Russlands Einmischung vor US-Wahl

„Sie lacht so ansteckend“: Putin outet sich als Fan von Kamala Harris

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US-Wahl: Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte an, die demokratische Kandidatin Kamala Harris zu „unterstützen“ (Montage)
  • Paula Völkner
    VonPaula Völkner
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Im Februar hatte Putin angekündigt, Biden unterstützen zu wollen. Trump nahm das als Kompliment auf. Nun spricht der Kreml-Chef sich vor der US-Wahl für Harris aus.

Moskau/Washington D.C. – Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte am Donnerstag (5. September), die Kandidatin der Demokraten, Kamala Harris, im US-Wahlkampf „unterstützen“ zu wollen. Bereits im Februar hatte Putin im heimischen Staatsfernsehen verkündet, dass Russland eine zweite Amtszeit des US-Präsidenten Joe Biden einem Wahlsieg des republikanischen Kandidaten, Donald Trump, vorziehen würde. Damals sollte noch Biden als Kandidat für die Demokraten bei der US-Wahl 2024 ins Rennen gehen.

„Biden, er ist erfahrener, berechenbarer, er ist ein Politiker der alten Formation“, sagte Putin damals auf die Frage, welcher Kandidat für Russland besser wäre. Auch am Donnerstag wiederholte der Kreml-Chef bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok: „Unser Favorit war sozusagen Herr Biden.“ Weil Biden sich für Harris ausspricht, wolle Russland nun die demokratische Kandidatin „unterstützen“.

Putin verkündet angebliche Harris-Unterstützung bei US-Wahl 2024

Über die Vizepräsidentin sagte Putin am Donnerstag: „Ihr Lachen ist so ansteckend.“ Im direkten Vergleich zu dem Kandidaten der Republikaner sagte der Kreml-Chef: „Trump hat so viele Beschränkungen und Sanktionen gegen Russland verhängt, wie kein Präsident vor ihm. Und wenn es Frau Harris gut geht, wird sie vielleicht von dieser Art von Maßnahmen absehen.“

Bislang hat sich der Kreml in Bezug auf öffentliche Äußerungen über Harris zurückgehalten, seit sie als Kandidatin nominiert worden war. Putins „Fußvolk“, wie Politico schreibt, habe bereits kurz nach Bekanntgabe der neuen Kandidatin mit Angriffen gegen die Vizepräsidentin begonnen. Von Beginn ihrer Kandidatur an „haben Russlands Propagandisten eine Kakophonie aus ungezügeltem Rassismus, Sexismus und Verschwörungen angezettelt“, heißt es in dem Bericht.

US-Wahl: Kreml-Chef hatte angekündigt, Biden vor Trump unterstützen zu wollen

Putins Verkündung seiner Biden-Unterstützung im Februar kam ebenso wie die selbsterklärte Unterstützung für Harris überraschend. Damals wie heute standen Vorwürfe der US-Regierung wegen russischer Wahleinmischung im Raum. Washington wirft Moskau vor, versucht zu haben, die Wahlen im Jahr 2016 und 2020 zu Trumps Gunsten beeinflusst zu haben.

Putins angebliche Biden-Unterstützung stieß im Weißen Haus damals auf Ablehnung. „Herr Putin sollte sich einfach aus unseren Wahlen heraushalten“, erklärte der Sprecher des US-Sicherheitsrates der USA, John Kirby. Auch erklärte er, Putin wisse, „was diese Regierung getan hat, um Russlands bösartigem Einfluss auf der ganzen Welt entgegenzuwirken“.

Russische Einmischung in den US-Wahlkampf – USA reagieren mit Maßnahmen

Vor dem Hintergrund der Einmischungs-Vorwürfe gegen Russland haben die USA am Mittwoch umfassende Anstrengungen angekündigt, russische Einflussnahme bei den Wahlen im November zu verhindern. Russland werden vor allem Online-Einflusskampagnen vorgeworfen. Die USA planen nun Sanktionen, Anklagen und die Beschlagnahme von Web-Domains, die der Kreml laut US-Beamten zur Verbreitung von Propaganda nutzt, heißt es in einem Bericht der New York Times.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Laut Angaben des Generalstaatsanwalts Merrick B. Garland gegenüber der Zeitung sollen unter anderem zwei russische Mitarbeiter des staatlichen Senders RT angeklagt werden. Diese sollen ein Unternehmen in den USA zur Verbreitung von Inhalten genutzt haben. Auch wolle das Justizministerium die sogenannte Doppelgänger-Kampagne ausschalten. Bei dieser Kampagne führen Posts auf Social-Media-Plattformen auf Fake-Nachrichtenseiten von bekannten Medienhäusern und verbreiten so Desinformationen. (pav)