Journal unter Berufung auf die Geheimdienst-Dokumente berichtete.
„Ende November verlor Russland über ein Viertel seiner Vorbestände an Bodentruppenausrüstung“, zitierte der US-Sender CNN eine Einschätzung in den Dokumenten. „Dies hat die Komplexität und das Ausmaß der russischen Offensivoperationen verringert, die seit Anfang 2022 in der Ukraine keine großen Erfolge erzielen konnten“, hieß es weiter. Deutlich wird dies auch in der seit Wochen umkämpften Stadt Awdijiwka. Dort sollen Russlands Verluste rund 25 Prozent höher sein als bei den Kämpfen um Bachmut.
Ukraine-Krieg: Russlands hohe Verluste – Selenskyj zu Besuch in Washington
Der Ukraine steht wieder ein harter Winter bevor. Russland glaube offenbar, dass es sich durch den Winter und einen militärischen Stillstand einen Vorteil verschaffen könne, wie ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates CNN sagte. Eine abnehmende Unterstützung des Westens könne die Ukraine trotz der russischen Verluste und der Mangel an Ausrüstung, Munition und Soldaten schwächen.
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Um eine schwindende Unterstützung des Westens ging es auch bei dem Treffen zwischen Selenskyj und US-Präsident Joe Biden. Zurzeit blockieren die Republikaner die Billigung weiterer neuer Hilfen für die Ukraine. Sie lehnten in der vergangenen Woche die von Biden beantragten Finanzhilfen in Höhe von 61,4 Milliarden Dollar vorerst ab. Dabei ist die USA der wichtigste Unterstützer Kiews. (vk/afp)
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