Was Trump über die US-Soldaten denkt

Trumps Neffe kritisiert Ex-Präsident für Wahlkampf – Veteranen „sind ihm einfach scheißegal“

  • VonSimon Schröder
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Trump fällt immer wieder mit fragwürdigen Aussagen über das US-Militär auf. Nun gibt sein Neffe Fred Einblicke, wie sein Onkel wirklich über die Veteranen denkt.

Washington D.C. – Fred Trump, Donald Trumps Neffe, schießt gegen seinen Onkel. Dem Ex-Präsidenten seien die Veteranen und Militärangehörigen nämlich egal. Fred Trump sagte im Gespräch mit dem US-Sender MSNBC: „Sie sind ihm einfach scheißegal. Sie sind ihm egal.“ Doch die Veteranen und das US-Militär sind für Onkel Donald mit Blick auf die US-Wahlen von großer Bedeutung.

Trump will Veteranen bei US-Wahl für sich gewinnen – doch äußert sich wiederholt abfällig

Erst letzte Woche inszenierte sich Trump bei einem Besuch des „Arlington National Cemetery“ als großer Unterstützer des Militärs. Auf dem Friedhof für verstorbene Militärangehörige kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Trumps Team und einigen Angestellten. Denn eigentlich ist es Präsidentschaftskandidaten untersagt, auf dem Friedhof Videos und Fotos für den Wahlkampf zu machen. Trumps Kampagne jedoch missachtete die Vorschrift.

Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Immer wieder gerät er in Kritik mit seinen Aussagen über das US-Militär. (Archivbild)

Kritik an Umgang mit dem US-Militär – Trump leistet sich im US-Wahlkampf wiederholt Fehltritte

Generell hat der Ex-Präsident nicht gerade ein Händchen, wenn es um den Umgang mit dem Militär geht. In seiner ersten Präsidentschaftskampagne 2015 äußerte sich Trump abfällig über Senator und Veteran John McCain. Trump sagte damals: „Er ist kein Kriegsheld. Er war ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen wurden.“ Sein Neffe Fred Trump hielt auf MSNBC dagegen und sagte über den mittlerweile verstorbenen McCain: „Er ist ein echter Held – das muss man ganz klar sagen. Die Tatsache, dass Donald ihn im Wesentlichen einen ‚Verlierer‘ genannt hat, verstehe ich nicht.“ Die Berichterstattung von MSNBC ist in der Regel aufseiten der Demokraten. So arbeitet auch die früherer Biden-Sprecherin Jen Psaki als Moderatorin für den Sender.

Und auch während der diesjährigen Wahl geriet Trump immer wieder in Kritik. Der Besuch beim Arlington Friedhof ist nicht der einzige Fauxpas. Die Fehltritte Trumps kommen nicht selten allein. Mitte August bezeichnete er die zivile Ehre der USA als „viel besser“ als die militärische, da die meisten Militärangehörigen, denen diese Ehre verliehen wird, meist in „sehr schlechter Verfassung“ oder gar bereits „verstorben“ sind, wie Politico berichtet hatte.

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Militär ein wichtiger Bestandteil der US-Wahlen – und Fred Trump poltert gegen den Ex-Präsidenten

Dabei wird das Thema des US-Militärs immer wieder von beiden Seiten im Wahlkampf aufgegriffen. Sowohl Kamala Harris Vize, Tim Walz als auch Trumps Vize J.D. Vance haben einen militärischen Hintergrund. Außerdem kritisierten die zwei Republikaner Bidens Abzug aus Afghanistan 2021 scharf. Bei einer Wahlkampfrede in Detroit kurz nach dem Besuch des Arlington Friedhofs bezeichnete der Ex-Präsident das Afghanistan-Debakel als „Erniedrigung“. Der von Biden angeordnete Abzug habe die amerikanische Kredibilität und den Respekt gegenüber Amerika kollabieren lassen.

Generell ist Fred Trump nicht gerade positiv gegenüber seinem Onkel eingestellt. Erst im Juli hatte sein Neffe Trump scharf kritisiert. Hinter verschlossenen Türen soll der Ex-Präsident laut Fred über Menschen mit Behinderung gelästert haben: „Diese Menschen … der Zustand, in dem sie sind, die ganzen Ausgaben, vielleicht sollten diese Leute einfach sterben.“ (sischr)

Rubriklistenbild: © Julia Nikhinson